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Fussball

Erling Haalands Cousin Tjaland wandelt auf den Spuren des BVB-Stars: Der Quasi-Doppelgänger mit der Wahnsinnsquote

Cousins mit großem Talent: Albert Braut Tjaland will den gleichen Karriereweg einschlagen wie sein Veter Erling Haaland vom BVB.
© instagram.com/alberttjaland/getty/SPOX

BVB-Stürmer Erling Braut Haaland ist in Fußball-Europa in aller Munde. Mit gerade einmal 20 Jahren schickt er sich an, eine neue Ära zu prägen. Schon jetzt gibt es Nacheiferer - und das sogar aus der eigenen Familie: In Norwegen sorgte jüngst Albert Braut Tjaland für einen Torrekord und wandelt nicht nur deshalb auf den Spuren seines berühmten Cousins.

Im Fußball eifern Söhne in aller Regelmäßigkeit ihren berühmten Vätern nach. So wie beispielsweise in der Familie Thuram, in der Sohn Marcus mittlerweile als Stürmer in die Fußstapfen des ehemaligen Weltklasse-Verteidigers Lilian tritt.

Die Liste lässt sich ohne größere Probleme fortsetzen. Mit Cesare und Paolo Maldini, Peter und Kaspar Schmeichel, Gheorghe und Ianis Hagi oder eben mit Alf-Inge und Erling Haaland. Erstgenannter war einst beinharter Sechser in der Premier League, der Filius hingegen schießt schon mit 20 Jahren die Champions League in Grund und Boden.

"Er wird eine Ära prägen", sagte zuletzt Sevilla-Trainer Julen Lopetegui, nachdem Haaland im Achtelfinale der Königsklasse seiner Mannschaft in zwei Spielen vier Tore eingeschenkt hatte.

Und während der "Gigant aus der Kälte", wie ihn die spanische Presse anschließend betitelte, von Tor-Rekord zu Tor-Rekord eilt, ist in Norwegen genau dort, wo Haalands Ära ihren Ursprung hatte, bereits ein neuer Hype um einen Stürmer ausgebrochen. Sein Name: Albert Braut Tjaland, Cousin von Erling und Neffe von Alf-Inge.

Haaland-Cousin Tjaland: 64 Tore in 37 Spielen für Bryne FK

64 Tore in 37 Spielen schoss er in zwei Spielzeiten bei der U17 und der U19 von Bryne FK - dem Klub, bei dem auch sein berühmter Cousin einst das Fußballspielen erlernt und gar schon mit 15 Jahren sein Profidebüt gegeben hatte.

Die Parallelen zwischen Tjaland und Haaland sind auch abseits der rekordträchtigen Torquoten, des verdächtig ähnlichen Nachnamens oder der Tatsache, dass sie für den gleichen Jugendverein spielten, so absurd, dass man sich im ersten Reflex gerne bei irgendwelchen Drehbuchautoren für schmierige Doppelgänger-Komödien in Hollywood beschweren möchte.

Denn wie Haaland ist auch Tjaland ein Stürmer mit Gardemaß (1,85 Meter), physisch stark und trotzdem schnell. "Stark im gegnerischen Sechzehner. Kraftvoll. Schnell. Robust", sagte Tjaland der norwegischen Zeitung Verdens Gang über sich selbst, hätte damit aber auch durchaus deckungsgleich seinen Vetter meinen können. Noch dazu ähneln sich die Cousins auch optisch wie Brüder.

Und als ob das nicht alles an Parallelität ausreichen würde, wechselte Tjaland im Sommer 2020 auch noch mit erst 16 Jahren zu Molde FK - genau so, wie es Erling im Februar 2017 getan hatte. Doch warum ausgerechnet dieser baugleiche Weg?

Haaland und Tjaland bei Molde FK: Der BVB aus Norwegen

"Molde hat seit etwa zehn Jahren eine hervorragende Jugendarbeit, was auch mit der damaligen Rückkehr von Ole Gunnar Solskjaer zusammenhängt", sagt Ex-Bundesligaspieler Jan Age Fjörtoft im Gespräch mit SPOX und Goal.

Im Januar 2011 war es, als Solskjaer seinen früheren Jugendklub Molde als Chefcoach übernahm, nachdem er zuvor die U23 von Manchester United trainiert hatte. "Molde hat seinerzeit viel Geld investiert, um die besten Talente zu holen", erklärt Fjörtoft.

Der Klub genieße den Ruf, "eine fixe Adresse für norwegische Talente" zu sein. "Die Talente sehen, dass sie dort ihre Chancen bekommen. So wie das in Deutschland beispielsweise bei Borussia Dortmund ist. Dort wissen Spieler auch, dass sie sich entwickeln können und Chancen bekommen", so der ehemalige Manager der norwegischen Nationalmannschaft weiter.

Wechsel zu Molde, Spielzeit bekommen, sich entwickeln und ins Ausland gehen - soweit die Idealvorstellung, die auch für Tjaland gilt. Haaland habe ihm auch deshalb explizit zu diesem Schritt geraten.

"Er sagte mir, dass es ein guter Ort ist, um sich zu entwickeln", erklärte Tjaland gegenüber Verdens Gang. Der Wechsel in den Norden Norwegens könnte sich nach Angaben von ESPN schon bald bezahlt machen, denn Tjaland soll ab der im April beginnenden Eliteserien-Saison der Sprung zur Profimannschaft winken.

Haaland und Tjaland? "Vergleich ist für Albert nicht ganz fair"

Doch an dieser Stelle gehen die Lebensläufe der beiden norwegischen Torjäger ein Stück weit auseinander, weshalb auch der Hype um Tjaland für Alf Ingve Berntsen nicht ganz berechtigt ist.

Für den ehemaligen Jugendtrainer von Haaland bei Bryne, ist Tjaland zwar "ein vielversprechendes Talent", der Vergleich mit dem Ausnahmestürmer des BVB hinke aber, wie er im Gespräch mit SPOX und Goal erklärt.

"Er ist nicht Erling. Im gleichen Alter hat Erling schon in der ersten Mannschaft gespielt und dort Tore geschossen. Albert hat für Bryne viele Treffer gegen lokale Gegner und Spieler in seinem Alter erzielt, Erling schoss aber schon mit 15 Jahren Tore gegen Erwachsene", sagt Berntsen: "Es ist also nicht ganz fair für Albert, ihn mit Erling zu vergleichen."

Ähnlich sieht es auch Moldes Profitrainer Erling Moe, der dem 17-Jährigen zwar "eine große Zukunft" prognostizierte, jedoch nur dann, "wenn er die alltäglichen Dinge zu 100 Prozent und richtig erledigt", wie er bei Eurosport sagte.

Tjaland sei ein "aufregender Junge", doch Moe mahnte explizit an, es mit dem Hype auch nicht zu übertreiben: "Es muss doch möglich sein, sich ein bisschen zu beruhigen."

Haaland und seine Cousins: Eine Geschichte aus Norwegen

Mit der Ruhe dürfte es jedoch angesichts seines familiären Hintergrunds, der Parallelen zwischen ihm und Haaland und seiner Torquote in der Jugend spätestens bei seinem Profidebüt endgültig vorbei sein. Gerade wenn man bedenkt, dass internationale Medien schon jetzt seine Geschichte aufgreifen.

Dass es in der Familie aber auch ruhiger zugehen kann zeigt indes ein anderer Cousin von Haaland: Der 20-jährige Jonatan Braut Brunes erzielte als zentraler Mittelfeldspieler in der 3. norwegischen Liga binnen drei Monaten von Juli bis Oktober 2020 zehn Tore in 13 Spielen und spielt mittlerweile in der 2. Liga bei Lilleström. Dort ist er aber vorerst nur Reservist.

Andere Erwartungen werden auf Tjaland zukommen, der in Haaland "eine große Inspiration" sieht. Es zu schaffen und sich in einer Herrenmannschaft festzuspielen, verlange jedoch "harte Arbeit", wie er es selbst formulierte. Sein Ziel ist aber klar: "Ich will so hoch hinaus wie nur möglich."

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