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Fussball

EM - Deutschland vs. Ungarn: Regenbogen-Flitzer posiert bei Hymne vor ungarischen Spielern

Von Filippo Cataldo/Kerry Hau/SID
Ein Flitzer posiert während der ungarischen Hymne mit einer Regenbogenfahne

Vor dem Anpfiff des entscheidenden EM-Gruppenspiels zwischen Deutschland und Ungarn hat ein Flitzer während der ungarischen Hymne für LGBTIQ-Rechte demonstriert und mit einer Regenbogenflagge vor den Spielern posiert. Ungarische Fans skandierten derweil zuvor "Deutschland, Deutschland, homosexuell".

Der Mann im DFB-Trikot stellte sich während der ungarischen Hymne mit der bunten Fahne direkt vor die beiden Teams. Kurz darauf wurde der Mann von Ordnern niedergerungen und unter dem Applaus der deutschen Fans aus dem Stadion abgeführt.

Vor der Allianz Arena war zuvor ebenso wie am Münchner Rathaus, am Turm der Kirche St. Maximilian, im Hauptbahnhof und rund um die Arena in Fröttmaning der Regenbogen als Zeichen der Toleranz, Menschlichkeit und Freiheit der sexuellen Orientierung quasi omnipräsent gewesen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte nach seinem gescheiterten Versuch, das Stadion erstrahlen zu lassen, die bunte, sechsteilige Riesenbeflaggung an seinem Amtssitz angeordnet. Manuel Neuer trägt im deutschen Tor erneut seine Regenbogen-Kapitänsbinde.

Aggressivität war zunächst trotz erhitzter Diskussionen im Vorfeld kaum zu bemerken. "Es gab vereinzelte Pyrotechnik-Vorfälle, es wurden Rauchtöpfe gezündet", sagte der Polizeisprecher. Größere Probleme mit den ungarischen Problemfans, die gegen 19.15 Uhr das Stadion erreicht hatten, seien ihm trotz Provokationen bislang keine bekannt.

1500 Kräfte sind rund um das Spiel im Einsatz, die ungarischen Fans wurden direkt von der Bahn zum Auswärtsblock in der Nordkurve geführt. Ein Teil dieser Fans hatte vor dem Anpfiff dann im Block "Deutschland, Deutschland homosexuell gesungen.

EM 2021: Aktionsbündnisse verteilen tausende Regenbogen-Fähnchen

Mehrere kleinere Kundgebungen für Toleranz und gegen Homophobie waren angemeldet worden: am Rindermarkt, an der Sendlinger Straße und am Wittelsbacher Platz in der Innenstadt von München sowie an der Esplanade am Stadion. Mehrere Hundert Teilnehmer wurden dazu erwartet. Vor der Arena verteilten Aktionsbündnisse tausende Regenbogen-Fähnchen, die auch reißenden Absatz fanden.

Viele Fans kamen gleich in bunte Fahnen gewickelt, mit Regenbogen-Perücken, -Halsketten, -Stirnbändern oder -Umhängetaschen. Im weiteren Verlauf des Abends sollten viele Stadien in Deutschland bunt angeleuchtet werden, unter anderem in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Wolfsburg oder Köln. Auch ein Windrad in München in Arenanähe soll strahlen. Ordner trugen bunte Schweißbändchen am Arm. Viele Ungarn hingegen erschienen als furchteinflößender "schwarzer Block".

Die Stadt hatte bei der UEFA beantragt, die Arena als Protest gegen die Politik der rechtsnationalen Regierung Ungarns als Regenbogen erstrahlen zu assen. Die UEFA lehnte dies ab: Präsident Aleksander Ceferin sprach von einer "populistischen Aktion", für die sich der Verband nicht missbrauchen lasse.

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