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Fussball

BVB-Thesen zum Sieg beim FC Sevilla: Jude Bellingham der beste Teenager der Welt - Defensive auf Hummels angewiesen

Von Tim Ursinus

Die Generalprobe für das Topspiel gegen den FC Bayern ist gelungen: Der BVB hat in der Champions League mit 4:1 beim FC Sevilla gewonnen. Während die Defensive erneut Schwächen zeigte und ein Mittelfeldspieler sich ernsthafte Gedanken über seine Zukunft machen muss, setzte Jude Bellingham ein Ausrufezeichen. In der Stürmer-Debatte kann es zudem nur noch eine Antwort geben. Vier Thesen zu Dortmunds Sieg.

 

BVB: Die Defensive ist auf Mats Hummels angewiesen

Durch den 4:1-Sieg hat der BVB einen wichtigen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht und den direkten Konkurrenten aus Sevilla deutlich auf Abstand gehalten (fünf Punkte Vorsprung). Drei Tore besser als die Gastgeber war Dortmund allerdings nicht. So war es nach dem Spiel auch nicht überraschend, dass sich Trainer Edin Terzic erklären musste.

"Es war auch nicht alles gut heute", bilanzierte er und sprach die 2:3-Niederlage in Köln am Wochenende von sich aus an: "Wir vergessen nicht, was am Samstag passiert ist." Dort hatte Dortmund sogar zwei Treffer kurz nach der Halbzeit kassiert. Anders als bei der dritten Bundesliga-Pleite der Saison ließ die Borussia gegen Sevilla aber auch schon vor der Pause trotz der frühen Führung (6.) reichlich Chancen zu. "Es hätte auch anders enden können", merkte Julian Brandt an.

Das lag allen voran daran, dass sich er BVB nach dem 1:0 unnötig tief fallen ließ und an der abermals schlecht organisierten Abwehr um das neu formierte Innenverteidiger-Duo Niklas Süle und Nico Schlotterbeck. Weiterhin fehlt es bei den beiden Neuzugängen an der Abstimmung, der Ausfall von Mats Hummel überwog einmal mehr.

Über weite Strecken des Spiels lieferten sich Sevilla und der BVB einen offenen Schlagabtausch, am Ende hatten die Anadalusier mit 20 Abschlüssen sogar einen mehr als das Terzic-Team auf dem Konto. Keeper Alexander Meyer wurde zu mehreren Glanzparaden gezwungen. Keine Neuheit: Hummels' Fehlen hatte sich in der Bundesliga schon dreimal deutlich bermerkbar gemacht.

Bei den Pleiten gegen Köln und RB Leipzig (0:3) kam der 33-Jährige gar nicht zum Einsatz - das hatte jeweils drei Gegentore zur Folge. Und auch bei der dritten Niederlage (2:3 gegen Werder Bremen) war auf der Gegnerseite eine Drei zu lesen. Hummels begann zwar, wurde aber in der 62. Minute angeschlagen ausgewechselt. Die drei Gegentore kassierte der BVB in den Schlussminuten.

Hummels, einer von vielen in Dortmunds Lazarett, fehlte zuletzt mit einer Erkältung. Gegen den FC Bayern am Samstag wird seine Rückkehr in den Kader erwartet - angesichts der Zahlen wird Terzic zu Beginn kaum auf seinen mit Abstand konstantesten Innenverteidger verzichten.

BVB: Youssoufa Moukoko muss gegen Bayern spielen

Seit Wochen muss sich Terzic mit der Frage nach dem Stürmer Nummer eins herumschlagen. Nach dem Spiel gegen Sevilla dürfte diese Frage vorerst geklärt sein: An Youssoufa Moukoko führt kein Weg vorbei. Zumal Anthony Modeste, bis auf sein einziges Tor gegen Hertha BSC, noch überhaupt kein Faktor im BVB-Trikot ist.

Moukoko erzielte in Sevilla zwar kein Tor, war aber deutlich besser eingebunden in das Spiel als zuletzt Modeste. Vor dem 3:0 zeigte er seine Klasse am Ball, das 4:1 bereitete der 17-Jährige clever vor. Auch wenn er mit 22 Ballaktionen die wenigsten aus der Startelf hatte, schöpfte er aus diesen nahezu das Maximum aus. Er brachte acht seiner neun Pässe an den Mann, kreierte zwei Chancen (darunter eine Großchance) und schloss viermal selbst ab.

Von Terzic gab es anschließend das verdiente Sonderlob: "Er war von Anfang an da. Was mir richtig gut gefallen hat, auch wenn er nicht getroffen hat, war, dass er an sehr vielen Offensivaktionen beteiligt war. Er hat sich immer wieder in den Gegner reingestemmt". Zudem habe er den Ball für seine Mitspieler "herausragend" festgemacht, obwohl dies "nicht seine Paradedisziplin" sei.

Daran habe das Trainerteam "sehr viel mit ihm gearbeitet, auch in der Nationalmannschaft mit der U21 ist das immer wieder ein Thema", ergänzte der BVB-Coach. Schließlich sei das Talent "nicht der größte Stürmer". Mit einer Körpergröße von 1,79 Metern ist Moukoko ein gutes Stück kleiner als Modeste (1,88 m) und der an Hodenkrebs erkrankte Sébastien Haller (1,91 m).

Dennoch muss sich Moukoko die Anmerkung gefallen lassen, dass es bei seiner Effizienz vor dem Tor noch deutlich Luft nach oben gibt. Zu viele aussichtsreiche Chancen ließ er in der Vergangenheit, so auch gegen Sevilla, liegen. Seine bisherige Ausbeute von zwei Saisontoren kann er aber freilich nur bemerkbar ausbauen, wenn er häufiger von Beginn an spielt - und gegen die Bayern spricht kaum etwas gegen seinen vierten Startelf-Einsatz in dieser Spielzeit.

BVB in der Champions League: Die Tabelle

PlatzTeamSpieleToreDiff.Punkte
1Manchester City311:1109
2Borussia Dortmund38:356
3FC Sevilla31:8-71
4FC Kopenhagen30:8-81
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