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Fussball

WM-Playoffs - Stefan Kuntz bei der Türkei: Verloren, aber nicht gescheitert

SID
Stefan Kuntz ist seit letztem Jahr Trainer der türkische Nationalmannschaft.
© getty

Stefan Kuntz war stolz. Beim deutschen Trainer der Türkei überwogen trotz des Scheiterns in den WM-Playoffs die positiven Gefühle - auch wenn er sich für einen Moment ärgerte.

Ganz kurz platzte Stefan Kuntz der Kragen. "Haben Sie das Spiel gesehen?", rief der deutsche Nationaltrainer der Türkei einem Journalisten entgegen, der nach dem bitteren Aus in den WM-Playoffs mit Statistiken wie Ballbesitz und Torschüssen jonglierte. Doch damit brauchte man Kuntz in diesem Moment nicht zu kommen.

"Die Schüsse sind mir egal, wie viele Chancen hatten wir? Wir hatten mehr Chancen als Portugal!", meinte Kuntz nach dem 1:3 (0:2) im Halbfinale gegen Cristiano Ronaldo und Co. in Porto: "Also kümmere ich mich nicht um die Statistik. Mein Team hat in der zweiten Halbzeit wunderbar gespielt." Und dennoch sind die Türken im Winter in Katar nicht dabei.

Die letzte WM-Teilnahme der stolzen Fußball-Nation datiert aus dem Jahr 2002, als sensationell Rang drei gelungen war. In den türkischen Zeitungen spiegelte sich daher die Enttäuschung wider. "Unsere Welt hat sich verdunkelt", schrieb die Tageszeitung Sabah. Die Ära Kuntz, die im September begonnen hatte, darf jedoch keineswegs als gescheitert gelten. Der ehemalige Coach der deutschen U21-Nationalmannschaft kam, als die Türkei schon in der Qualifikationsgruppe fast ausgeschieden war - und führte sie nach Portugal.

Ob dieses Erfolgs zeigte sich Kuntz "stolz" auf sein Team, das noch am Anfang seines Weges stehe. "Wenn wir aus diesem Spiel lernen, dann kann das Team wachsen. Und ich glaube, vielleicht bin ich zu enthusiastisch, dass niemand in der Türkei sich dafür schämt, was wir in Portugal abgeliefert haben", sagte der 59-Jährige und dachte sicher schon an die EM 2024 in Deutschland. Bis dahin gilt sein Vertrag. Doch schon jetzt war gegen Portugal eigentlich mehr drin.

Stefan Kuntz: "Wir hatten keinen Mut"

Nach einer schlechten Anfangsphase (Kuntz: "Wir hatten keinen Mut") und 0:2-Rückstand drehten die Türken das Momentum - und das will Kuntz aus Porto mitnehmen. Nicht den dramatischen Fehlschuss von Altstar Burak Yilmaz (85.), der einen Elfmeter die Latte streifen ließ, anstatt den Ball zum 2:2-Ausgleich zu versenken.

"Auch er muss es loslassen", sagte Kuntz, der Yilmaz nach Spielende tröstete: "Der Elfmeter war eine wichtige Chance für die Mannschaft, aber manchmal braucht man auch das nötige Glück, und das hatten wir nicht." Der 36-Jährige erklärte derweil nach dem Spiel seinen Rücktritt aus der türkischen Nationalmannschaft.

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