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NBA

NBA Finals - Erkenntnisse zu Suns vs. Bucks, Spiel 2: Die Verschwendung einer legendären Leistung

Giannis Antetokounmpo war in Spiel 2 der NBA Finals zu oft auf sich allein gestellt.
© getty

Die Milwaukee Bucks haben auch das zweite Spiel der NBA Finals gegen die Phoenix Suns verloren. An Giannis Antetokounmpo liegt das nicht - aber der Superstar wird beim 108:118 im Stich gelassen. Phoenix hingegen wirkt erneut wie ein Supercomputer.

Giannis Antetokounmpo kann Finals

Um das direkt aus dem Weg zu räumen: Es ist nicht die Zeit, um sich über irgendetwas bei Giannis zu beschweren, nicht einmal über die mäßige Ausbeute von der Freiwurflinie (11/18) oder über die Dreier. Gut, fünf Dreier (ein Treffer) waren natürlich mal wieder zu viel, trotzdem: Das war ein legendärer Auftritt des Griechen.

Es ist erst eine gute Woche her, da überdehnte sich Giannis das Knie und es war zu befürchten, dass er nicht nur die Finals verpassen würde - er selbst sagte nach Spiel 1, dass er zunächst an ein ganzes Jahr Pause gedacht hätte. Stattdessen war er schon im ersten Spiel der Finals zur Stelle und setzte nun einen drauf.

40 Minuten spielte Giannis in Spiel 2, erzielte 42 Punkte (15/22 FG) und gab direkt von Beginn den Ton an. Vor allem aber dominierte er im dritten Viertel, als er 20 Punkte erzielte und damit das erste 20+-Punkte-Viertel in den Finals seit Michael Jordan (1993) hinlegte. Ein starkes Defensiv-Kollektiv der Suns hatte mit Giannis die größte Mühe.

Und es blieb nicht bei der Offense - Giannis hatte auch am eigenen Korb etliche atemberaubende Plays, unter anderem einen Block in letzter Sekunde gegen Mikal Bridges. An ihm lag es nicht, dass die Suns in der zweiten Halbzeit auch durch die Arbeit am offensiven Brett die Kontrolle über das Spiel behielten. Er konnte schlichtweg nicht überall sein, auch wenn er es versuchte.

An Antetokounmpo lag es nicht, Punkt. In Spiel 1 gewann Milwaukee seine 35 Minuten mit +1, in Spiel 2 stand er bei +3 in 40 Minuten. Macht im Umkehrschluss: Die bisher rund 21 Minuten ohne den Greek Freak haben die Bucks in der Serie mit 27 Punkten verloren.

Diese Statistiken sind nie einwandfrei, in diesem Fall bestätigen sie jedoch den Eye-Test. Die Bucks haben es einfach nicht geschafft, ihrem Superstar zu helfen. "Ich glaube, er will, dass wir uns hart auf ihn verlassen. Er will so viel Verantwortung, wie wir ihm geben können", sagte Coach Mike Budenholzer zwar. Aber vielleicht doch nicht so viel.

Alleine kann Antetokounmpo die Suns nicht schlagen

Das Problem waren, in Kürze, "die anderen". Die eingesetzten Bucks, die nicht Antetokounmpo hießen (Thanasis spielte nicht), trafen in dieser Partie 27 von 71 Würfen, also 38 Prozent. Es fiel wenig von Downtown (9/31), schlimmer war jedoch erneut die Ausbeute am Ring, wo die Bucks unterdurchschnittliche 24/43 trafen.

Jrue Holiday und Khris Middleton hatten daran beide ihren Anteil. Holiday zeigte eine bemerkenswerte Leistung in der Defensive, vergab vorne jedoch reihenweise recht einfache Layups, weil er gefühlt dem Kontakt auswich, um Fouls zu vermeiden, als sei er Ben Simmons. Der Point Guard ist bei den Quoten derzeit fast exakt auf dem Playoff-Niveau von Vorgänger Eric Bledsoe (auch wenn er als Playmaker dennoch mehr zur Offense beiträgt).

"Wir hatten viele offene Würfe, die wir nicht getroffen haben", sagte Holiday nach dem Spiel. "Ich hatte einige Layups, die ich normalerweise treffe, die vom Ring gesprungen sind."

Problematischer war jedoch die Leistung von Middleton (5/16), der mal wieder auf ein starkes Spiel eine Stinkbombe folgen ließ. Defensiv identifizierte ihn vor allem Booker mehrfach als Schwachstelle, offensiv fand er zu keinem Zeitpunkt des Spiels seinen Rhythmus.

Der effizienteste Offensivspieler neben Giannis war Pat Connaughton, das darf bei den Bucks schlichtweg nicht sein. Sie haben Qualität in der Spitze, sie haben auch in Brook Lopez noch einen Akteur, der gerade erst gegen Atlanta bewiesen hat, dass er vorne noch immer viel mehr sein kann als ein Floor-Spacer.

Sie müssen diese Qualitäten aber schleunigst abrufen. Sei es durch mehr Middleton/Giannis-Pick'n'Rolls, Post-Touches für Lopez, wenn Giannis von Ayton verteidigt wird, oder ein simples "Würfe treffen". "Es würde unser Leben leichter machen, wenn wir ein paar Würfe treffen", analysierte Middleton messerscharf. Die Suns sind in der Breite zu gut, um sich von nur einem Spieler schlagen zu lassen.

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