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Fussball

Kamerun - Brasilien 1:0: Der Torschütze sieht Rot - Brasilien trotz Niederlage Gruppensieger

Von SID
Kamerun, Brasilien

Kamerun zerstört Brasiliens Rekord-Serie und verpasst trotz des 1:0 (0:0) gegen die Selecao das WM-Achtelfinale.

Eric Maxim Choupo-Moting raufte sich die Haare, während seine Mitspieler hoffnungsvoll die letzten Minuten des Parallelspiels gebannt auf dem Handy verfolgten - dann die bittere Gewissheit: Trotz des sensationellen 1:0 (0:0) gegen die 1B-Auswahl von Rekordweltmeister Brasilien verpasste Kamerun das WM-Achtelfinale, weil die zwingend nötige Schützenhilfe ausblieb.

Vincent Aboubakar (90.+2) war mit seinem Treffer der Star des Abends - der überraschende Erfolg reichte aber nicht, weil im Parallelspiel der Gruppe G die Schweiz gegen Serbien gewann.

Aboubakar beendete mit seinem Tor eine Serie von neun WM-Spielen ohne Sieg für Kamerun und zerstörte gleichzeitig die Rekordserie von Brasilien, der Topfavorit kassierte die erste Niederlage in der WM-Gruppenphase nach 17 Spielen.

"Das war wirklich ein Weckruf. Wir haben nicht besonders gespielt. Wir müssen daraus eine Lehre ziehen", sagte Dani Alves: "Wir müssen konzentrierter spielen. Manchmal gibt ein kleines Detail den Ausschlag. Jetzt kommt die Phase, in der man keinen Fehler machen darf. Achtung. Wir dürfen nicht nachlassen."

Aboubakar sah nach seinem Tor noch die Gelb-Rote-Karte, weil er sich beim Jubel das Trikot ausgezogen hatte. Brasilien zauberte nicht, dennoch behauptete die bereits zuvor qualifizierte Selecao die Tabellenführung in der Gruppe G und geht zum elften Mal in Folge als Gruppensieger in die zweite Turnierphase. Gegner im Achtelfinale ist am Montag (20.00 Uhr MEZ) Südkorea.

Kamerun - Brasilien: Neymar schaut von der Tribüne zu

Superstar Neymar, der nach seiner Knöchelverletzung und einem Fieberanfall erneut auf dem Feld fehlte, verfolgte das Geschehen im Lusail-Stadion direkt hinter der Bank auf der Tribüne. Zuvor hatte der brasilianische Verband ein Video auf Instagram veröffentlicht, das den 30-Jährigen im Hotel bei Koordinationsübungen und leichtem Training mit dem Ball zeigt.

Mit dem Achtelfinalticket in der Tasche vertraute Brasiliens Coach Tite auf die Spieler aus der zweiten Reihe. Im Vergleich zu der Partie gegen die Schweiz wechselte er gleich auf neun Positionen, nur Fred und Eder Militao blieben in der Startelf. So kam unter anderem Rechtsverteidiger Alves von Beginn an zum Einsatz, der mit 39 Jahren zum ältesten brasilianischen WM-Spieler wurde.

Vor dem Anpfiff sendeten die Anhänger der Selecao Genesungswünsche an die brasilianische Fußball-Legende Pele, die vor wenigen Tagen erneut ins Krankenhaus eingeliefert worden war: "Pele, werde schnell wieder gesund", war auf einem riesigen Transparent hinter dem Tor zu lesen.

Auch die Zweitbesetzung der Brasilianer, die auf der Jagd nach ihrem sechsten WM-Titel sind, hatte die Partie von Beginn an unter Kontrolle. Zur ersten Großchance kamen die Südamerikaner durch Gabriel Martinelli (14.), der mit seinem Kopfball allerdings an Kameruns Keeper Devis Epassy scheiterte.

Vor 85.986 Zuschauern kam Kamerun nur selten Richtung gegnerisches Tor. Brasilien verteidigte konsequent. Martinelli kam kurz vor der Pause zur bis dahin besten brasilianischen Chance, doch Epassy verhinderte erneut die Führung (45.+1). Kurz darauf ließen die Brasilianer den ersten Schuss auf ihr Tor bei dieser WM zu: Bryan Mbeumo zwang mit seinem Kopfball Torhüter Ederson zu einer Glanzparade (45.+3).

Nach der Pause wurde es erneut vor dem brasilianischen Tor brenzlig. Der Schuss von Kameruns Vincent Aboubakar rauschte allerdings knapp vorbei (51.). Auf der anderen Seite hielt Schlussmann Epassy sein Team immer wieder im Spiel. Doch Brasilien zauberte diesmal nicht - und so war Aboubakar der Star des Abends.

Kamerun - Brasilien: Die Stimmen

Rigobert Song (Nationaltrainer Kamerun): "Wenn du bei einem Turnier mitspielst, willst du bis ins Finale kommen. Wir haben das Spiel gewonnen, aber sind enttäuscht. Wir haben realisiert, dass wir es besser hätten machen können in diesem Turnier. Wir haben ein junges Team, und das wird stärker und stärker werden. Wir sind dabei zu lernen, aber wir verbessern uns. Wir haben mit dem heutigen Spiel ein gutes Momentum geschaffen. Wir sind zufrieden mit unserer letzten Leistung, darauf bin ich stolz. Wir haben Löwenmut gezeigt."

Tite (Nationaltrainer Brasilien): "Das Spiel ist mit der Zeit immer gefährlicher geworden für uns. Wir hatten viele Angriffe, haben aber auch einige Konter bekommen. Kamerun hat die Möglichkeiten, um einer Mannschaft wehzutun. Wir spüren die Niederlage, und das müssen wir auch. Das Wettbewerbsformat erlaubt uns, dass wir eine zweite Chance bekommen. Aber ab jetzt gibt es keine zweiten Chancen mehr. Wir müssen 24 Stunden am Tag konzentriert sein, 24 Stunden bereit sein zu leiden."

Kamerun - Brasilien: Die Daten zum Spiel

Kamerun: Epassy - Fai, C. Wooh, Ebosse, Nouhou - Kunde (ab 68. Ntcham), Anguissa - Mbeumo (ab 64. Toko Ekambi), Choupo-Moting, Ngamaleu - Aboubakar. - Trainer: Song

Brasilien: Ederson - Dani Alves, E. Militao, Bremer, Alex Telles (ab 54. Marquinhos) - Fabinho - Fred (ab 55. Bruno G.), Rodrygo (ab 55. Ribeiro) - Antony (ab 79. Raphinha), Martinelli - G. Jesus (ab 64. Pedro). - Trainer: Tite

Schiedsrichter: Ismail Elfath (Marokko)

Tor: 1:0 Aboubakar (90.+2)

Zuschauer: 80.000 (in Lusail)

Gelbe Karten: Tolo, Kunde, Fai (2) - E. Militao, Bruno G.

Gelb-Rote Karte: Aboubakar wegen unsportlichen Verhaltens (90.+3)

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