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Fussball

FC Bayern - Joshua Kimmichs Impf-Verzicht aus vier Perspektiven

Von Maximilian Lotz/Oliver Maywurm
Joshua Kimmich hat aufgrund persönlicher Bedenken bislang auf eine Corona-Impfung verzichtet.

 

2. Kimmichs Impf-Verzicht: Die gesellschaftliche Dimension

Die aktuelle Situation in der Bundesliga ist auf den ersten Blick paradox: Während immer mehr Bundesligaklubs für Zuschauer die 2G-Regel einführen und damit nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion lassen, spielen auf dem Rasen weiterhin ungeimpfte Spieler.

Fußballer seien "am Ende nichts anderes als - wenn auch gut bezahlte - Beschäftigte", betonte Lauterbach im Sport1-Doppelpass. Allerdings gebe es "eine Lücke, die für den normalen Zuschauer schwer begreiflich ist", ergänzte Lauterbach mit Verweis auf den 2G-Nachweis für Zuschauer, "derjenige aber, der für das Entertainment zuständig ist, der also bei der Arbeit ist, der kann zu 2G nicht gezwungen werden".

In der NBA sorgte zuletzt Impfverweigerer Kyrie Irving für Schlagzeilen, der laut regionaler Verordnung in New York keine Heimspiele für seine Brooklyn Nets bestreiten darf. Die Nets stellten ihn folglich vom Trainings- und Spielbetrieb frei.

Ähnliches muss Kimmich allerdings nicht fürchten. Gemäß dem aktuellen DFL-Konzept für den "Sonderspielbetrieb im Profifußball" sind als vollständig geimpft und genesen eingestufte Personen von regelmäßigen Testungen ausgenommen. "Demgegenüber sind für nicht geimpfte Spieler*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen Tests auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 sowie weitergehende Hygienemaßnahmen unerlässlich", heißt es in dem Papier. Ungeimpfte Spieler müssen sich demnach zweimal pro Woche PCR-Tests unterziehen.

Bayern-Star Kimmich würde Tests "natürlich selbst zahlen"

Seit dem 11. Oktober sind diese PCR-Tests für Normalbürger kostenpflichtig. Je nachdem wie schnell das Ergebnis vorliegen soll, schwanken laut BR die Kosten beispielsweise in Testzentren am Münchner Flughafen zwischen 69 und 128 Euro. "Ich lasse mich alle zwei, drei Tage testen. Natürlich ist es jetzt so, dass es für viele schwierig ist, das zu bezahlen. In meinem Fall bezahlt das zum Glück noch der FC Bayern. Aber falls das nicht mehr so wäre, würde ich das natürlich selbst zahlen", erklärte Kimmich am Samstag bei Sky.

Lauterbach würde ein Umdenken Kimmichs bezüglich der Impf-Haltung befürworten. Eine Impfung Kimmichs wäre "wertvoll. Denn davon geht eine enorme Symbolwirkung aus für junge Leute, die epidemiologisch ein Problem darstellen", sagte Lauterbach.

Gemäß den Daten des Robert Koch-Instituts vom Freitag gelten nur 39,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen als vollständig geimpft, immerhin 44,9 Prozent dieser Altersgruppe haben immerhin eine Erstimpfung erhalten. Während bei den über 60-Jährigen 85 Prozent vollständig geimpft sind, ist die Quote bei den 18- bis 59-Jährigen mit 72,3 Prozent noch deutlich geringer.

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