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NBA Playoffs - Bucks vs. Nets, Erkenntnisse zu Spiel 6: Darum geht die Serie nun über die volle Distanz

Zwischen Kevin Durant und Giannis Antetokounmpo kommt es zum alles entscheidenden siebten Spiel.
© getty

Die Milwaukee Bucks haben die Serie gegen die Brooklyn Nets ausgeglichen und damit ein siebtes Spiel erzwungen. Das war hauptsächlich deshalb möglich, weil sie ihre schon länger existierenden Vorteile endlich konsequenter ausnutzten. Die Erkenntnisse zu Spiel 6.

1. Milwaukee Bucks nutzen ihre Stars

Es ist bereits seit Jahren ein Thema und zog sich auch durch die bisherige Postseason: Obwohl die Bucks im Trade für Jrue Holiday Tiefe opferten, bestand Mike Budenholzer immer wieder darauf, seinen Kader komplett zu nutzen und seinen Stars mehr Pausen zu geben als andere Coaches. Steve Nash auf der Gegenseite ließ etwa in Spiel 5 selbst den angeschlagenen James Harden 46 Minuten spielen. Die Starting Five der Bucks stand hingegen kaum gemeinsam auf dem Court.

Beim 104:89-Erfolg in Spiel 6 war das anders - bis zum Anbruch der Garbage Time saßen Holiday (43 Minuten), Khris Middleton (42) und Giannis Antetokounmpo (41) kaum draußen und die Rotation bestand lediglich aus sieben Spielern. Die Devise war klar: Wenn man untergeht, dann wenigstens mit seinen besten Spielern. Und auch deshalb sind die Bucks nicht untergegangen.

Milwaukee fehlt seit dem Ausfall von Donte DiVincenzo ein wichtiger Rotationsspieler. Da Bryn Forbes seinen Wurf sucht und Bobby Portis wohl aus der Rotation gefallen ist, fehlt ihnen generell eine gehörige Portion Firepower von der Bank, was auch diese Partie zeigte: Lediglich 4 mickrige Punkte brachten die Reservisten zustande, trotz Garbage Time. Budenholzer ist jedoch gerade noch rechtzeitig aufgefallen, dass er seinen Stars unter Druck durchaus mehr zumuten kann.

Obwohl Milwaukee die ersten beiden Spiele deutlich verlor, hat das Trio Giannis, Middleton und Holiday über die Serie ein Plus/Minus von +30, Middleton und Giannis zu zweit stehen sogar bei +37. Sie sind offensiv und auch defensiv (mit P.J. Tucker) die wichtigsten Akteure und konnten dies gerade in dieser Partie noch einmal unter Beweis stellen.

Insbesondere Giannis ist mit seinen 26 Jahren durchaus in der Lage, mehr zu geben als seine bisher 38 Minuten im Schnitt. Er muss nicht durchspielen wie Kevin Durant in Spiel 5, aber wenn er Foul-Probleme vermeiden kann, spricht wenig dagegen, ihn so lange wie möglich draufzulassen. Man achte auf diese On/Off-Differenzen ...

Bucks vs. Nets: Die Zahlen mit Giannis ON bzw. OFF Court

MinutenOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
Giannis ON230104,4100,9+3,6
Giannis OFF5886,1115,6-29,6

2. Giannis Antetokounmpo nutzt seine Physis

Wo wir schon bei Giannis sind: Der Greek Freak stand vor allem für seine Wurfauswahl zuletzt immer wieder in der Kritik, gerade die Pullup-Dreier früh in der Shotclock stießen Beobachtern übel auf. Dieses Spiel dürfte sie zufriedener gestimmt haben. Antetokounmpo nahm keinen einzigen Dreier, sondern spielte überwiegend Bully-Ball. Warum auch nicht? Blake Griffin oder Jeff Green haben physisch eigentlich keine Mittel gegen ihn, das musste den Bucks nur offenbar erst bewusst werden.

Giannis nahm seine Abschlüsse laut Kirk Goldsberry aus durchschnittlich 1,7 Meter Distanz zum Korb, so nah dran war er zuvor in keinem Spiel dieser Serie. Viele seiner Punkte kamen in Transition, wo er generell kaum zu stoppen ist (Milwaukee gewann das Duell der Fastbreak-Punkte diesmal mit 26:4), aber auch im Halbfeld ließ er seine Verteidiger viel seltener durch Jumper vom Haken und spielte seine Größenvorteile aus - oder spielte den Ball ab für eine neue Offense.

Seine unmögliche Physis zeigte sich auch in der womöglich spielentscheidenden Szene, als Giannis Mitte des vierten Viertels einen Offensiv-Rebound gegen drei Nets behauptete und den Ball dann über Green zur 96:77-Führung reinstopfte. Dazu war er auch defensiv auf der Höhe, primär wie üblich als Help-Verteidiger, aber auch im direkten Duell mit Durant und James Harden.

Bei aller Kritik: In vier Spielen nacheinander hat Giannis nun mindestens 30 Punkte und 10 Rebounds aufgelegt, es wird also durchaus auf hohem Niveau gemeckert. In dieser Partie war er dennoch nicht der beste Bucks-Spieler.

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