-->
Cookie-Einstellungen
Suche...
NBA

NBA - Die Boston Celtics finden zurück zu alter Stärke: Warum Gordon Hayward der X-Faktor ist

Von Gianluca Fraccalvieri
Gordon Hayward feierte sein Comeback gegen die Miami Heat.

Mit einem beeindruckenden 117:106-Sieg haben sich die Boston Celtics in den Eastern Conference Finals gegen die Miami Heat zurückgemeldet und dabei deutlich mehr wie das dominante Team der bisherigen Playoffs ausgesehen. Ganz entscheidend dafür war das Comeback von Gordon Hayward. Hier geht's zu den Highlights der Partie.

Mit 5:06 Minuten zu spielen im ersten Viertel war endlich der Moment gekommen, den viele Celtics-Fans so sehnlich erwartet hatten: Gordon Hayward gab sein Comeback nach rund fünfwöchiger Verletzungspause. Der Swingman hatte sich im ersten Playoff-Spiel gegen die Philadelphia 76ers eine Knöchelverletzung zugezogen und war seitdem ausgefallen.

Seither arbeitete er fieberhaft an seinem Comeback, zunächst in seiner Heimat und nach überstandener Quarantäne in individuellen Einheiten in der Bubble. "Die ersten fünf Minuten haben mir echt zugesetzt", sagte Hayward nach der Partie, die sein erstes 5-gegen-5 seit seiner Verletzung darstellte.

Bei 100 Prozent sei er noch nicht, machte dafür aber einen sehr spritzigen Eindruck. Eine Minuten-Restriktion hatte Brad Stevens ihm nicht aufgesetzt, sondern lediglich angekündigt, ihn genaustens im Blick zu behalten. Dieser Blick fiel anscheinend ebenfalls positiv aus, 31 Minuten stand der 30-Jähirge insgesamt auf dem Feld.

Boston Celtics kehren zu ihrem Matchplan zurück

Seine gewöhnlichen Zahlen - 6 Punkte (2/7 aus dem Feld), 5 Rebounds, 4 Assists, 3 Steals und ein Block - waren dabei nicht sonderlich beeindruckend, der Einfluss des ehemaligen Jazz-Stars ging jedoch weit über die Statistiken hinaus und zeigte sich insbesondere in der zweiten Halbzeit.

Mit Hayward auf dem Feld kann Boston seine fünf besten Spieler in Kemba Walker, Marcus Smart, Jayson Tatum, Jaylen Brown und eben Hayward gleichzeitig spielen lassen. Damit kann Stevens wieder zu seinem Matchplan zurückkehren, seine fünf Flügelspieler jeweils mindestens 30 Minuten auf dem Platz stehen zu haben und die restlichen Minuten je nach Bedarf mit Rotationsspielern aufzufüllen.

Das bietet den Celtics einen großen Vorteil: Das Lineup ist offensiv das beste, was Boston zu bieten hat und macht sie nur sehr schwer ausrechenbar. Alle fünf Spieler sind in der Lage, von der Dreierlinie heiß zu laufen oder mit ihrem Tempo zum Korb zu ziehen und dort entweder selbst abzuschließen oder den freien Mann zu finden.

Hayward bringt mit seinem Playmaking vom Flügel noch mal eine ganz neue Variable in das Spiel der Kelten, deren Bank ohne ihn (oder normalerweise Smart) sehr dünn daherkommt. Mit ihm trifft Boston tendenziell bessere Entscheidungen und der Ball bewegt sich besser, auch deshalb wurde diesmal kein vollständiges Heat-Comeback zugelassen.

Gordon Hayward macht die Boston Celtics besser

63 (!) Punkte ließen die Heat in Spiel 3 in der Zone zu - fast so viele wie in Spiel 1 und 2 zusammen. Die gefürchtete Zonenverteidigung Miamis wirkte auf einmal gar nicht mehr so undurchdringbar, wie es in den ersten beiden Spielen teils den Anschein hatte. Dank Hayward waren die Celtics dynamischer, kreierten viel mehr Räume und fanden immer wieder die Lücken der Verteidigung durch Cuts an der Baseline und clevere Zuspiele.

"Er ist eine stabilisierende Kraft in unserem Team. Er macht uns besser, das ist sicher", lobte Stevens nach dem Spiel und auch Tatum (seine Highlights im Video) war voller Lob für seinen Teamkollegen. "Es ist verrückt, dass irgendjemand denken würde, dass wir ohne ihn besser sind. Wir sind so viel dynamischer und vielseitiger, wenn er auf dem Feld steht."

Defensiv haben die Celtics mit ihrem kleinen Lineup dadurch zwar noch mehr gegen die Urgewalt von Bam Adebayo zu kämpfen, allerdings bleibt der Center der Heat auch mit Daniel Theis oder Enes Kanter auf dem Feld ein Mismatch für Boston. Und "klein" im eigentlichen Sinne sind sie selbst ohne nominellen Center immer noch nicht.

Mit Tatum (2,03 Meter), Hayward (2 Meter) und Brown (1,98 Meter) haben die Celtics große Wings auf dem Court, die allesamt verteidigen können und - zumindest gegen die ebenfalls kleinen Heat - von der 1 bis zur 5 auf alle Positionen switchen können. Hinzu kommt Smart, der ohnehin defensiv alles kann (und macht). Nicht umsonst stellte Boston in der regulären Saison eine Top-5-Defensive sowie Offensive.

Gordon Hayward bleibt trotz Geburt seines Kindes in der Bubble

Hayward komplettiert diese Einheit - und er wird dies nun auch weiterhin tun. Zu Beginn des Restarts war der Plan, dass er die Bubble zwischenzeitlich verlassen würde, um seiner Frau Robyn bei der Geburt seines vierten Kindes beizuwohnen. Durch seine Verletzung und die lange Ausfallzeit haben sich die Pläne aber geändert.

"Offensichtlich war es nicht der Plan, dass ich mich verletze und nach Indianapolis zurückkehre, um mich behandeln zu lassen", sagte Hayward. Dort habe er sich mit seiner Frau beraten und beide sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass es das Beste für ihn sei, die Bubble nicht wieder zu verlassen.

"Robyn könnte jederzeit das Baby bekommen. Bis ich dort bin, könnte ich die Geburt schon verpasst haben. Wir haben uns beraten und gebetet und ich denke es ist das Beste, wenn ich hierbleibe und unser Team unterstütze", fuhr er fort.

Das dies das Beste ist, werden Stevens und alle, die es mit den Celtics halten, wohl ebenfalls so sehen. Wenn Hayward sich weiter steigern und seiner Rolle als X-Faktor gerecht werden kann, hat diese Serie gerade erst so richtig angefangen.

Celtics vs. Heat: Die Eastern Conference Finals im Überblick

SpielDatumHeimAuswärtsErgebnis/Übertragung
116.9BostonMiami114:117 OT
218.9BostonMiami101:106
320.9/2.30 UhrMiamiBoston106:117
424.9/2.30 UhrMiamiBostonDAZN
526.9/2.30 UhrBostonMiamiDAZN
6*28.9/1.30 UhrMiamiBostonDAZN
7*tbdBostonMiamiDAZN
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung