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Fussball

DFB-Team: Joshua Kimmich spricht über Disput mit Leroy Sane und FC-Bayern-Coach Julian Nagelsmann

Joshua Kimmich sprach in der Medienrunde auch über seinen kleinen Disput mit Leroy Sane.
© getty

Der erste Teil der Vorbereitung des DFB-Teams auf die anstehende Europameisterschaft neigt sich dem Ende zu. Am Tag vor der Abreise aus Seefeld/Tirol stellte sich Mittelfeldspieler Joshua Kimmich in einer digitalen Medienrunde, an der auch SPOX und Goal teilnahmen, den Fragen der Journalisten.

Der Profi des FC Bayern kam dabei unter anderem auf seine kurze Diskussion mit Leroy Sane beim Testspiel gegen Dänemark (1:1) zu sprechen. "Hör auf zu jammern, Alter", hatte Kimmich infolge einer nicht befolgten taktischen Anweisung zu seinem Kollegen gesagt.

Herr Kimmich, im Training war in den vergangenen Tagen schon durchaus zu beobachten, dass Sie auf die Europameisterschaft brennen. Schießen Sie, wie bei dem kleinen Disput mit Leroy Sane im Spiel gegen Dänemark, manchmal etwas über das Ziel hinaus?

Joshua Kimmich: Ich habe das ehrlich gesagt gar nicht als Disput wahrgenommen. Das war eine Pressingsituation, bei der ich das Gefühl hatte: Da haben wir jetzt eine Chance, zu pressen. Leroy hat sich dann anders entschieden. Generell passieren solche Situationen auf dem Platz sehr, sehr oft. Ich bin eben der Meinung, dass wir in Sachen Kommunikation noch einen draufpacken können. Wir sind viele Jungs aus verschiedenen Vereinen, wir hatten bis letzte Woche lange nicht die Chance, mit dem kompletten Stamm zu trainieren. Generell ist es schon so, dass speziell Leroy für uns ein sehr besonderer Spieler ist. Er bringt unglaubliche Qualität mit und kann uns gerade in den großen und wichtigen Spielen tragen. Darauf hoffen wir auch. Wobei es für uns auch wichtig ist, dass wir als Team kompakt und gut miteinander arbeiten, viel miteinander kommunizieren. Da sehe ich jeden in der Verantwortung, auch mich.

Was rechnen Sie sich für die EM aus? Wer könnte sich neben den üblichen Verdächtigen wie Frankreich oder England noch als Favorit herauskristallisieren?

Kimmich: Schwierig zu sagen. Ich glaube, wir sind uns einig, dass wir das Potenzial dazu haben, um den Titel mitzuspielen. In den letzten Jahren ist es uns nicht immer gelungen, dieses Potenzial auf den Platz zu bringen. Potenzial allein ist am Ende des Tages nur Theorie. Wir hatten ja auch 2018 sehr viel Potenzial. Am Ende ist es wichtig, dass wir als Mannschaft noch enger zusammenrücken müssen und dann ist einiges möglich. Ich bin durchaus positiv.

Kimmich: "Ich habe mein Potenzial noch nicht ausgeschöpft"

Javi Martinez, Ihr langjähriger Mitspieler beim FC Bayern, bezeichnete Sie zuletzt als "besten Sechser der Welt". Wie gehen Sie mit diesem Lob um?

Kimmich: Es ist schön, so etwas zu hören - und ein Ansporn, zu beweisen, dass derjenige, der so etwas sagt, nicht ganz falsch liegt.

Sind Sie mit 26 bereits am Ende Ihrer Entwicklung angekommen - oder geht da noch was?

Kimmich: Ich glaube, dass ich schon noch ein paar Schritte in meiner Entwicklung gehen kann. Ich freue mich jetzt dann auch beim FC Bayern natürlich auf den neuen Trainer, da lernt man nämlich wieder etwas Neues - wobei ich in meinen sechs Jahren beim FC Bayern sehr viele Trainer hatte und das ja eigentlich nicht das Ziel des FC Bayern sein sollte. Mit der Vertragsunterschrift des neuen Trainers hoffe ich, dass es ein bisschen langfristiger angelegt ist und ich noch weitere Schritte in meiner Entwicklung gehen kann. Ich habe mein Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Da ist noch einiges möglich.

Kimmich: Weltfußballer? "Als Mannschaft erfolgreich sein"

Kann Julian Nagelsmann Sie zum Weltfußballer formen?

Kimmich: Ich bin nicht der Typ Fußballer, der auf den Platz geht und sagt: "Das ist mein großes Ziel." Für mich steht im Vordergrund, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Speziell mit der Nationalmannschaft haben wir viel vor. Ich konnte letztes Jahr mit Bayern die Champions League gewinnen, aber mit der Nationalmannschaft habe ich bis auf den Confed Cup noch keine großen Titel gewonnen. Und das ist jetzt das ganz große Ziel.

Hilft es, Mentalitätsspieler wie Robin Gosens dabei zu haben?

Kimmich: In Robin steckt eine gute Mentalität, das stimmt. Er gibt im Training und im Spiel immer Vollgas und haut alles rein, was er hat. Das tut uns gut. Wir brauchen Jungs, die heiß sind und auch den Mitspielern helfen, kommunizieren und alles fürs Team geben.

Kommen wir abschließend noch auf die U21 zu sprechen, die das EM-Finale erreicht hat. Wie bewerten Sie die Leistungen?

Kimmich: Das Halbfinale gegen die Holländer habe ich ehrlicherweise nur nebenbei verfolgt, weil wir da eine Art Mannschaftsabend hatten. Generell muss man sagen: Die U21 spielt bei der EM seit Jahren eine sehr gute Rolle. Das freut uns auch ungemein. Wir drücken den Jungs die Daumen, dass sie das Ding holen und hoffen, dass in den nächsten Jahren der eine oder andere von den Jungs zu uns dazukommt.

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