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NFL: Road to Championship Sunday - So schafften es die Chiefs, Titans, 49ers und Packers ins Halbfinale

Patrick Mahomes ist seit 2018 der Starting Quarterback der Kansas City Chiefs.

 

NFC Championship Game:

No. 1 San Francisco 49ers (13-3) vs. No. 2 Green Bay Packers (13-3) (Mo., 0.40 Uhr live auf DAZN)

San Francisco 49ers

  • Die Wiederauferstehung der 49ers wäre nicht möglich gewesen ohne eine entscheidende Veränderung im Jahr 2017. Das alte Regime wurde entlassen und mit General Manager John Lynch und Head Coach Kyle Shanahan wurde eine neue sportliche Leitung installiert, die neue, klare Strukturen in die Organisation brachten. Etwas, das in den Jahren zuvor ein wenig abhandengekommen war.
  • Der nächste Meilenstein für die 49ers war dann der Trade in der Saison 2017, der ihnen Quarterback Jimmy Garoppolo - für einen 2018er Zweitrundenpick - einbrachte. Bis dahin war das wohl das größte Defizit der Niners. Das Gerüst stand, personell wie systemtechnisch, doch der Quarterback fehlte. Garoppolo sollte der Mann der Zukunft sein und bekam prompt einen langfristigen wie hochdotierten Vertrag verpasst.
  • Zur Saison 2018 war dann der erste Großangriff seit Jim Harbaughs Zeiten als Head Coach Anfang des Jahrzehnts geplant. Man hatte die nötigen Teile zusammen und schnappte zudem dem großen Rivalen Seattle Seahawks Cornerback Richard Sherman weg. Die Weichen waren also gestellt für eine verheißungsvolle Zukunft.
  • Dann jedoch der Schock: Garoppolo zog sich bereits im dritten Saisonspiel einen Kreuzbandriss zu - Saison-Aus! Zudem war auch Sherman nicht unbedingt in Topform, nachdem er sich immer noch von einer Achillessehnenverletzung erholte und ein paar andere Blessuren durch die Saison schleppte. Das Jahr war essenziell gelaufen und die Niners stürzten gewaltig ab (4-12).
  • Dieses auf den ersten Blick verlorene Jahr jedoch entpuppte sich letztlich aber doch als Segen, denn es brachte den 49ers den zweiten Pick insgesamt im Draft ein. Daraus wurde Defensive End Nick Bosa, der designierte Defensive Rookie of the Year. Damit nicht genug, denn die Draftklasse 2019 brachte den Niners noch ein paar weitere Glücksgriffe ein: Wide Receiver Deebo Samuel wurde in der zweiten Runde gezogen, der mittlerweile zum Leistungsträger aufgestiegene Linebacker Dre Greenlaw war ein Fünftrundenpick.
  • Der nächste wichtige Punkt für die 49ers war dann die Entwicklung von Tight End George Kittle. Hatte er im Vorjahr erstmals seine Extraklasse aufblitzen lassen, rief er nun trotz schmerzhafter Knöchelblessur von Anfang an seine Leistung ab. Ebenfalls geholfen hat freilich der Trade für Wide Receiver Emmanuel Sanders unter der Saison, der sich nahtlos ins Spiel seines neuen Teams integrierte und im Prinzip die zweite Option nach Kittle für Jimmy G darstellt. Viele einzelne Entscheidungen, manche größer, manche kleiner, die aus Niners-Sicht saßen.
  • Das bislang wohl wichtigste Spiel der Saison für die 49ers war wohl derweil die Niederlage gegen die Seahawks in Woche 10 vor heimischer Kulisse im Monday Night Game. Die Niners eilten bis dahin von Sieg zu Sieg und waren ungeschlagen. Seattle jedoch hielt dagegen und siegte schließlich in der Overtime. Die Niederlage war wegweisend, zeigte sie doch San Francisco auf, dass das Team zwar gut, aber nicht unfehlbar ist. Zugleich wurden Defizite offenkündig, die seither behoben wurden.

Green Bay Packers

  • Die Packers warteten seit 2016 auf eine Playoff-Teilnahme und hatten seit dem Super-Bowl-Sieg 2010 auch nur noch zweimal das NFC Championship Game erreicht. Eine gewisse Tristesse war eingekehrt. Entsprechend gravierend war die Entscheidung im Jahr 2018, einen Wechsel an vorderster Front vorzunehmen. Der langjährige Funktionär Brian Gutekunst wurde zum General Manager befördert und ersetzte den bislang verantwortlichen Ted Thompson, der ein wenig festgefahren war in seinen einst erfolgreichen Wegen. Letzterer fiel als "Senior Advisor" weich.
  • Mit Gutekunst begann zugleich ein klarer Kurswechsel in der Personalpolitik. Hatte Thompson stets hohe Investitionen in der Free Agency gescheut, agierte Gutekunst fortan merklich aggressiver. Das galt sowohl für Free Agents als auch für Draftpicks. Und speziell die Defense stand dabei im Fokus. 2018 kamen unter anderem die Defensive Backs Jaire Alexander und Josh Jackson als Erst- und Zweitrundenpicks dazu, 2019 dann folgte in diesem Bereich Darnell Savage Jr. mit einem weiteren Erstrundenpick. Dazu wurde gutes Geld für die Pass-Rusher Za'Darius und Preston Smith ausgegeben sowie auch für Safety Adrian Amos. Insbesondere die beiden Smiths haben diese Defense ohne Frage transformiert.
  • Ebenfalls festgefahren schien das Verhältnis zwischen Mannschaft und Head Coach - oder zumindest zwischen Head Coach und Quarterback. Aaron Rodgers durfte angesichts seines hochdotierten Vertrags und seiner exponierten Stellung in der Franchise-Historie natürlich bleiben. Mike McCarthy jedoch musste trotz aller Erfolge in der Vergangenheit seinen Hut nehmen. Für ihn übernahm Matt LaFleur, zuvor Offensive Coordinator der Tennessee Titans. Mit LaFleur kamen frisches Blut und vor allem frische Ideen.

  • Konkret hieß dies: Nachdem in den vergangenen Jahren die Offensive vermehrt aus Freesytle-Aktionen von Rodgers bestand, sollte nun wieder eine klare Idee erkennbar sein. LaFleur stellte klar, dass es bei ihm einen deutlicheren Fokus auf den Lauf geben werde. Was er damit aber vor allem bewerkstelligte, war es, Rodgers zu entlasten und damit auch Druck von den größtenteils unerfahrenen Receivern zu nehmen. Die generelle Idee: Die Verantwortung sollte auf mehrere Schultern verteilt werden, sodass nicht immer die (Passing) Offense die Kastanien aus dem Feuer holen musste. Die nun wieder vorzeigbare Defense spielte in dieses Konzept natürlich auch rein.
  • Ein positiver Nebeneffekt des Ganzen war freilich der sportliche Durchbruch für Running Back Aaron Jones, der eine starke dritte Saison gespielt hat. Unterm Strich standen über 1500 Scrimmage-Yards und 19 Touchdowns insgesamt zu Buche.
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