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Fussball

Transfermarkt: 20 Top-Transfers unserer Redaktion

Drei Gewinner des Transfersommers? James Rodriguez, Leroy Sane und Sandro Tonali wechselten allesamt im Sommer den Verein.
© imago images

Die bisher ungewöhnlichste Transferperiode in den großen europäischen Top-Ligen ist vorüber. Zeit für ein Fazit. Welche Wechsel waren für SPOX und Goal besonders spannend und aufsehenerregend?

 

 

Eine Auswahl der Redaktion. Kein Ranking. Alphabetisch geordnet.

Achraf Hakimi

  • Abgebender Verein: Real Madrid
  • Aufnehmender Verein: Inter Mailand
  • Ablösesumme: 40 Millionen Euro

Während seiner zwei Jahre beim BVB vom schmächtigen Talent zum gestandenen Topspieler gereift, war Hakimi für Real-Trainer Zinedine Zidane aber noch immer nicht gut genug, um Dani Carvajal den Stammplatz auf der rechten Abwehrseite streitig zu machen.

In der Angst, zu wenig Spielpraxis zu bekommen, entschied sich der 21-Jährige daher schon zu Beginn des Sommers für einen Wechsel nach Mailand, wo Antonio Conte ihn mit offenen Armen empfing. Der Marokkaner könnte zu einem der Spieler werden, die im Kampf um die italienische Meisterschaft den Unterschied machen. Von seinen Anlagen her passt er ohnehin perfekt in Contes 3-5-2-Grundordnung. Der offensivfreudige Flügelspieler der Nerazzurri war in seinen ersten drei Serie-A-Einsätzen bereits an drei Toren beteiligt.

Arthur Melo

  • Abgebender Verein: FC Barcelona
  • Aufnehmender Verein: Juventus Turin
  • Ablösesumme: 80 Millionen Euro

Am Ende wurde sein Abgang zu einer verbalen Schlammschlacht. Eigentlich wollte Arthur Melo im Sommer gar nicht gehen, doch beim FC Barcelona jagten sie ihn schlussendlich vom Hof. Er habe sich "nicht zu einem unverzichtbaren Spieler machen" können und ohnehin in seinen zwei Jahren seit seinem Wechsel von Gremio "nicht gut gespielt", begründete Barca-Präsident Josep Maria Bartomeu mehr fadenscheinig als sinnstiftend den umstrittenen Abschied des 23-Jährigen, den Lionel Messi höchstselbst einst mit einem gewissen Xavi verglichen hatte.

Und Arthur? Der ging nach dem Wechsel wider seines Willens in den Streik und erschien ganz einfach nach dem Ende der Ligasaison nicht mehr bei Barca, obwohl da noch ein gewisses Champions-League-Finalturnier in Lissabon anstand. Der fragwürdige Tausch der Katalanen zwischen Arthur und dem schon 30 Jahre alten Pjanic wurde zum Sinnbild für alles, was bei Barca schief läuft. Ein junger brasilianischer Nationalspieler mit großer Perspektive muss den Klub verlassen, damit der Verein selbst seine finanzielle Schieflage weiter vertuschen kann.

Juventus wird das herzlich egal sein. Zwar legten die Bianconeri beim Tauschgeschäft noch zehn Millionen Euro drauf, bekamen in Arthur aber einen Spieler, dessen Marktwert sich noch immens steigern kann und dessen sportlicher Wert bei Juve für den neuen Trainer Andrea Pirlo außer Frage steht. Arthur brauche zwar noch Zeit, weil er "sechs Monate nicht mehr gespielt" habe, doch er werde bei Juve noch eine "große Rolle" spielen, kündigte Pirlo zuletzt an.

Baptiste Santamaria

  • Abgebender Verein: SCO Angers
  • Aufnehmender Verein: SC Freiburg
  • Ablösesumme: 10 Millionen Euro

Still und heimlich tütete der SCF die teuerste Verpflichtung seiner Vereinsgeschichte ein, die durchaus das Potenzial dazu hat, zu einem Coup zu werden. Santamaria galt schon in der abgelaufenen Spielzeit als einer der besten Sechser der Ligue 1. Experten wunderten sich, dass er sich für das vermeintlich kleine Freiburg und nicht für einen Wechsel zu einem Europapokal-Aspiranten entschied. Jetzt ist es für ihn an der Zeit, den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden.

Eric Maxim Choupo-Moting

  • Abgebender Verein: Paris Saint-Germain
  • Aufnehmender Verein: FC Bayern
  • Ablösesumme: -

Jahrelang war Choupo-Moting vor allem unter dem Titel "Der mit dem Fax" bekannt. Dabei besaß der Stürmer am 31. Januar 2011 nach allem, was man weiß, gar kein Faxgerät. Es lag also nicht an ihm, dass die Dokumente für seinen Wechsel vom HSV zum 1. FC Köln 14 Minuten zu spät bei der DFL eingingen und der Deal platzte.

Auch wegen der vermaledeiten Faxgeschichte gingen Choupo-Motings fachliche Qualitäten am Ball in der Öffentlichkeit ein wenig unter: "Er ist technisch sehr gut, beidfüßig und kann sowohl auf den Außen als auch in der Mitte oder als hängende Spitze spielen. Er bewegt sich gut in den Zwischenräumen und kann das Spiel lesen. Außerdem ist er im zwischenmenschlichen Bereich ein sehr guter Teamplayer, der zu bestimmten Aspekten eine klare Haltung hat", schwärmte Volker Finke kurz vor dem Champions-League-Finale 2020 bei SPOX und Goal über den Stürmer.

Finke stand 2011 als Kölner Sportdirektor auf der anderen Seite des Faxgeräts. Außerdem muss man heute sagen: Ohne diese vermaledeite Fax-Geschichte wäre Choupo-Moting jetzt vermutlich nicht beim FC Bayern gelandet. Statt nach Köln wechselte der Stürmer damals ein halbes Jahr später zu Thomas Tuchel nach Mainz. Der erkannte die Qualitäten des heute 31-Jährigen sofort.

Und als er einen zuverlässigen Back-up mit hoher Sozialkompetenz für sein hochkompliziertes Pariser Star-Ensemble brauchte, erinnerte er sich an den intelligenten Schlacks - der mittlerweile auch seinen Hang zur Hektik auf dem Platz eingedämmt hatte. Nun wechselt der vom Champions-League-Finalisten zum Champions-League-Sieger. Verdient! Und doch: Diesen fast märchenhaften Karriereverlauf hätte sich keiner ausdenken können.

Ferran Torres

  • Abgebender Verein: FC Valencia
  • Aufnehmender Verein: Manchester City
  • Ablösesumme: 23 Millionen Euro

Der 20-jährige Flügelspieler ist das derzeit wohl größte Offensivtalent Spaniens. Sein großes Vorbild: Cristiano Ronaldo. Viele Topklubs interessierten sich für ihn, der BVB etwa sah in ihm einen potenziellen Nachfolger für Jadon Sancho. Am Ende fiel seine Wahl auf die Citizens.

In Manchester ersetzt Torres den zum FC Bayern abgewanderten Leroy Sane. Die Ablöse von 23 Millionen Euro, die durch diverse Bonuszahlungen noch auf bis zu 30 Millionen Euro ansteigen soll, ist aus Sicht des englischen Vizemeisters ein absolutes Schnäppchen. Man darf davon ausgehen, dass der Rechtsfuß unter Pep Guardiola zu einem der Besten auf seiner Position reift.

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