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NFL

Third and Long Week 8 - der Mailbag zum Spieltag: MVP, Rookies und Co.: Die Awards zur Saison-Halbzeit

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PackersDE, Packers_Fanboy, pfanne1988, kelstef95: Wie sinnvoll ist die Entlassung eines Defensive Coordinators in einer laufenden Saison? Sollten die Packers über den Tausch des DCs nachdenken?

Wie so ziemlich jedes Problem hat auch dieses mehrere Schichten: Die Packers-Defense ist potenziell die schlechteste Tackling-Defense in der NFL, und das hat sie gegen Minnesota eindrucksvoll unter Beweis gestellt - aber ist schlechtes Tackling auf diesem hohen Level wirklich dem Defensive Coordinator anzulasten?

Und sicher, man würde sich wünschen, dass Pettine den Pass-Rush flexibler gestaltet - Green Bay hat etwa die niedrigste Blitz-Quote in der NFL - oder ein paar Dinge zumindest ausprobiert. Doch eine massive individuelle Regression bei Za'Darius Smith, Preston Smith und, zumindest in puncto Pass-Rush, auch bei Kenny Clark lässt sich auch nicht einfach dem Defensive Coordinator in die Schuhe schieben.

Gleichzeitig aber ist Pettine eben auch mehr Teil des Problems als der Lösung. Pettine hat sich letztes Jahr umgestellt und die Tatsache, dass er einen starken 4-Men-Rush hatte, zu seinem Vorteil genutzt. Diese Passivität prägt Green Bays Defense aber noch immer, und ohne den individuell starken Pass-Rush steht man dann eben auch fast folgerichtig im unteren Liga-Drittel, was Quarterback-Pressures angeht.

Dahinter spielt Jaire Alexander zwar eine Elite-Saison, doch gerade in der Secondary ist eine Defense nur so gut, wie es ihr schwächster Spieler zulässt. Und die Packers haben abgesehen von Alexander und mit Abstrichen Adrian Amos fast nur Fragezeichen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Green Bay holt aktuell nicht das Maximum aus seinem Talent heraus, und dementsprechend muss man den Defensive Coordinator immer in die Pflicht nehmen. Gleichzeitig sehe ich gerade bei den Packers das Problem, dass die unerwartet starke Vorsaison falsche Erwartungen bezüglich des eigenen Defense-Talent-Levels geweckt hat. Doch die Probleme, gerade gegen den Run, bekommt Pettine einfach nicht in den Griff, und so sollte man diese Personalie zwar angehen - aber Matt LaFleur wird sich sehr gut überlegen müssen, ob er auf der ihm "fremden" Seite des Balls Mitten in einer Contender-Saison einen solchen Umbruch durchführen will.

Ramily Radio: Haben die Dolphins eine Blaupause geliefert, um die Rams zu schlagen?

Die Blaupause gegen die Rams ist so gesehen ja kein Geheimnis: Goff unter Druck setzen und die Rams in lange Second und Third Downs bekommen. Miami hat diese Formel ins Extrem getrieben.

39 (!) Mal wurde Goff am Sonntag geblitzt, oder auch bei 62 Prozent seiner Dropbacks. Im Schnitt fast drei Yards pro Pass weniger verzeichneten die Rams in Miami gegen den Blitz, verglichen mit den regulären Dropbacks. Wenn man Goff unter Druck setzen und den Rams den Plan A zumindest einigermaßen wegnehmen kann, ist das bereits die halbe Miete; das war schon immer so mit Goff, und daran hat sich nichts geändert.

Miami trieb das einerseits mit seiner generellen Aggressivität, aber auch mit der "Verpackung" auf die Spitze. Das waren sehr viele sehr schwer lesbare Pressure-Pakete, die Goff sichtbar verwirrten und es ihm sowie seiner Offensive Line sehr schwer machten, Rusher und Blitzer vor dem Snap zu identifizieren. Und dann gibt es eben keinen Plan B für Goff, wenn er nach dem Snap plötzlich umdisponieren oder sich auf eine drastisch andere Spielsituation einstellen muss. Er ist kein Quarterback, der dann regelmäßig noch Offense kreiert.

Die Dolphins-Perspektive gilt es dabei, im Auge zu behalten. Miami blitzte auch gegen die Jets vor der Bye Week bei mehr als der Hälfte der Dropbacks, die eigene Secondary stabilisiert sich zunehmend und das gibt Brian Flores mehr Freiheiten.

Die Defense war immer der Mannschaftsteil, von dem man in Miami früher Fortschritte erwarten musste. Hier flossen immense Ressourcen über die letzten beiden Jahre rein, diese Seite des Balls ist die Spezialität von Flores und hier muss kein Rookie-Quarterback herangeführt werden.

Und der Eindruck verstärkt sich, dass die Fortschritte gerade mit großen Schritten erfolgen. Miamis Defense könnte in der zweiten Saisonhälfte ein echtes Problem werden.

Kai Germann: Gehen die Jets 0-16?

Gefühlt spielt es bei den Jets keine allzu große Rolle, gegen wen sie noch spielen, aber zumindest ein kurzer Blick auf den Schedule ist für diese Frage vielleicht doch angebracht:

Patriots (A), Chargers, Dolphins (A), Raiders (A), Seahawks, Rams, Browns (A), Patriots.

Vorsichtig formuliert: da haben es viele Teams deutlich schwerer. Die Patriots befinden sich im freien Fall und wirken aktuell komplett orientierungslos, Miami hatte zwar einen eindrucksvollen Sieg über die Rams, doch es war ein Sieg, bei dem die Offense kaum auffiel. Die Chargers sind immer für Chargers-Dinge gut und wer weiß, wie sich die Browns am vorletzten Spieltag präsentieren.

Dementsprechend sage ich weiterhin, dass irgendwo ein Sieg drin sein wird. Vielleicht ja sogar diese Woche gegen die Patriots. Letztlich reicht es dann in der NFL eben doch, mal einen schwächelnden Gegner am richtigen Tag zu erwischen, dann gewinnen auch die Jets dieses Spiel.

Wie ein solcher Sieg aussehen würde - das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Hässlich, höchstwahrscheinlich, angetrieben von mehreren Turnovern durch die eigene Defense gegen eine limitierte Offense, die über das Run Game kommen muss (nochmal: Hallo, Patriots!). Denn die eigene Offense ist derart desolat, dass sie in dieser Saison bisher auf ein einziges (!) 300-Yard-Spiel zurückblickt. 4,2 Yards pro Play sind mit Abstand das Liga-Schlusslicht. Dass Mahomes gestern gegen die Jets mehr Passing-Touchdowns hatte als die Jets bisher in ihrer gesamten Saison, ist nicht ideal.

Auf einen Shootout-Sieg sollte man also eher nicht setzen, aber den hässlichen Sieg vermute ich weiterhin irgendwo in der zweiten Saisonhälfte. Am Nummer-1-Pick wird das aber nichts ändern, der wird an die Jets gehen.

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