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Fussball

FC Bayern und die Stürmer-Suche: Harry Kane, Cody Gakpo, Joao Felix, Niclas Füllkrug oder Marcus Thuram?

Von Constantin Eckner

Trotz der jüngsten Gala-Auftritte von Eric Maxim Choupo-Moting sollten die Bayern über kurz oder lang auf dem Transfermarkt aktiv werden und einen neuen Stürmer an Land ziehen. Hier sind ein paar Kandidaten für den Krösus der Bundesliga.

In wenigen Tagen gehen die in München verbliebenen Spieler in die Weihnachtspause, bevor es am 3. Januar mit dem Training beim Rekordmeister weitergeht. Hinter den Türen an der Säbener Straße wird derweil an den Transferplanungen geschraubt.

Nicht nur muss der FC Bayern weiter darüber nachdenken, ob auf langwierige Verletzungen wie im Fall von Lucas Hernández reagiert wird, sondern die Stürmerfrage wird die Verantwortlichen rund um Hasan Salihamidžić und Oliver Kahn beschäftigen.

Verhandlungen über eine mögliche Vertragsverlängerung mit Eric Maxim Choupo-Moting, der elf Treffer in 16 Pflichtspielen für Bayern in dieser Saison erzielt hat, werden aufgenommen. Allerdings stellt der 33-Jährige bei allem Respekt vor seinen jüngsten Leistungen keine langfristige Lösung dar.

Aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf mögliche Kandidaten, die entweder im Januar oder aber dann nach Saisonende zum FC Bayern stoßen könnten.

Harry Kane zum FC Bayern? Mr. Reliable aus London

Harry Kane führt die englische Nationalmannschaft momentan durch die K.o.-Phase der WM und verschwendet angesichts des Viertelfinalgegners Frankreich aktuell wohl wenig Gedanken an seine Zukunft im Klubfußball. Der 29-Jährige wurde bereits des Öfteren mit den Münchenern in Verbindung gebracht - und das hat auch seine Gründe. Kane ist ein verlässlicher Torschütze und ganz generell ein verlässlicher Performer. In den vergangenen Jahren hatte der Angreifer von Tottenham Hotspur selten Phasen, in denen er über mehr als zwei, drei Wochen hinweg enttäuschte.

Darüber hinaus hat Kane bereits viel Erfahrung auf den größten Bühnen des Fußballs, sprich in Champions-League- und EM-Endspielen, gesammelt. Allein vom Format her würde er perfekt zu den Bayern passen. Aber auch spielerisch wäre Kane eine 1A-Lösung, denn er ist eben nicht nur Torjäger, sondern auch ein mitspielender Angreifer, der sich mit cleverem Positionsspiel ins Mittelfeld fallen lässt und dort an der Passzirkulation teilnehmen kann. So entstehen im besten Fall Räume für diagonal einlaufende Offensivkräfte, wie sie auch die Bayern mit Serge Gnabry und Sadio Mané haben.

Kanes Vertrag bei den Spurs läuft noch bis 2024, aber ein Wechsel im Sommer könnte gewiss die Zahlung einer Ablösesumme im hohen zweistelligen, wenn nicht sogar niedrigen dreistelligen Millionenbereich voraussetzen.

FC Bayern und Cody Gakpo: Der WM-Hype aus Eindhoven

Cody Gakpo betreibt nicht nur bei seinem Klub Eindhoven (36 Scorerpunkte in 33 Spielen), sondern auch in Katar gerade mächtig Eigenwerbung und spielt sich entsprechend auf die Wunschliste vieler namhafter Klubs. Das war bereits im Sommer so. Ein Wechsel zu Manchester United platzte jedoch. "Ich dachte eigentlich, dass ich zu Manchester United wechseln würde", offenbarte er gegenüber der Times.

Auch die Bayern könnten nun am jungen Niederländer Gefallen finden, denn ein Wechsel von PSV zu einem anderen Verein im kommenden Sommer sollte vergleichsweise preiswert vonstattengehen. Allerdings bliebe die Frage, inwieweit Gakpo wirklich ins Profil, nach welchem der Rekordmeister fahndet, passen würde.

Gakpo ist eigentlich Flügelstürmer, hat aber in der jüngeren Vergangenheit sowohl in Klub als auch Nationalteam als zentraler Angreifer überzeugt. Er kann vor allem dann glänzen, wenn er das Spiel vor sich hat und ein wenig Tempo aufnimmt. Gakpo ist kein ballhaltender oder -verteilender Stürmer, aber an diesen Elementen könnte er noch arbeiten, sofern er denn die Rolle als Mittelstürmer wirklich annimmt.

Denn bislang scheut sich Gakpo noch ein wenig davor. Mit ihm hätten die Bayern wohl eher eine weitere Offensivkraft, die eigentlich lieber über außen kommt, als in der Mitte positioniert zu sein. Das spricht gegen ernsthafte Transferbemühungen.

Marcus Thuram zum FC Bayern? Die Bundesliga-Lösung

Bereits im Winter, aber spätestens im Sommer könnte die Personalie Marcus Thuram interessant werden. Der Vertrag des Franzosen mit Borussia Mönchenglabdach endet im Juni, eine weitere Zusammenarbeit scheint unwahrscheinlich. Selbstverständlich hat der FC Bayern den französischen WM-Teilnehmer im Auge, wobei sich ähnlich wie bei Gakpo die Frage stellt, ob Thuram am besten im offensiven Zentrum funktioniert und dort auch gerne spielen möchte.

Von Fohlen-Trainer Daniel Farke wird er häufig zentral eingesetzt und kann dort auch seine Physis sowohl am Boden als auch in der Luft einbringen. Thuram mag es, wenn er etwas Freiraum hinter der gegnerischen Abwehrkette vorfindet und diesen entsprechend mit Tempo ausnutzen kann. Bei den Bayern wird es allerdings seltener als bei Gladbach der Fall sein.

Also müsste auch Thuram sein Spiel ein Stück weit umstellen und der ballbesitzlastigen Spielweise der Bayern anpassen. Das Potenzial dazu hätte er und aufgrund seiner Dynamik könnten sich auch gute Synergien mit Serge Gnabry, Leroy Sané und Co. ergeben. Allein schon wegen des relativ niedrigen Risikos dieses Transfers spielt Thuram eine Rolle in den Überlegungen der Bayern-Oberen.

Joao Felix und die Bayern: Die Luxus-Variante

Maximal Außenseiterchancen hätte hingegen eine Verpflichtung von João Félix von Atlético Madrid. Der Portugiese, der 2019 für fast 130 Millionen Euro zu den Colchoneros wechselte, konnte sich nie vollends etablieren und eine gewichtige Rolle für Atlético spielen. Wechselgerüchte halten sich hartnäckig und es würde nicht überraschen, sollte Félix bald auf dem Transfermarkt verfügbar sein - vielleicht sogar schon im Januar, wie lokale Medien berichten.

Berater Jorge Mendes möchte gewiss, dass sein 23-jähriger Klient endlich wieder im großen Rampenlicht glänzt. Bayern würde sicherlich die notwendige Bühne - zumindest in Champions-League-Auftritten - bieten, aber passt Félix überhaupt zum Rekordmeister?

An sich ist der beidfüßige Techniker kein klassischer Mittelstürmer, sondern gemacht für die Rolle als hängende Spitze, die Bälle von einem Wandspieler aufnehmen und mit Drang nach vorn bringen kann. Bei den Bayern würde Félix wohl im schlimmsten Fall mit Jamal Musiala ins Gehege kommen und die beiden könnten sich Räume gegenseitig wegnehmen. In jedem Fall bräuchte Félix immer noch einen Mittelstürmer für sich, wodurch Bayern das eigentliche Problem nicht gelöst hätte. Angesichts des Preises wirkt ein Engagement von Félix in München unrealistisch.

Bayern-Gerüchte um Füllkrug: Die Wildcard aus Bremen

Das genaue Gegenteil zum hochpreisigen Frühentwickler von Atlético ist ein vergleichsweise "billiger" Spätentwickler wie Niclas Füllkrug. Der 29-Jährige genießt nicht zuletzt aufgrund seiner Auftritte bei der WM eine für ihn ungewohnte Popularität. Seine Kopfball- und Abschlussstärke sprechen für ihn. Selbst sein Passspiel ist besser als dessen Ruf, wobei Füllkrug trotzdem nicht das Niveau der meisten Bayern-Spieler hat. Die Münchener selbst haben es in der Vergangenheit immer wieder mit Außenseiterkandidaten versucht - Choupo-Moting ist das jüngste Beispiel.

Ob allerdings Füllkrug wirklich beim FC Bayern seine volle Stärke entwickeln würde, bleibt fraglich. Er müsste in engeren Räumen agieren, als dies bei Werder Bremen der Fall ist, denn die Norddeutschen versuchen häufig bewusst viel Freifläche um Füllkrug und dessen Partner Marvin Ducksch zu erzeugen und mit weiträumigen Pässen das Pärchen anzuspielen. Den Bremern wird es allerdings auch erlaubt, diese Räume überhaupt vorzufinden, weil sich die wenigsten Gegner in Duellen mit Werder an den eigenen Strafraum zurückziehen.

Trotzdem sollten die Bayern angesichts Füllkrugs Auftritte bei der WM einen genaueren Blick auf den Nationalspieler werfen. Sollte dieser bereits im Januar verfügbar sein, könnte es zumindest eine fruchtbare Zusammenarbeit über sechs Monate werden.

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