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NBA Franchise-Outlook, Minnesota Timberwolves: Mit einem Star-Duo zurück ins gelobte Land der Playoffs?

Karl-Anthony Towns und D'Angelo Russell haben für die Wolves erst ein gemeinsames Spiel absolviert.

In den vergangenen 15 Jahren haben die Minnesota Timberwolves nur einmal den Sprung in die Playoffs geschafft. Auch 2019/20 wird es nichts mit der Postseason werden, stattdessen warten wichtige Offseason-Entscheidungen auf die Wolves. Um Karl-Anthony Towns und D'Angelo Russell soll im hohen Norden der USA endlich wieder ein Playoff-Team entstehen.

Noch in dieser Woche könnte eine Entscheidung fallen, wie es mit der Saison 2019/20 weitergeht. Die Timberwolves-Fans werden diese Nachricht, die laut Adrian Wojnarowski (ESPN) womöglich am Donnerstag nach einem Meeting des Board of Governors eintrudeln könnte, wohl relativ emotionslos hinnehmen.

Mit 19 Siegen und 45 Niederlagen steht Minnesota auf dem vorletzten Platz in der Western Conference, mit einem Rückstand von 12,5 Spielen auf die Memphis Grizzlies, die den achten Rang belegen, haben die Timberwolves mit der Postseason nichts mehr am Hut - auch wenn sie im Gegensatz zu den Golden State Warriors noch nicht offiziell aus dem Playoff-Rennen eliminiert sind.

Die Wolves haben 19/20 einen radikalen Umbruch hinter sich. Seit Teampräsident Gersson Rosas im Mai 2019 seinen Posten antrat, hat er fast den kompletten Kader umgekrempelt, nur zwei Spieler sind aus der vorherigen Ära übrig geblieben: Karl-Anthony Towns und Josh Okogie.

Vor allem zur Trade Deadline ließ Rosas im hohen Norden der USA kaum einen Stein auf dem anderen. Der ehemalige Rockets-Vizepräsident gab unter anderem Ex-Nr.1-Pick Andrew Wiggins, Gorgui Dieng, Shabazz Napier und Robert Covington ab und sicherte sich im Gegenzug die Dienste von D'Angelo Russell, Malik Beasley und Juan Hernangomez.

Russell war schon in der Offseason 2019 ein Ziel der Timberwolves, jedoch schnappten ihn sich die Warriors. Nun steht in Minnesota aber das erhoffte Traumduo aus den guten Kumpels KAT und D-Lo, sie sollen die Franchise in eine bessere Zukunft führen.

Timberwolves in der Saison 2019/20: Worum es noch geht

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sind derzeit vier verschiedene Szenarien im Gespräch, wie die Saison nach der Corona-Unterbrechung fortgesetzt werden könnte. Darunter ein direkter Start der Playoffs mit 16 Teams oder eine Art WM-Turnier mit 20 Teams. Am wahrscheinlichsten scheint aktuell ein Modell, in dem 22 Teams einige Regular-Season-Partien absolvieren, gefolgt von einem Play-In-Turnier und den Playoffs.

Dass alle 30 Teams in Disney World in Orlando untergebracht werden, um zumindest einen Teil der regulären Spielzeit zu Ende zu bringen, ist zwar theoretisch ebenfalls noch möglich, aber äußerst unwahrscheinlich. Somit werden die Timberwolves, das Team mit der ligaweit drittschlechtesten Bilanz, wohl eher nicht an einer Fortsetzung des Spielbetriebs beteiligt sein.

Die finanzielle Situation der Wolves in der Offseason 2020

Stattdessen kann sich Minnesota schon jetzt auf die Offseason vorbereiten, in der einige wichtige Entscheidungen auf das Front Office zukommen werden. Unklar ist aktuell noch, wie viel finanzielle Flexibilität sie dabei haben werden.

Aufgrund der ungewissen Auswirkungen der Coronakrise steht derzeit noch nicht fest, wie hoch die Gehaltsobergrenze 2020/21 sein wird, die ursprüngliche Vorhersage belief sich auf 115 Millionen Dollar. In den Büchern der Wolves sind bereits 95,5 Mio. Dollar verplant für zehn Spieler - vorausgesetzt, dass James Johnson seine Spieleroption zieht (16 Mio. Dollar).

Ein wenig Platz unter dem Salary Cap haben die Wolves also aller Voraussicht nach, um Investitionen in den Kader zu tätigen. Zwei Ziele stehen bereits fest: Beasley und Hernangomez werden Restricted Free Agents und sollen gehalten werden. "Wir wollen, dass die beiden für eine lange, lange Zeit Timberwolves bleiben", betonte Rosas Anfang Mai bei WCCO Radio. "Hoffentlich für den Rest ihrer Karrieren."

Gerade eine Vertragsverlängerung für Beasley könnte aber ans Geld gehen. Laut Bobby Marks von ESPN hat der 23-jährige Guard im vergangenen Sommer einen neuen Kontrakt bei den Denver Nuggets für 3 Jahre und 30 Mio. abgelehnt. Nun hofft er auf bessere Angebote.

Nach seinem Trade zeigte Beasley in Minnesota starke Auftritte (20,7 Punkte, 5,1 Rebounds in 14 Spielen), da die Free-Agent-Klasse 2020 als nicht besonders stark eingeschätzt wird, könnte er einige lukrative Deals vorgelegt bekommen. Genau wie bei Hernangomez haben die Wolves aber das Recht, mit jedem Angebot mitzuziehen und scheinen gewillt, genau das zu tun.

Timberwolves 20/21: Diese Spieler stehen unter Vertrag

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
D'Angelo RussellJarrett CulverJosh OkogieJames Johnson (Spieleroption)Karl-Anthony Towns
Jacob EvansJake LaymanOmari SpellmanNaz Reid
Jarred Vanderbilt

NBA Draft 2020: Welchen Pick haben die Timberwolves?

Bleibt die aktuelle Tabellensituation im Keller der NBA bestehen, beenden die Wolves die Saison mit der drittschlechtesten Bilanz. Das würde ihnen in der Draft Lottery eine 14-prozentige Chance auf den Nr.1-Pick bescheren, schlimmstenfalls würde am Ende der 7. Pick herausspringen. Zusätzlich besitzt Minnesota den Erstrundenpick der Brooklyn Nets (aktuell Nr. 16) und den eigenen Zweitrundenpick (Nr. 33).

Team Needs: Welche Spielertypen brauchen die Timberwolves?

Kann Beasley gehalten werden, scheint der Starting-Backcourt mit Russell und dem Ex-Nugget gesetzt. Dahinter erhoffen sich die Wolves einen Entwicklungssprung von Jarrett Culver, der eine enttäuschende Rookie-Saison hinlegte. Auch auf der Center-Position gibt es mit KAT kein Fragezeichen.

Die stehen dagegen eher hinter den Positionen Small Forward und Power Forward. Okogie hat auf der 3 zwar bewiesen, dass er ein starker Verteidiger ist, offensiv muss der 21-Jährige aber noch an sich arbeiten, als 3-and-D-Gefahr hat er sich bisher nicht präsentiert (26,6 Prozent Dreierquote).

Gut möglich, dass die Wolves mit ihrem hohen Draft-Pick den Flügel stärken werden. Anthony Edwards wäre in dieser Hinsicht - sofern verfügbar - wohl die beste Option. Seine Fähigkeiten, den Korb zu attackieren, könnten gut neben Russell und Towns passen. Mit einem niedrigeren Pick könnten die Wolves Deni Avdija oder Devin Vassell ins Visier nehmen.

Ein klassischer Center wie James Wiseman oder Onyeka Okongwu, die beide als mögliche Top-5-Picks gehandelt werden, steht wohl eher nicht auf der Wunschliste Rosas'. Er sowie auch Head Coach Ryan Saunders präferieren eher Small-Ball mit Towns als Fünfer, um die Stärken des vorhandenen Spielermaterials bestmöglich auszureizen.

So könnte Obi Toppin interessant werden. Der athletische Forward hat sich am College für Dayton als Dunk-Maschine mit einem zumindest ordentlichen Distanzwurf empfohlen. Mit seinen 22 Jahren ist er zudem einer der reiferen Spieler des Jahrgangs und könnte den Wolves womöglich sofort weiterhelfen.

In der Free Agency wird das Front Office wohl in erster Linie nach Veteranen Ausschau halten, die das insgesamt noch sehr junge Team an die Hand nehmen können. Danilo Gallinari könnte in dieser Hinsicht interessant sein, unter Umständen ist er aber zu teuer für Minny. Als erfahrener Backup für die großen Positionen könnte sich Aron Baynes als gute Lösung anbieten.

Ausblick: Endlich wieder Playoffs für die Timberwolves?

Die kommende Saison wird sicherlich eine der spannendsten in der Franchise-Historie. Bisher haben KAT und Russell erst ein gemeinsames Spiel absolviert, da Towns die letzten zwölf Spiele vor der Saisonunterbrechung mit einem gebrochenen Handgelenk verpasste. Erst 2020/21 wird sich also zeigen, ob das Experiment mit den beiden Buddys funktioniert.

In der Offseason gilt es für das Front Office daher, dafür die richtigen Vorausstzungen zu schaffen. Gelingt das nicht, laufen die Wolves Gefahr, in Person von Towns ihren absoluten Franchise-Star zu vergraulen. Bereits in der vergangenen Saison waren Gerüchte zu hören, der Center sei unzufrieden.

Mit einem fitten Towns und Russell an seiner Seite verspricht zumindest die Offense Spaß zu machen. Beasley sollte als bester Dreierschütze des Teams unbedingt gehalten werden, dazu kommt womöglich ein Offensiv-potenter Rookie. Allerdings muss das Star-Duo erst noch beweisen, dass sie bereit sind, für den Mannschaftserfolg auf eigene Würfe zu verzichten. Weitere Fragezeichen gibt es in der Defense.

In seinen ersten zwölf Monaten als Teampräsident der Wolves hat Rosas bereits deutlich gemacht, dass er kein Risiko scheut, um Talent anzusammeln. Auch am Draft-Abend oder in der Offseason sind weitere Trades alles andere als ausgeschlossen. Schließlich wird der Westen auch in der kommenden Saison hart umkämpft sein. Die Playoffs werden selbst mit einem Karl-Anthony Towns in Topform kein Selbstläufer.

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