Cookie-Einstellungen
Fussball

FC Bayern München: Michael Cuisance peilt Neustart an - Entscheidung liegt bei Julian Nagelsmann

Michael Cuisance (r.) hofft auf einen Neustart unter Julian Nagelsmann.
© getty

Der FC Bayern verlieh Michael Cuisance im vergangenen Sommer mit dem Ziel an Olympique Marseille, ihn ein Jahr später gewinnbringend abzugeben. Stattdessen erlebte der offensive Mittelfeldspieler eine enttäuschende Saison an der Cote d'Azur, der Ligue-1-Klub zog die 18 Millionen Euro schwere Kaufoption nicht. Wie geht es nun weiter?

"I'm back", schrieb Michael Cuisance zu einem Foto von sich im Training an der Säbener Straße, das er am Donnerstag auf seinem Instagram-Kanal postete. Die große Frage: Ist Cuisance zurück, um zu bleiben?

Möglich. Die Verantwortlichen des FC Bayern würden im Zuge der Corona-Krise zwar gerne Kasse mit dem 21-jährigen Franzosen machen, doch bislang gibt es nach Informationen von SPOX und Goal keine konkreten Gespräche mit anderen Klubs. Der Plan der Münchner mit dem offensiven Mittelfeldspieler: Er soll die komplette Vorbereitung unter Julian Nagelsmann absolvieren, danach liegt die Entscheidung beim neuen Trainer.

Der Spieler selbst peilt einen Neustart in München an, er will sich unter dem Nachfolger von Hansi Flick durchsetzen und für einen Platz im Kader empfehlen, der ihm mehr Spielminuten verschafft als in seiner ersten Saison an der Isar mit nur elf Einsätzen. Die ersten Eindrücke im Training? Positiv. Cuisance wirkt sehr motiviert, gerade in der für Medienvertreter zugänglichen ersten Einheit am Mittwoch forderte er immer wieder den Ball und fand gute Lösungen, die Nagelsmann mit viel Lob ("Sehr gut, Micka, weiter so") quittierte.

Cuisance mit Problemen bei Olympique Marseille

Gleichwohl gibt es auch Argumente, die einen Verbleib von Cuisance (Vertrag bis 2024) weniger sinnvoll für alle Beteiligten erscheinen lassen. Zum einen die auf seiner Position sehr hohe Konkurrenz mit Spielern wie Thomas Müller und Jamal Musiala. Zum anderen die immer wieder auftretende Kritik an der Einstellung des gebürtigen Straßburgers. Wie schon bei Borussia Mönchengladbach und in seiner ersten Saison in München machte er während seiner einjährigen Leihe bei Olympique Marseille eher selten als Teamplayer von sich reden - insbesondere im Spiel gegen den Ball.

"Er muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen", bemängelte im Februar etwa Marseilles Nachwuchskoordinator Nasser Larguet, der nach der Entlassung von Andre Villas-Boas zwischenzeitlich als Interimscoach der OM-Profis fungierte. Cuisance sei rein fußballerisch "in der Lage, erstaunliche Dinge zu leisten", aber: "Wir brauchen Spieler, die den Teamgeist fördern."

Eine ähnlichen Eindruck von dem Linksfuß verschaffte sich offensichtlich auch Larguets Nachfolger Jorge Sampaoli. Nach der Ankunft des argentinischen Trainers im März traf Cuisance zwar in zwei Spielen in Folge, kam insgesamt aber nur noch zu fünf Einsätzen (121 Minuten) für OM. Der Tiefpunkt: In den letzten beiden Saisonspielen gegen Angers und Metz stand er nicht einmal mehr im Kader. Diverse Berichte aus Frankreich, wonach Sampaoli ihn wegen egoistischen Verhaltens suspendiert haben soll, können SPOX und Goal jedoch nicht bestätigen. Vielmehr hatte Cuisance im Saisonendspurt mit Knöchelproblemen zu kämpfen.

FC Bayern: Nagelsmann schreibt Cuisance nicht ab

"Sampaoli hat am Ende der Saison mehrere Spieler nicht mehr nominiert, deren Verträge ausliefen", berichtet Stanislas Touchot, Reporter bei der französischen Nachrichtenagentur AFP in Marseille, im Gespräch mit SPOX und Goal. "Es kann schon sein, dass diese Spieler ihm nicht mehr fokussiert genug im Training waren, aber über grobe disziplinarische Verstöße von Cuisance ist nichts bekannt. Er war in erster Linie nicht fit."

Das Intermezzo des Offensiv-Talents an der Cote d'Azur sei jedoch insgesamt "enttäuschend" verlaufen, hält der Journalist fest: "Er kam nun einmal vom FC Bayern, dem Champions-League-Sieger. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen der Fans und Medien an ihn." Cuisance habe "ein, zwei Highlight-Spiele" gehabt, danach sei aber "nur noch wenig" gekommen. Auch aus Fitnessgründen? "Er schien physisch nie bei 100 Prozent zu sein, wirkte in Spielen auch schnell ausgelaugt", berichtet Touchot. "Und dann hat er Schritt für Schritt sein Selbstvertrauen verloren und von Woche zu Woche weniger gespielt."

Viel Arbeit also für Nagelsmann und seine Assistenten um den fließend Französisch sprechenden Dino Toppmöller, die Cuisance aber noch keineswegs abschreiben möchten. Toppmöller etwa nahm sich Cuisance im Training am Donnerstag bereits gute zehn Minuten für ein Einzelgespräch zur Seite. Die Message ist klar: Macht er bis zum Bundesliga-Start Mitte August positiv auf sich aufmerksam, erhöhen sich seine Chancen auf eine Zukunft in München.

Michael Cuisance: Seine Leistungsdaten als Profi

VereinZeitraumSpieleToreVorlagen
Borussia Mönchengladbach2017 - 201939 (1663 Minuten)-3
FC Bayern München2019 - 202011 (328 Minuten)11
Olympique Marseille2020 - 202130 (1288 Minuten)21
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung