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Fussball

Italien - Deutschland 1:1: Schnelle Reaktion auf Rückstand - DFB-Team bleibt unter Hansi Flick ungeschlagen

Joshua Kimmich glich für Deutschland im Spiel gegen Italien aus.
© Imago

Im ersten Spiel der Nations League haben sich Italien und Deutschland 1:1 (0:0) getrennt. In der Hitze von Bologna lieferten sich beide Mannschaften einen eher lauen Sommerkick, der fast nur um die zwei Tore Aufregung bot. Unter Bundestrainer Hansi Flick bleibt die DFB-Elf somit auch nach zehn Spielen weiter ungeschlagen.

Für Italien traf im 50. Länderspiel von Nationaltrainer Roberto Mancini Lorenzo Pellegrini (70.) nach Vorlage des kurz zuvor eingewechselten Willy Gnonto. Joshua Kimmich glich nach einem kuriosen Angriff umgehend aus. Bei Deutschland enttäuschte vor allem die linke Offensivseite mit Leroy Sane und Rechtsverteidiger Benjamin Henrichs.

"Für uns ist es zu wenig, wir wollten gewinnen", sagte Kimmich bei RTL. "Wir wissen, dass Italien im Umbruch ist und den einen oder anderen Spieler nicht dabei hatte. Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel so auf den Platz zu bringen, wie wir uns das vorgestellt hatten."

Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini sagte: "Mir hat besonders gut gefallen, wie die jungen Talente aufgetreten sind - mutig gegen Deutschland, eine der besten Mannschaften der Welt. Nach dem zögerlichen Beginn haben sie die nötige Lockerheit gefunden."

Weitere Stimmen zum Spiel findet Ihr hier.

Italien - Deutschland: Die Analyse

Deutschland begann aggressiv und torhungrig, vor der ersten Ecke in der fünften Minute betrieb die DFB-Elf beispielsweise das Gegenpressing am italienischen Strafraum. Italien hatte in den ersten Minuten große Probleme, den Ball überhaupt mal in die Hälfte der Deutschen zu bringen. Passversuche wurde vom deutschen Pressing gestört, lange Bälle fanden das Ziel auch nicht. 70 Prozent Ballbesitz hatten die Deutschen in den guten ersten 15 Minuten.

Dass sie danach den Fuß vom Gas nahmen, mag auch der unfassbar hohen Luftfeuchtigkeit im Stadio Renato dall'Ara geschuldet gewesen sein. In der Schlussviertelstunde vor der Pause waren beide Teams ebenbürtig, wobei nicht ganz klar war, ob Italien wirklich besser wurde oder die DFB-Elf auf ihr Niveau gezogen hatte. Gianluca Scamacca, neben Sandro Tonali und Kapitän Alessandro Florenzi auffälligster Italiener, wollte in der 35. Minute jedenfalls den Ball mit der Hacke weiterleiten, blieb hängen, behielt aber irgendwie den Ball, zog ab und traf den Pfosten.

Auf der Gegenseite trieb Leon Goretzka den Ball durchs Mittelfeld, hatte mehrere Sekunden freie Schussbahn, schoss aber nicht, über Müller landete der Ball per Heber wieder bei ihm, wieder schoss er nicht, schließlich landete der Ball bei Serge Gnabry, der als einziger deutscher Offensiver immerhin hin und wieder etwas probierte, hier aber übers Tor schoss (38.).

Mehr war nicht, das war das überaus laue Niveau dieses Sommerkicks. Wenn die dankbaren und gut gelaunten Tifosi nicht gewesen wären, hätte es nur Argumente gegen derlei Spiele in unnötigen Wettbewerben wenige Wochen nach Saisonschluss geliefert.

In der zweiten Halbzeit übernahm Italien die Initiative, Alessandro Florenzi düpierte Thilo Kehrer, Scamacca köpfte seine Flanke aber links am Tor vorbei. Nach einer Stunde hatte Hansi Flick ein Einsehen und wechselte Rechtsverteidiger Benjamin Henrichs und Linksaußen Leroy Sane, die zwei schwächsten Deutschen, aus. Jonas Hofmann und Jamal Musiala machten ihre Sache deutlich besser.

Mancini ließ den erst 18-jährigen Gnonto ab der 65. Minute sein Länderspieldebüt feiern. Beim FC Zürich avancierte er wegen seiner sechs Tore als Einwechselspieler zum Superjoker, hier nahm er rechts Tempo auf, düpierte Kehrer und flankte in der 70. Minute auf Pellegrini, der zum 1:0 traf. Deutschland konterte sofort mit einem Flipperangriff, an dessen Ende der Ball vom von Hofmann angeschossenen Timo Werner bei Kimmich landete, der zum 1:1 traf (73.).

Zu diesem Zeitpunkt war der Ausgleich sogar etwas schmeichelhaft. Weil aber danach nicht mehr allzuviel passierte, ging das Remis zum Auftakt der dritten Edition der Nations League in Ordnung.

Italien - Deutschland: Die Aufstellungen

Italien: Donnarumma - Florenzi, Acerbi, Bastoni, Biraghi (80. Dimarco) - Frattesi (85. Ricci), Cristante, Tonali (80. Pobega) - Politano (65. Gnonto), Scamacca (85. Cancellieri), Pellegrini.

Deutschland: Neuer - Kehrer, Rüdiger, Süle, Henrichs (59. Hofmann) - Kimmich, Goretzka (69. Gündogan)- Gnabry (80. Raum), Müller (70. Havertz), Sane (59. Musiala) - Werner.

Italien - Deutschland: Die Daten des Spiels

Tore: 1:0 Pellegrini (70.), 1:1 Kimmich (73.)

  • Thomas Müller hat seinen 113. Einsatz im DFB-Dress absolviert und damit im Ranking der "ewigen" deutschen Länderspielliste seinen früheren Mitspieler Philipp Lahm eingeholt. Die beiden Spieler teilen sich den fünften Rang.
  • Manuel Neuer hat sein 53. Länderspiel als DFB-Kapitän bestritten und ist mit Philipp Lahm in der Liste der Rekord-Spielführer gleichgezogen. Für den Torhüter war es der insgesamt 110. Einsatz für die Nationalmannschaft.

Der Star des Spiels: Willy Gnonto (Italien)

Beim FC Zürich besingen sie den "vielleicht, quasi, fast 1,70 Meter" (Gnonto über Gnonto) großen Willy Gnonto als "Superjoker aus Italien". Bei seinem Länderspieldebüt traf er zwar nicht, lieferte aber die Vorlage zum 1:0. Wenn er so weitermacht, bekommt er auch in Italien mindestens ein Lied - und sicher auch irgendwann wieder ein Angebot eines Top-Klubs. Einen Profivertrag bei Inter Mailand verschmähte der damals 16-jährige Gnonto ja schon.

Der Flop des Spiels: Benjamin Henrichs (Deutschland)

Sehr offensiv eingesetzt von Hansi Flick, fehlte deshalb defensiv und fiel vor allem auf, wenn er mal wieder wegrutschte. Fiel vom Grundniveau ab.

Der Schiedsrichter: Srdjan Jovanovic (Serbien)

Ließ anfangs viel laufen, schwenkte aber zwischendurch auf eine kleinlichere Regelauslegung um, ließ dann aber wieder viel laufen. Oder auch: Passte sich dem Niveau der Partie an. Dass ihm das Spiel nicht entglitt, lag an den nicht übermäßig motivierten Spielern.

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