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Fussball

FC Bayern - Joshua Kimmichs Impf-Verzicht aus vier Perspektiven

Von Maximilian Lotz/Oliver Maywurm
Joshua Kimmich hat aufgrund persönlicher Bedenken bislang auf eine Corona-Impfung verzichtet.

 

3. Kimmichs Impf-Verzicht: Die Auswirkungen auf den FC Bayern

Die erste Auswirkung auf den FC Bayern betrifft logischerweise Kimmich selbst. Denn dessen Risiko, sich mit Corona zu infizieren, ist ungeimpft natürlich deutlich höher. Sollte es zu einer Infektion kommen, müsste der Mittelfeldmotor 14 Tage lang in Quarantäne und fiele für diesen Zeitraum sicher aus.

Da ohne Impfung auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Kimmich bei einer Infektion Symptome verspüren und körperlich damit stärker geschwächt würde, besteht gleichzeitig eine erhöhte Gefahr, den Bayern über die Quarantäne hinaus zu fehlen. Denn sollte eine COVID-19-Erkrankung ihn körperlich weit zurückwerfen, hätte er auch einen beträchtlicheren Trainingsrückstand aufzuholen.

Insbesondere dann, wenn Kimmich sich in der entscheidenden Saisonphase im Frühjahr kommenden Jahres infizieren sollte, wäre das für den FC Bayern eine kaum zu bemessene sportliche Schwächung. Der 26-Jährige ist gemeinsam mit Torjäger Robert Lewandowski wohl der fußballerisch wichtigste Feldspieler beim Rekordmeister. Seine Rolle ist zentral für die Statik des Bayern-Spiels. Eine Sprengung der aktuell vielleicht besten Doppelsechs Europas mit Kimmich und Leon Goretzka hätte gewiss negative Folgen. Und was die mentale Komponente und die Führungsqualitäten auf dem Platz angeht, ist Kimmich für den FCB wahrscheinlich sogar noch etwas bedeutender als Lewandowski.

Hinzu kommt, dass Kimmich mit seiner Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, auch die Gefahr erhöht, seine Teamkollegen anzustecken. Mainz 05 hatte zu Saisonbeginn zum Beispiel die Situation, dass elf Spieler ausfielen, weil sich drei Akteure mit Corona infiziert hatten und weitere acht deshalb in Quarantäne mussten. Für die Bayern wäre so etwas zum Beispiel vor einem K.o.-Spiel der Champions-League ein sportliches Worst-Case-Szenario.

FC Bayern: Kimmichs Impf-Skepsis sorgt für Unruhe

Nicht zu unterschätzen ist auch die Unruhe, die durch die öffentliche Debatte um Kimmichs Einstellung zur Impfung rund um den FC Bayern entsteht. Die ist momentan schon groß, schwelt vermutlich die komplette Saison lang weiter - und bei einer Infektion Kimmichs würde sie natürlich noch einmal verstärkt hochkochen und negative Schlagzeilen an die Säbener Straße projizieren, die nur sehr schwer auszublenden wären.

Und welche Auswirkung könnte sich in puncto Teamklima ergeben? Thomas Müller etwa gab am Samstag bei Sky zu bedenken: "Als Freund ist das eine absolut akzeptable Entscheidung. Das soll jeder für sich selbst entscheiden. Als Teamkollegen, wenn man auf das schaut, was für alle drum herum vielleicht besser wäre, ist zumindest die wissenschaftliche Meinung und auch meine Meinung, dass das Impfen besser wäre." Man müsse zwar "versuchen, das zu respektieren", führte Müller aus, betonte jedoch auch: "Es ist ein schmaler Grat, eine ethische oder eine moralische Diskussion."

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