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NFL

Browns gewinnen glanzlos - Jets verlieren nächsten Quarterback

Odell Beckham und die Cleveland Browns kommen mit einem Auswärtssieg zurück aus New York.

Die Cleveland Browns haben Woche 2 mit einem Pflichtsieg beendet: Bei den verletzungsgeplagten Jets, die im Laufe des Spiels auf ihren dritten Quarterback zurückgreifen mussten, gelang ein glanzloser 23:3-Auswärtssieg. Fragezeichen gerade mit Blick auf die Browns-Offense bleiben allerdings.

Wenige Teams gingen lädierter in den zweiten Spieltag als die Jets. Starting-Quarterback Sam Darnold wird mehrere Woche mit Pfeifferschem Drüsenfieber ausfallen, Linebacker C.J. Mosley - der defensive Play-Caller auf dem Feld - sowie Nummer-3-Overall-Pick Quinnen Williams fehlten genauso wie Wide Receiver Quincy Enunwa. Backup-Quarterback Trevor Siemian startete.

Aus einem Spiel, das vor Saisonstart noch unheimlich interessant aussah, wurde so eine in puncto Talent sehr ungleiche, dennoch aber zähe Angelegenheit; denn auch Clevelands Offense war viel zu inkonstant. Odell Beckham eröffnete das Spiel mit einem spektakulären einhändigen Catch, insgesamt fehlte Cleveland allerdings die Explosivität und auch Baker Mayfield (19/35, 325 YDS, TD, INT) offenbarte erneut Probleme und hielt den Ball mehrfach zu lange.

So wechselten sich die Field Goals der Browns - abgesehen von einem 19-Yard-Touchdown von Nick Chubb, nachdem die Browns erfolgreich ein Fourth Down ausgespielt hatten - mit den Punts der Jets ab; ehe das Talent-Defizit noch eklatanter wurde: Myles Garrett landete zu spät mit vollem Körpergewicht auf Siemian, der sich dabei sichtbar schwer am Knöchel verletzte. Es war die zweite Roughing-the-Passer-Strafe gegen Garrett, für Siemian war das Spiel beendet.

Luke Falk, zum ersten Mal in seiner NFL-Karriere im aktiven Kader, kam als dritter Quarterback rein. Die Offense wurde damit zunächst noch limitierter und setzte noch stärker auf Runs und kurze Pässe. Das lockerte sich erst nach der Halbzeitpause etwas auf.

Eine 2-Play-Sequenz spät im dritten Viertel entschied die Partie jedoch: Nachdem Falk Robby Anderson einige Male gefunden hatte, standen die Jets in der Red Zone - schafften aber trotz ausgespieltem Fourth Down das First Down nicht. Direkt im Gegenzug bekam Odell Beckham von der Jets-Defense bei einer RPO aus dem Slot heraus einen freien Release und konnte ungehindert seine kurze Slant-Route laufen, er fing den Pass von Mayfield und sprintete 77 Yards in die Endzone. 23:3, Game Over. Die letzte Chance auf Jets-Punkte endete mit einem Fumble von Le'Veon Bell (21 ATT, 110 YDS, FUM; 10 REC, 61 YDS).

New York Jets (0-2) - Cleveland Browns (1-1)

Ergebnis: 3:23 (0:6, 3:10, 0:7, 0:0) BOXSCORE

Jets vs. Browns - die wichtigsten Statistiken

  • Mit dem erzwungenen Quarterback-Tausch in der ersten Hälfte sind die Jets das erste Team seit den Carolina Panthers 2009, das über die ersten beiden Saisonspiele drei verschiedene Quarterbacks eingesetzt hat. Jake Delhomme, Josh McCown und Matt Moore hatten diese Ehre 2009 für Carolina.
  • Die erste Hälfte der Jets-Offense war eine Katastrophe: 45 Total Yards und damit weniger als Odell Beckham (54) und Nick Chubb (60) je individuell in den ersten beiden Vierteln hatten. Die Jets gingen mit -13 Net Passing Yards in die Kabine.
  • Robby Anderson war mit vier Catches für 81 Yards eine Art Lichtblick in der Jets-Offense. Kein Spieler bei New York sah allerdings mehr Targets als Le'Veon Bell (10). Bei den Browns führte Odell Beckham mit ebenfalls zehn Targets diese Kategorie an.
  • Baker Mayfield hat in den ersten 15 aufeinanderfolgenden Starts seiner NFL-Karriere einen Touchdown-Pass geworfen. Damit hat er zu Brad Johnson auf All-Time Platz 2 aufgeschlossen. Baut Mayfield diese Serie um neun weitere Spiele aus, stellt er die Bestmarke von Kurt Warner ein.
  • Für die Browns ist es der erste Monday-Night-Sieg seit 2008. Die Jets haben jetzt saisonübergreifend sieben Heimspiele in Folge verloren.

Der Star des Spiels: Odell Beckham (Browns)

In einem Spiel, in dem wenige Spieler wirklich positiv herausstachen, war Beckham mit sechs Catches für 161 Yards und dem Touchdown das explosive Element. Die Browns müssen es noch besser schaffen, ihm aus dem Slot heraus Yards nach dem Catch zu ermöglichen. Das war gewissermaßen sein Trademark-Move bei den Giants. Ansonsten erwähnenswert: Myles Garrett, der zwar zwei Roughing-the-Passe-Strafen kassierte, aber auch drei Sacks und drei Tackles for Loss sammelte, sowie aufseiten der Jets der einmal mehr omnipräsente Jamal Adams.

Der Flop des Spiels: Der Game Plan der Jets

Wenn Teams so unterlegen sind wie die verletzungsgeplagten Jets, ist ein konservativer Ansatz das letzte, was man braucht. Die Offensive Line war einmal mehr gewaltiges ein Problem, Cleveland zog der Offense früh mit Press-Coverage und einigen Cover-0-Snaps den Zahn und Adam Gase hatte keine Idee, wie er in einem lange überraschend engen Spiel seiner Offense eine Starthilfe geben könnte.

Analyse: Jets vs. Browns - die Taktiktafel:

  • Kein Spiel, aus dem man taktisch allzu viel mitnehmen sollte. Auffällig war aber, dass Mayfield - wie schon in Woche 1 - einige Probleme mit flexiblen Coverages hatte. Die Jets agierten viel mit einem tiefen Safety und stellten ansonsten oft kurz vor oder nach dem Snap von vermeintlicher Zone auf Man Coverage um und umgekehrt, das bereitete Mayfield sichtbare Probleme. Häufig hielt er gerade in der ersten Hälfte den Ball zu lange und auch gegen die Jets erzwang er einige Pässe in engste Fenster, was auch zu seiner Interception führte. Mayfields Reads müssen schneller werden.
  • Selbst wenn man die Umstände berücksichtigt, waren die Jets frustrierend anzuschauen. New York hatte offensiv keine Idee, um das eigene Talent-Defizit mit Kreativität oder Überraschungsmomenten auszugleichen - einige Snaps mit Le'Veon Bell als Wildcat-Quarterback, der dann mit dem Ball in die Line of Scrimmage läuft, zählen hier nicht.
  • Die Offense wirkte unvorbereitet und mit ihren Checkdowns und Screens so gar nicht inspirierend. Das führt zum nächsten, übergreifenden Punkt: Ja, die Jets-Offense ist angesichts der Personalsituation mit enormer Vorsicht zu genießen. Doch nimmt man Week 1 noch mit dazu, sieht man viel von der Dolphins-Offense aus dem letzten Jahr: Fast alles findet im Kurzpassspiel statt und es fehlen die vertikalen Elemente, es fehlt scheinbar auch der übergreifende Plan der Offense.
  • Erwähnenswert aus Jets-Sicht: Das Cornerback-Corps hat massive Schwierigkeiten und ist eine der drei, vier schlechtesten Cornerback-Gruppen der Liga. Trotzdem fand sich Trumaine Johnson am Montagabend auf der Bank wieder. Diese Verpflichtung sieht wie ein massiver Free-Agency-Bust aus.
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