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Fussball

WM Kompakt: Abstruse Rassismus-Vorwürfe gegen ZDF-Kommentator Béla Réthy

Von Justin Kraft/Stefan Petri

Das WM-Kompakt vor dem Achtelfinale in Katar: Der DFB leckt weiterhin seine Wunden, gegen Béla Réthy gibt es Rassismus-Vorwürfe. Cristiano Ronaldo zeigt sich abermals von seiner divenhaften Seite und stänkert mit einem Gegenspieler. Brasilien zittert kurz vor dem Duell mit Südkorea weiterhin um den Knöchel der Nation von Neymar - und Rafael van der Vaart findet gefallen an seiner Rolle als Dietmar Hamann und kritisiert Thomas Müller.

WM 2022 in Katar - Abstruser Vorwurf des Tages: Béla Réthy

Bei seiner letzten WM als Kommentator geht es nochmal richtig rund um Béla Réthy. Der 65-Jährige ist nicht bei allen Fans am Fernseher beliebt - was ja auch okay ist, Geschmäcker sind verschieden - aber ein Rassist?

So war es offenbar am Freitagabend beim Einen oder Anderen im ZDF angekommen. Da kommentierte Réthy Schweiz vs. Serbien und sagte über den dunkelhäutigen Gladbacher Breel Embolo: "Breel Embolo, bekannt aus der Bundesliga, aus Schalke, aus Gladbach, spielt jetzt da, wo es sonniger ist, in Monaco." Und nach einer kurzen Pause: "Also noch sonniger."

Und dieser eigentlich ja sehr harmlose Satz hörte sich dann für einige an wie - und jetzt tief durchatmen: "No so'n N****." So war es zumindest in den Sozialen Medien zu lesen.

Das ZDF konnte glücklicherweise schnell für Aufklärung sorgen: "Béla Réthy hat beim Spiel Serbien gegen die Schweiz über Breel Embolo gesprochen. Dieser ist von Borussia Mönchengladbach zur AS Monaco gewechselt, wo es "noch sonniger" ist. Eine anderes Wort ist in dem Zusammenhang aber nicht gefallen", postete der "Sportstudio"-Account. Und jetzt atmen wir alle tief durch und lassen es damit gut sein.

WM 2022 in Katar - So liefen die Spiele am 3. Dezember

Niederlande - USA 3:1: Hier geht es zum Spielbericht

  • Es ist schon eine gewisse Ironie: Ausgerechnet die Niederländer, die sonst so pingelig auf die Attraktivität ihres Fußballstils achten, spielen einen sehr pragmatischen und defensiv-fokussierten Fußball gegen die USA. Aber erfolgreich. Trotz weniger Chancen führte Oranje bereits zur Pause mit 2:0. Memphis Depay (10.) und Daley Blind (45.+1) brachten sie auf Kurs.
  • Die USA blieb aber aggressiv, mutig und hatte Lust auf die Sensation. Haji Wright belohnte die US-Amerikaner in der 76. Minute und so keimte Hoffnung auf, dass hier noch etwas geht. Allerdings nur bis zur 81. Minute, als Denzel Dumfries die Entscheidung für die Niederländer besorgte.
  • Im Viertelfinale trifft die Niederlande nun auf Argentinien oder Australien.

Argentinien - Australien 2:1: Hier geht es zum Spielbericht

WM 2022 in Katar: Die Spiele am 3. Dezember

Uhrzeit (MEZ)BegegnungRundeLiveticker/Spielbericht
16 UhrNiederlande - USA 3:1AchtelfinaleGlanzlos und doch souverän: Niederlande erster Viertelfinalist
20 UhrArgentinien - Australien 2:1AchtelfinaleMessi trifft in seinem 1000. Spiel

WM 2022 in Katar - Daily Soap des Tages: Der DFB und seine Ex-Mitarbeiter

"Durch Liebe und Schmerz, wird in guten und in schlechten Zeiten dein Schicksal bestimmt" - na, wer kennt's? Fußball findet der DFB toll, aber Daily Soaps hat er noch Gerner. Nach dem erneuten Aus in der Gruppenphase hat der Verband abermals damit zu tun, sein Scheitern zu analysieren. Gut, dass er dabei nicht auf sich allein gestellt ist, sondern auch ehemalige Mitarbeiter hat, die sich sehr gern über die Gründe äußern. So beispielsweise Robin Dutt.

Und der hat selbstredend nur noble Gründe dafür, sich erstmals seit fast zehn Jahren über seinen Kurzauftritt beim DFB zu äußern. Zwischen August 2012 und Mai 2013 agierte der 57-Jährige nämlich als Sportdirektor des Verbandes. "Damals ging gar nichts voran", sagte er nun bei Sky: "Ich habe die Kritik, mich so schnell wieder zurückzuziehen, über mich ergehen lassen. Ich habe jetzt zehn Jahre lang nichts gesagt, aber mit der Möglichkeit, jetzt etwas Öl ins Feuer zu gießen, kann ich möglicherweise dazu beitragen, dass es dieses Mal schneller geht."

Es gehe ihm dabei aber nicht "um den Trainer und den Sport". Stattdessen nimmt er die Strukturen in die Kritik: "Der DFB als gesamter Apparat muss sich bewegen." Darauf habe er bereits während seiner Amtszeit gepocht. "Als ich 2012 Sportdirektor war, habe ich die Situation bereits analysiert und eine Prognose aufgestellt", erklärt Dutt: "Diese wurde in einer sehr langen Pressekonferenz auch der Öffentlichkeit präsentiert. Das war zu einem Zeitpunkt, als wir noch sehr, sehr stark waren." Er habe damals schon auf zwei Dinge vorausgeschaut: Dass die Nationen von der Leistungsdichte her enger zusammenrücken würden und ein sich anbahnendes Defensivproblem.

"Zu diesem Zeitpunkt waren es vor allem die Außenverteidiger und die Ausbildung klassischer Stürmer", so der heutige Trainer des Wolfsberger AC: "Das ist jetzt zehn Jahre her. Ich weiß, dass in der Zwischenzeit Dinge auf den Weg gebracht wurden, aber es ist auch klar, dass es dann vier bis fünf Jahre dauert, bis du die Früchte erntest." Entscheidend dafür sei ein einheitliches Ausbildungssystem: "Die Trainer der U-Mannschaften müssen Hand in Hand mit den Trainern der U-Mannschaften in den Nachwuchsleistungszentren arbeiten."

Passend dazu hatte sich zuletzt auch Matthias Sammer geäußert. Der Berater des BVB wünscht sich wieder einen Sportdirektor beim DFB: "Ein Sportsystem ohne einen übergeordneten sportlichen Leiter - das ist das Bild des Deutschen Fußball-Bundes. Ich habe genug Fehler gemacht in meinem Leben. Aber den Fehler, diese Position abzuschaffen, auf die Idee musst du erstmal kommen." Die guten Zeiten sind beim DFB lange her. Diese Daily Soap wird von den schlechten dominiert.

WM 2022 in Katar - Diva des Tages: Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo ist wütend! "Ja, ja und Wasser ist nass", werden viele von Euch nun entgegnen. Mittlerweile haben die Aufreger von und rund um CR7 ja etwas von einem in die Jahre gekommenen Mann, der sich fest an seine Vergangenheit klammert. Kennt Ihr das Meme von den Simpsons mit der Schlagzeile in einer Zeitung: "Alter Mann schreit eine Wolke an"? Genau so müsst Ihr Euch das vorstellen.

Gut, die Atmosphäre ist geklärt, nun zum Inhalt. Wieder den Torrekord verpasst, dazu ausgewechselt - Ronaldo verließ den Platz genervt und lieferte sich auch noch ein kleines Wortgefecht. "Der koreanische Spieler forderte mich auf, schneller zu gehen. Dann habe ich ihm gesagt, er solle ruhig sein, denn er habe keine Autorität", sagte der Portugiese nach dem 1:2 (1:1) gegen Südkorea im letzten WM-Gruppenspiel.

Auffallend langsam trottete der 37-Jährige Richtung Bank, nach einer angeblichen Provokation des Gegners hielt er sich unter anderem einen Zeigefinger vor die Lippen. "Wenn ich nicht schnell genug gehe, ist es Sache des Schiedsrichters, das zu sagen", meinte Ronaldo. Die klassische "Du hast mir gar nichts zu sagen"-Keule. Sein Trainer Fernando Santos wies jedenfalls von sich, dass der Wut irgendetwas mit der Auswechslung zu tun gehabt habe: "Er war wütend auf den koreanischen Gegenspieler, jeder hat das gesehen. Der Spieler hat ihn beleidigt und ihm gesagt, er solle weggehen."

WM 2022 in Katar - Zittern des Tages: Neymar

Hört Ihr das? Dieses Bibbern und Zittern? Ganz Brasilien hofft spätestens nach der 0:1-Niederlage gegen Kamerun darauf, dass Neymar bald zurückkehren kann. "Wir haben noch 72 Stunden bis zum nächsten Spiel", sagte Teamarzt Rodrigo Lasmar nach Abpfiff des letzten Gruppenspiels: "Wir sollten die Zeit zu unseren Gunsten nutzen."

Was macht man da bei einem verletzten Knöchel? Vor der WM gab es ja Gerüchte, dass der Senegal mit Hexerei versuchen wolle, Sadio Mané wieder fit zu machen. Vielleicht kann sich Brasilien aus dieser Branche Tipps holen. Mit dem Ball habe Neymar jedenfalls noch nicht trainiert. Heute soll ihm ein entsprechendes Spielgerät aber mal vor die Füße gelegt werden und dann gibt es wohl schon eine Entscheidung.

Der 30-Jährige hatte sich beim 2:0 zum WM-Auftakt gegen Serbien eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen und sowohl das 1:0 gegen die Schweiz als auch die abschließende Niederlage gegen Kamerun verpasst. Im Achtelfinale ist am Montag (20 Uhr MEZ) Südkorea der Gegner. Übrigens: Auch bei Alex Sandro sieht es derzeit nicht gut aus. Nach einer Oberschenkelverletzung ist dieser nach wie vor fraglich. Danilo hingegen könnte nach einer Knöchelverletzung wieder zurückkehren. Vielleicht hat er ja Tipps für Neymar.

WM 2022 in Katar - Polemik des Tages, Runde 2: Rafael van der Vaart

Der niederländische Dietmar Hamann hat wieder zugeschlagen. Und so wird unsere Kategorie "Polemik des Tages" plötzlich zur Serie. Wieder hat der ehemalige Nationalspieler das deutsche Team in die Mangel genommen - genauer gesagt: einen Einzelspieler. Thomas Müller hatte sich unmittelbar nach dem Aus des DFB ins Ruderboot begeben und erst so halb seinen Rücktritt bekanntgegeben, um dann doch wieder halb zu erklären, dass er sich erstmal Gedanken mache.

"Das war ein bisschen egoistisch von Müller", erklärte van der Vaart nun bei Sport1: "Ich habe mich sehr gewundert über seine Erklärung." Es sei zwar großartig, was der Bayern-Profi für den deutschen Fußball geleistet habe und er verdiene alles Lob der Welt dafür, "aber nach dem Ausscheiden warteten alle offenbar auf so ein Statement von Müller. Doch er kann ja erst mal weinen und einige Tage abwarten, bevor er so etwas raushaut. Das kam echt komisch rüber. Als ob sich die ganze Welt nur um Müller dreht".

Nun die Frage an Euch: Klare Kante oder reine Polemik? Rafael scheint dieser Tage aber auf jeden Fall in Vaart gekommen zu sein.

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