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Fussball

Drei Monate vor Weltmeisterschaft: Katar lässt protestierende Gastarbeiter festnehmen

SID
Die Weltmeisterschaft 2022 findet in Katar statt.

WM-Gastgeber Katar hat mehrere protestierende Gastarbeiter festnehmen lassen und offenbar teilweise auch des Landes verwiesen. Das berichtet Equidem, ein in London ansässiges Beratungsunternehmen für Menschenrechte.

Katars Regierung bestätigte knapp drei Monate vor Beginn der Fußball-WM mehrere Festnahmen im Zuge der Proteste vom 14. Mai, kommentierte die angeblichen Ausweisungen aber nicht.

Etwa 60 Arbeiter hatten in Doha gegen die Arbeitsbedingungen protestiert, einige von ihnen sollen seit sieben Monaten keinen Lohn erhalten haben. "Wir haben mit mehreren Männern gesprochen, die an den Protesten teilgenommen haben, darunter einem, der nach Nepal zurückgebracht wurde", sagte Equidem-Chef Mustafa Qadri: "Andere Arbeiter aus Bangladesch, Indien, Ägypten und den Philippinen wurden ebenfalls zurückgeschickt."

Die Regierung des Wüstenstaates begründete die Festnahmen am Montag mit Verstößen gegen die Gesetze zur öffentlichen Sicherheit - die Arbeiter hatten unter anderem den Verkehr blockiert. Das Arbeitsministerium werde nun die Löhne der für die Al Bandary International Group arbeitenden Männer zahlen. Gegen das Konglomerat laufen wegen ausbleibender Gehälter bereits seit einiger Zeit Untersuchungen.

Katar steht wegen der Arbeitsbedingungen bereits seit Jahren in der Kritik. Auch beim Bau der Stadien für die Winter-WM (20. November bis 18. Dezember) waren die Rechte der Gastarbeiter systematisch missachtet worden. Menschenrechts-Organisationen hatten den Weltverband FIFA zuletzt zu Entschädigungszahlungen für Gastarbeiter und deren Familien aufgefordert.

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