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Fussball

Fabian Klos von Arminia Bielefeld im Interview: "Diese WhatsApp von mir war für den Trainer das beste Druckmittel auf mich"

Fabian Klos spielt seit 2011 bei Armina Bielefeld, er ist längst das Gesicht des Bundesliga-Aufsteigers und steht fast so sehr für die Stadt wie das Hermannsdenkmal.

Nach dem Aufstieg hatte man ein bisschen den Eindruck, dass Arminia Bielefeld mittlerweile sowas wie der Lieblingsklub der Fußball-Hipster ist, Leute wie Kevin Kühnert haben sich als Bielefeld-Fans offenbart. Ist es modern, Bielefeld zu mögen?

Klos: Ich denke, unsere Entwicklung hat den meisten Menschen mit Fußball-Sachverstand imponiert. Wir haben uns alle gegenseitig besser gemacht in den letzten Jahren und nicht für großes Geld von außen Spieler dazu geholt. So wie ich ganz persönlich mit Traditionsvereinen sympathisiere - dass ich seit 2011 ununterbrochen hier bin hat natürlich auch viel damit zu tun, dass ich hier bei einem Traditionsverein bin, mit dem ich mich identifizieren kann - so glaube ich, dass viele Fußballinteressierte unseren Weg ganz geil finden. Als es letzte Saison Richtung Aufstieg ging, hatte ich definitiv das Gefühl, dass wir nur positiv wahrgenommen wurden und dass sich auch Menschen, die sonst nicht so viel mit Arminia Bielefeld am Hut haben, gefreut haben, dass wir zurück in die Bundesliga können.

Mit dieser Entwicklung war von außen betrachtet ja wirklich nicht zu rechnen.

Klos: Von innen auch nicht. Wir sind nicht losgegangen und haben nicht versucht, uns den Aufstieg auf dem Transfermarkt zu erkaufen. Es wurde gezielt geschaut, welche Spieler und welche Charaktere uns weiterhelfen können. Vor allem Samir Arabis (Bielefelds Manager, die Red.) Job möchte ich definitiv nicht haben! Spieler von einem Verein zu überzeugen, ohne tief in die Tasche greifen zu können, das ist in der heutigen Zeit definitiv nicht einfach.

Fabian Klos: "Arminia war ein absoluter Chaosverein"

Als Sie 2011 nach Bielefeld kamen: Was war Arminia damals für ein Verein?

Klos: Ein absoluter Chaosverein, da muss man ehrlich sein. Die Jahre vorher herrschte hier einfach pures Chaos und auch in den ersten Jahren, als ich hier war, ging es ziemlich wild zu. Als ich ankam, gab es keinen Hauptsponsor und auch noch keine Lizenz für die Dritte Liga. Was die handelnden Personen in den letzten neun Jahren geschaffen haben ist beispiellos. Ebenso die Entwicklung, die der Verein genommen hat. Unsere Kurve ging aber natürlich auch nicht immer nur nach oben.

Sie sind zwischendurch wieder in die Dritte Liga abgestiegen...

Klos: Das macht einen Verein eigentlich nur sympathischer, wenn er wieder mal kurz vorm Tod ist und ihm doch noch von der Schippe springt. Aber die Situation damals war brutal. Da habe ich auch Druck gespürt. Ich habe mich extrem verantwortlich gefühlt für die Mitarbeiter und ihre Arbeitsplätze. Das war ja mit ein Punkt, wieso ich nach dem Abstieg geblieben bin. Wenn ich was verbocke, dann will ich auch dafür geradestehen und es wieder richten.

Sie haben mal gesagt, Sie glauben an Karmapunkte.

Klos: Das ist so und wird auch so bleiben. Wenn du Gutes gibst, wirst du auch Gutes zurückbekommen. Davon bin ich fest überzeugt. Wir sind jetzt sicherlich nicht nur aufgestiegen, weil ich damals nach dem Abstieg hiergeblieben bin. Da gehört auch sehr viel harte Arbeit dazu, aber grundsätzlich gehe ich mit dieser Einstellung durchs Leben.

Klos: "Bin froh darüber, Aushängeschild dieses Vereins zu sein"

Sie haben vorhin gesagt, dass Sie nach der Karriere auf keinen Fall Manager werden wollen. Wie sieht es mit dem Trainerberuf aus?

Klos: Grundsätzlich muss ich im Moment leben, um meine Leistung zu bringen. Daher beschäftige ich mich nicht so genau mit dem, was mal kommen könnte. Aber natürlich macht man sich mit fortschreitendem Alter seine Gedanken. Und ja: Trainer könnte ich mir möglicherweise vorstellen. Aber vorerst nur im Jugendbereich.

Warum?

Klos: Ich bin froh darüber, Aushängeschild dieses Vereins zu sein und als das Gesicht von Arminia Bielefeld zu gelten. Das macht mich stolz und ich weiß um meine Rolle. Aber ich möchte nicht aus dem Vordergrund sofort wieder in einen Bereich wechseln, in dem ich wieder im Vordergrund stehe.

Sie haben auch mal gesagt, dass Sie womöglich auch ein journalistischer Beruf reizen könnte. Darum zum Abschluss: Gibt es eine Frage, die Ihnen vielleicht noch nie gestellt wurde und die Sie aber gerne beantworten würden?

Klos: Boah, das hat mich echt noch nie jemand gefragt, da haben Sie mich total überrumpelt. Da fällt mir spontan keine Frage ein.

Gibt es dann vielleicht ganz allgemein eine Frage, die Sie gerne beantworten würden?

Klos: Es wurde oft darüber diskutiert, dass ich zu viele Gelbe Karten wegen erhöhter Emotionalität bekommen würde. Da möchte ich einmal nur zu sagen, dass ich das zurückgefahren habe, dass es mich aber auch ausmacht.

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