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Fussball

Thesen zum EM-Finaleinzug Italiens nach Elfmeterschießen gegen Spanien: Azzurri müssen leiden, um zu triumphieren

© getty

 

Luis Enrique ist der richtige Mann am richtigen Ort

Luis Enrique musste bei dieser EM liefern, Spaniens Coach stand schon vor Turnierbeginn unter Druck, nach zwei Spielen und zwei Unentschieden in der Vorrunde schien er schon so gut wie entlassen. Doch Luis Enrique lieferte und Spanien gleich mit.

In Italien wird den Azzurri unter Roberto Mancini nachgesagt, "spanisch" zu spielen, weil Mancini in der Regel eben auch ein wenig auf Ballbesitz achtet und auf gepflegte Pässe besteht. Doch spätestens in diesem Halbfinale zeigten die Spanier, dass eben immer noch sie Spanien sind.

Fabelhafte 908 Pässe hatte die Mannschaft von Luis Enrique am Ende der Verlängerung gespielt, 86,7 Prozent waren beim Mitspieler angekommen. Bei Italien waren es 387 Pässe (74,2 Prozent erfolgreich). Bei den Schüssen fiel die Bilanz mit 16:7 für Spanien aus, bei den gewonnenen Zweikämpfen 48 zu 44.

Italien - Spanien im Datenvergleich

ItalienStatistikSpanien
7Schüsse16
1Ecken6
17Fouls18
44Gew. Zweikämpfe48
387Pässe908
74,2%Erfolgreiche Pässe88,7 %
29,9 %Ballbesitz70,1 %

 

Kurz: "Spanien hat uns heute dominiert", wie Bonucci sagte. Vor allem aber hatten seine Italiener lange kein Mittel gefunden gegen Luis Enriques zwei taktische Geniestreiche im Spiel. Gegen die Abwehrkanten Bonucci und Giorgio Chiellini hatte Enrique von Beginn an einfach: keinen Mittelstürmer gebracht. Alvaro Morata saß auf der Bank, Leipzigs Dani Olmo machte als Falsche Neun ein Riesenspiel, war für die Italiener kaum zu halten, gab fünf Schüsse ab, spielte zwei Schlüsselpässe und bereitete per einfachem Doppelpass durch die Mitte das 1:1 vor. Das erzielte: der eingewechselte Alvaro Morata.

Obwohl der später den entscheidenden Elfmeter verschoss, war seine Einwechslung der nächste taktische Coup des Trainers. Unmittelbar nach Chiesas Führungstreffer hatte Enrique Morata eingewechselt und seine Formation geändert. Das 1:1 fiel zudem, nachdem Mancini das 4-3-3 aufgelöst und Sechser Jorginho im neuen 4-4-1-1 zum Sonderbewacher des bärenstarken Pedri ernannte. Der zog Jorginho vor dem 1:1 aus dem Zentrum, wodurch der Weg für Olmo und Morata frei wurde.

Am Trainer lag's nicht, dass Spanien gegen Italien ausschied. Luis Enrique ist der richtige Mann am richtigen Ort - was hinterher auch der spanische Fußballverbandschef Luis Rubiales bestätigte: "Wir haben das Gefühl, dass er einen Spielstil geprägt hat, der jahrelang Bestand hat", sagte er bei Ser auf die Frage, ob Enrique weiter Trainer bleiben dürfe.

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