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Eishockey

Eishockey-WM - DEB-Jungstar Lukas Reichel exklusiv über den Check gegen seinen Kopf, sein Vorbild und 1860

Lukas Reichel und das DEB-Team brauchen einen Sieg gegen Lettland, um das Viertelfinale zu erreichen.
© imago images

Lukas Reichel gehört zu den größten Talenten im deutschen Eishockey. Der 19-Jährige wurde 2020 in der ersten Runde von den Chicago Blackhawks gedraftet und spielte im Anschluss eine bärenstarke Saison für die Eisbären Berlin inklusive Titelgewinn.

Auch bei der WM in Lettland spielte Reichel in den ersten Spielen groß auf (2 Tore, 3 Assists), ehe er gegen Kasachstan einen üblen Check gegen Kopf abbekam und danach erstmal pausieren musste, ehe er bei der Niederlage gegen die USA sein Comeback feierte.

Vor dem entscheidenden Duell gegen Lettland um den Viertelfinal-Einzug (19.15 Uhr im LIVETICKER) spricht Reichel im Interview mit SPOX über das Foul, das neue Selbstvertrauen des DEB-Teams und den Sprung in die NHL.

Außerdem verrät Reichel seine persönliche Lieblings-Starting-Six aus der NHL und erklärt, warum Patrick Kane sein großes Vorbild ist.

Lukas Reichel über ...

... den Check gegen seinen Kopf:

"Ich würde schon sagen, dass das wohl das schlimmste Foul war, das ich bislang abbekomme habe. Ich hatte zum Glück noch nie eine schwerwiegende Verletzung, die mich länger außer Gefecht gesetzt hat. Es war ein blöder Check, aber ich glaube nicht, dass es der Kasache so gewollt hat. So etwas passiert manchmal aus der Emotion, es ist einfach blöd gelaufen und ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist. Ich denke schon, dass es mindestens zwei Minuten hätte geben müssen, aber es bringt auch nichts, sich im Nachhinein darüber aufzuregen und zu schimpfen. Es geht weiter."

... den Spirit in der DEB-Auswahl:

"Wir haben einfach super Jungs in der Mannschaft, super Charaktere. Jeder versteht sich mit jedem. Wenn ich an den Sieg gegen Kanada denke, mit wie viel Emotionen wir da gespielt haben, wie jeder sich in die Schüsse geworfen und geblockt hat, es ist vielleicht nicht immer spielerisch alles top, aber unser Kampfgeist zeichnet uns aus."

... das neue Selbstbewusstsein beim DEB:

"Ich glaube, das kommt einfach daher, dass wir dank der guten Nachwuchsarbeit inzwischen so viele gute junge Spieler haben, dass wir uns vor den großen Nationen nicht mehr verstecken müssen. Klar haben andere Nationen noch mehr Qualität, aber wir haben auch viel Talent in der Mannschaft, viel Skill. Wir können mit Selbstbewusstsein auftreten."

... den Sprung in die NHL zu den Chicago Blackhawks:

"Es gibt noch keinen Plan. Ich hoffe, dass ich nach der WM meinen NHL-Vertrag unterschreiben werde. Dann schauen wir weiter. Im Moment will ich mich ganz auf die WM konzentrieren und mit dem Team etwas erreichen. Chicago wird dann nach der WM zum Thema."

... Onkel Robert und Vater Martin:

"Klar habe ich ein paar Clips von meinem Onkel gesehen, wie er in der NHL Tore geschossen hat. Er war ein Riesenspieler da drüben. Wir haben uns früher immer jedes Jahr zu Familientreffen in Tschechien gesehen und einen Tag zusammen verbracht, da ging es auch fast immer nur um Eishockey. Wir sind einfach eine große Eishockey-Familie. Eishockey war immer das große Thema. Es ist natürlich super für mich, wenn ich von meinem Onkel oder meinem Vater Tipps bekommen kann. Mein Vater ruft mich nach jedem Spiel an und gibt mir Dinge mit, das hilft mir sehr."

... Blackhawks-Superstar Patrick Kane:

"Kane ist immer schon mein Vorbild gewesen. Ich habe von klein auf Clips von ihm gesehen. Mir gefällt einfach alles, was er macht. Wie er skatet, sein Stickhandling - und wie er vor allem jedes Jahr seine Leistung bringt. Er hat nie schwächere Jahre, sondern bringt konstant überragende Leistungen, das imponiert mir. Als wir gegen die Blackhawks gespielt haben in Berlin und er beim Bully neben mir stand, war das schon ein besonderer Moment. Ich weiß noch, wie ich so rübergeschaut habe, aber er hat mich gar nicht beachtet. Er war voll auf das Spiel konzentriert. Wer weiß, vielleicht spiele ich eines Tages in einer Reihe mit ihm, das wäre natürlich ein Traum. Er hat mir nach dem Draft so wie auch ein paar andere Jungs auch gleich eine Glückwunsch-SMS geschickt, das war auch toll."

... Vergleiche mit Canucks-Star Elias Pettersson:

"Als mich Scouts nach einem Spieler gefragt haben, habe ich als Vergleich Pettersson genannt. Einfach, weil er auch physisch nicht der stärkste ist, aber dafür gut skatet und einen guten Schuss hat. Den One-Timer von ihm habe ich noch nicht, aber das kommt hoffentlich noch." (lacht)

... seine persönliche Lieblings-Starting-Six aus der NHL:

"Im Sturm Connor MacDavid, Leon Draisaitl und natürlich Patrick Kane. In der Abwehr Roman Josi und Cale Makar. Und im Tor Philipp Grubauer."

... Leidenschaften abseits des Eishockeys:

"Ich habe in der Kindheit auch einige Jahre Fußball gespielt, so von 9 bis 12. Aber dann musste ich mich entscheiden und dann war klar, dass es Eishockey wird für mich. Ich verfolge aber Fußball immer noch intensiv, ich bin 1860-Fan. Generell bin ich einfach sehr sportbegeistert und schaue mir querbeet eigentlich alles an, was so läuft."

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