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Fussball

Power Ranking zum irren Transfersommer - mit dem Wissen von heute: Dieser Klub hat am besten verhandelt

SPOX hat ein Power Ranking zum irren Transfersommer aufgestellt.
© getty

Noch völlig benebelt von einem in jeder Beziehung wahnwitzigen Deadline Day kürten wir am 1.9.2021 widerwillig, aber aus vollster Überzeugung PSG zum europäischen Transfermeister. Eine Hinrunde später ist wieder mal klar: Es ist nicht alles Gold, was ordentlich bling-bling macht. Welcher Top-Klub hat mit dem Wissen von heute letzten Sommer am besten verhandelt? Das Power Ranking.

Platz 13 (war 13.): FC Barcelona

  • Zugänge im Sommer: Emerson Royal (RV, 14 Millionen Euro Ablöse an Real Betis Sevilla - 3 Spiele, 0 Tore), Memphis Depay (MS, ablösefrei von Olympique Lyon - 21 Spiele, 8 Tore), Sergio Aguero (MS, ablösefrei von Manchester City - 5 Spiele, 1 Tor), Eric Garcia (IV, ablösefrei von Manchester City - 16 Spiele, 0 Tore), Luuk de Jong (MS, ausgeliehen von FC Sevilla - 11 Spiele, 1 Tor), Yusuf Demir (RA, ausgeliehen von Rapid Wien - 9 Spiele, 0 Tore)

  • Abgänge im Sommer: Emerson Royal (RV, 25 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur), Junior Firpo (LV, 14 Millionen Euro zu Leeds United), Jean-Clare Todibo (IV, 8,5 Millionen Euro zu OGC Nizza), Carkes Alena (ZM, 5 Millionen Euro zu FC Getafe), Juan Miranda (LV, ablösefrei zu Real Betis Sevilla), Lionel Messi (Messi, ablösefrei zu PSG), Matheus Fernandes (DM; ablösefrei an Palmeiras), Monchu (ZM, ablösefrei an FC Granada), Antoine Griezmann (MS, verliehen an Atletico Madrid), Francisco Trincao (RA, verliehen an Wolverhampton), Rey Manaj (MS, verliehen an Spezia Calcio). - Aufgeführt werden lediglich Leihen von potentiellen Kaderspielern. Leihen von Talenten, um diesen Spielpraxis zu verschaffen, sind hier nicht berücksichtigt.

Spätestens, als Barca Luuk de Jong für den zu PSG abgewanderten Lionel Messi verpflichtete, sollte auch jedem Hinterdemmondbewohner klar geworden sein, dass Barca meteoritengroße Probleme hat.

Letztlich kam es dann noch schlimmer: Memphis Depay begann leidlich ok, verletzte sich aber am Knie. Sergio Aguero war eigentlich ohnehin nur gekommen, um mit seinem Kumpel Lionel Messi zu spielen, musste dann plötzlich ohne Messi den Hoffnungsträger geben, bekam Herzprobleme und beendete unter Tränen seine Karriere. Yusuf Demirs Leihe könnte sogar im Winter schon wieder beendet werden, weil Barca sich angeblich die Kosten für die nach dem nächsten Einsatz fällige Kaufverpflichtung sparen möchte.

Immerhin ist Rückkehrer Dani Alves ab 1. Januar spielberechtigt. Ob der 38-Jährige - Vereinslegende hin, Titelsammler her - wirklich zum Hoffnungsträger taugt? Oder muss Barca wirklich auch noch Alexis Sanchez zurückholen? Laut ESPN würde Inter Mailand dem Chilenen keine Steine in den Weg legen, was angesichts von Sanchez eher überschaubaren Leistungsdaten jetzt nicht wahnsinnig überrascht. Allerdings behauptet ESPN auch, dass Inter im Gegenzug gerne Luuk de Jong haben würde. Man muss nicht Carlo Ancelotti sein, um da die Kontrolle über eine Augenbraue zu verlieren.

Platz 12 (war 12.): Juventus

  • Zugänge im Sommer: Weston McKennie (ZM, 20,5 Millionen Euro von FC Schalke - war bereits ausgeliehen - 17 Spiele, 2 Tore), Moise Kean (MS, ausgeliehen von FC Everton - 17 Spiele, 3 Tore), Mohamed Ihattaren (OM, 2 Millionen Euro von PSV Eindhoven - an Sampdoria Genua verliehen), Kaio Jorge (MS, 1,5 Millionen Euro von FC Santos - 8 Spiele, 0 Tore), Manuel Locatelli (DM, ausgeliehen von US Sassuolo - 23 Spiele, 2 Tore),
  • Abgänge im Sommer: Christian Romero (IV, 16 Millionen Euro zu Atalanta Bergamo), Cristiano Ronaldo (CR7, 15 Millionen Euro zu Manchester United), Merih Demiral (IV, verliehen an Atalanta Bergamo), Gigi Buffon (TW, ablösefrei zu Parma Calcio).

Für Juve war es bisher die erwartet holprige Saison nach einem Transfersommer zum Vergessen. Weston McKennie hätte die Vecchia Signora eher nicht fest verpflichtet, wenn sie vorher nicht eine Kaufpflicht ausgehandelt hätte mit Schalke; Leeds United soll für Januar interessiert sein.

Moise Kean stagniert auch nach seiner Rückkehr weiter, Kaio Jorge ist zu jung und zu unerfahren und Mohamed Ihattaren, ohnehin sofort weiterverliehen an Sampdoria, muss sich erst mal entscheiden, überhaupt wieder seine Füße auf italienischen Boden zu setzen.

Nur Europameister Manuel Locatelli gilt von allen zentralen Juve-Mittelfeldspielern als gesetzt und unverkäuflich im Winter. Was noch mehr an der Form seiner Konkurrenten liegt als an Locatellis stabil-soliden Leistungen.

Platz sieben belegt Juve in der Serie A vor Weihnachten. Das entspricht den Leistungen und momentan deutet wenig auf eine signifikante Steigerung hin.

Platz 11 (war 5.): RB Leipzig

  • Zugänge im Sommer: Andre Silva (MS, 23 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt - 25 Spiele, 8 Tore), Josko Gvardiol (IV, 19 Millionen von Dinamo Zagreb - 23 Spiele, 1 Tor), Angelino (LV, 18 Millionen Euro von Manchester City - war bereits ausgeliehen - 21 Spiele, 0 Tore), Ilaix Moriba (ZM, 16 Millionen von FC Barcelona B - 6 Spiele, 0 Tore), Mohamed Simakan (IV, 15 Millionen Euro von Racing Straßburg - 21 Spiele, 0 Tore), Benjamin Henrichs (IV, 15 Millionen Euro von AS Monaco, war bereits ausgeliehen - 14 Spiele, 1 Tor), Caden Clark (OM, 1,8 Millionen Euro von Red Bulls New York - bis 31.12.2021 weiter nach New York verliehen), Brian Brobbey (MS, ablösefrei von Ajax Amsterdam II - 14 Spiele, 0 Tore).
  • Abgänge im Sommer: Dayot Upamecano (IV, 42,5 Millionen Euro zum FC Bayern München), Ibrahim Konate (40 Millionen Euro zum FC Liverpool), Marcel Sabitzer, ZM, 15 Millionen Euro zum FC Bayern München), Hannes Wolf (OM, 9,5 Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach - war bereits ausgeliehen), Lazar Samardzic (OM, 3 Millionen Euro zu Udinese Calcio), Alexander Sörloth (MS, verliehen an Real Sociedad), Hee-Chan Hwang (MS, verliehen an Wolverhampton), Ademola Lookman (LA, verliehen an Leicester City),

Josko Gvardiol könnte der beste Leipziger Neuzugang seit Jahren sein, der 19-Jährige ist ein absoluter Lichtblick in der ansonsten nicht gerade glänzenden RB-Abwehr. Doch ein Gvardiol allein ist ein bisschen wenig, wenn man wie RB Leipzig eigentlich sogar noch mehr will, als Bayernjäger Nummer 1 zu sein.

Die kurze Amtszeit von Trainer Jesse Marsch brachte immerhin die Erkenntnis, dass die Sozialisierung im Red-Bull-Kosmos (und der Erfolg mit der Salzburger Filiale) eben nicht automatisch bedeutet, dass ein Trainer zur Mannschaft passt. Oder hat sich RB Leipzig unter Nagelsmann nicht nur dem Namen nach nachhaltiger vom Red-Bull-Kosmos emanzipiert?

Wie auch immer: Domenico Tedesco muss nicht nur die Saison retten, sondern auch zeigen, dass die Verpflichtung Gvardiols mehr war als ein zufälliger Glücksgriff seiner Chefs.

Platz 10. (war 3.): Atletico Madrid

  • Zugänge im Sommer: Rodrigo de Paul (ZM, 35 Millionen Euro von Udinese Calcio - 22 Spiele, 1 Tor), Matheus Cunha (OM, 30 Millionen Euro von Hertha BSC - 16 Spiele, 3 Tore), Marcos Paulo (LA, ablösefrei von Fluminense - verliehen an Famalicao), Benjamin Lecomte (TW, ausgeliehen von AS Monaco - 0 Spiele, 0 Tore), Antoine Griezmann (MS, ausgeliehen vom FC Barcelona - 18 Spiele, 7 Tore)

  • Abgänge im Sommer: Nicolas Ibanez (MS, 3 Millionen Euro an CF Pachuca), Saul Niguez (ZM, verliehen an den FC Chelsea).

Sagen wir es so: An den Neuzugängen hat es nicht unbedingt gelegen, dass Atletico nach der Meistersaison irgendwie nicht richtig in Tritt kommt und Real schon 14 Punkte zwischen sich und den Lokalrivalen schieben konnte.

Jedoch haben weder Rückkehrer Griezmann, noch Hertha-Zugang Matheus Cunha sonderlich viel dafür getan, die Atleti-Bilanz aufzuhübschen. Mit Platz 3 hatte ich am 1. September jedenfalls ein ähnlich gutes Näschen wie Diego Simeone mit seinen Versuchen, seiner Mannschaft taktische Variabilität beizubringen. Verlor Atleti letztes Wochenende mit Simeones Signature-Grundordnung 4-4-2 das Derby gegen Real, spielte das Team nun gegen dem FC Sevilla in einem 3-1-4-2. Und verlor 1:2.

Platz 9 (war 9.): BVB

  • Zugänge im Sommer: Donyell Malen (MS, 30 Millionen Euro von der PSV Eindhoven - 24 Spiele, 6 Tore), Gregor Kobel (TW, 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart - 24 Spiele, 0 Tore), Soumaila Coulibaly (IV, ablösefrei von PSG - 0 Spiele, 0 Tore), Abdoulaye Kamara (ZM, ablösefrei von PSG - 0 Spiele, 0 Tore), Marin Pongracic (IV, ausgeliehen vom VfL Wolfsburg - 15 Spiele, 0 Tore).

  • Abgänge im Sommer: Jadon Sancho (RF, 85 Millionen Euro zu Manchester United), Leonardo Balerdi (IV, 15 Millionen zu Olympique Marseille), Thomas Delaney (ZM, 6 Millionen Euro zum FC Sevilla), Jeremy Toljan (RV, 3,5 Millionen Euro zu US Sassuolo), Sergio Gomes (LV, 2,25 Millionen Euro zu RSC Anderlecht), Lukasz Piszczek (RV, ablösefrei zu Goczalkowice).

Auch wenn der BVB mit Gregor Kobel endlich wieder einen Top-Keeper hat und Donyell Malen sich zum Ende hin steigerte: Der BVB hätte im Sommer deutlich mehr machen und deutlich besser handeln müssen, um mit dem neuen Trainer Marco Rose durchzustarten.

Positiv ist zwar, dass die Mannschaft unter Rose schon ein paar dreckige Siege eingefahren hat, allerdings können diese hässlichen Punktgewinne auch nicht die insgesamt schon neun Niederlagen kompensieren - vom angesichts der Gruppe beinahe blamablen Aus in der Champions League ganz zu schweigen.

Platz 8 (war 4.): FC Chelsea

  • Zugänge im Sommer: Romelu Lukaku (MS, 115 Millionen Euro von Inter Mailand - 16 Spiele, 5 Tore), Saul (ZM, ausgeliehen von Atletico Madrid, 10 Spiele, 0 Tore), Marcus Bettinelli (TW, ablösefrei vom FC Fulham - 0 Spiele, 0 Tore).
  • Abgänge im Sommer: Tammy Abraham (MS, 40 Millionen Euro Ablöse zu AS Rom), Kurt Zouma IV, 35 Millionen Euro zu West Ham United), Fikayo Tomori (29 Millionen Euro zu AC Milan), Davide Zappacosta (RV, 9 Millionen Euro zu Atalanta Bergamo), Victor Moses (RM, 5 Millionen Euro zu Spartak Moskau), Tiemoue Bakayoko (DM, verliehen an AC Milan), Olivier Giroud (MS, 1 Million Euro zu AC Milan).

Zugegeben, Romelu Lukaku war zwischenzeitlich verletzt und erkrankte jetzt auch noch am Coronavirus. Aber: die 115 Millionen Euro, die Chelsea für den Stürmer an Inter Mailand bezahlte, haben sich bis jetzt nicht wirklich ausgezahlt. Timo Werner hat mit 130 Spielminuten weniger genauso viele (oder wenige) Tore wie der Belgier erzielt, nämlich fünf. Top-Torjäger bei Chelsea ist mit sieben Treffern übrigens Mittelfeldmann Mason Mount.

Und was Chelsea sich mit der Leihe von Saul Niguez gedacht hat, erschließt sich auch heute nicht mehr als am 1. September.

Platz 7 (war 2.): Manchester United

  • Zugänge im Sommer: Jadon Sancho (RA, 85 Millionen Euro vom BVB - 19 Spiele, 2 Tore), Raphael Varane (IV, 40 Millionen Euro von Real Madrid - 9 Spiele, 0 Tore), Cristiano Ronaldo (MS, 15 Millionen Euro von Juventus - 18 Spiele, 13 Tore), Tom Heaton (TW, ablösefrei von Aston Villa - 1 Spiel, 0 Tore).

  • Abgänge im Sommer: Daniel James (LA, 19 Millionen Euro zu Leeds United), Joel Pereira (TW, ablösefrei zu RKC Waalwijk), Tahtih Chong (RA, verliehen an Birmingham City), Sergio Romero (TW, Vertrag ausgelaufen), Andreas Pereira (OM, verliehen an Flamengo), Axel Tanzebe (IV, verliehen an Aston Villa)

Cataldo, 1.9.2021: "Der Identitätstransfer hebt United wieder in andere Sphären, der sportlich wertvollste Transfer dürfte aber Jadon Sancho bleiben. Und Raphael Varane ist auch ein absolut sinnhafter Zugang."

Jaja, Identitätstransfer: Unter Ole Gunnar Solskjaer war United nichts ohne CR7, ohne den Hyperstar wäre United längst aus der Champions League ausgeschieden und Ralf Rangnick würde einen richtigen Krisenklub trainieren. Dass sich Varane früh verletzte, kann man den Kaderplanern nicht vorwerfen, dass Sancho noch Zeit braucht, um den Erwartungen gerecht zu werden, kann bei einem so jungen Spieler immer passieren.

Es bleibt aber dabei: Mit diesem Kader müsste ManUnited um Titel mitspielen.

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