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NBA

Erst krabbeln, dann laufen

Die Dallas Mavericks stehen vor einer Offseason mit vielen Fragezeichen
© getty

... mit Devin Harris?

Harris' Deal mutet auf den ersten Blick ein wenig seltsam an. Der 34-jährige Backup-Guard hat einen nur teilweise garantierten Vertrag für die kommende Saison, der ihm 4,4 Millionen Dollar einbringen kann. Aber eben nur kann, denn lediglich 1,4 Millionen davon sind garantiert.

Hintergrund ist die Verletzungsanfälligkeit von Harris, wegen der er in seinen vier Jahren bei den Mavs im Schnitt rund ein Viertel aller Spiele verpasste.

Dallas muss sich erst im Januar entscheiden, ob sie Harris bis zum Saisonende halten. Eine äußerst komfortable Situation für das Team, weniger für Harris. Der hat aber bereits angekündigt, geduldig der Dinge zu harren, die in der Offseason passieren. Er weiß, was er in Dallas hat.

... im Draft?

Die Mavs ziehen im Draft an Position neun und freuen sich über die Tiefe des Jahrgangs, besonders auf der Eins. Denn das ist Dallas' größte Baustelle. Sollten Dennis Smith oder Frank Ntilikina noch auf dem Board sein, wenn die Mavs an der Reihe sind, ist es die wahrscheinlichste Option, dass sie hier zuschlagen.

Point Guards sind in der Free Agency allerdings einige auf dem Markt, darunter Jrue Holiday, Jeff Teague und George Hill. Auch über einen Trade für Ricky Rubio wird bereits spekuliert.

Die Alternative wäre, einen der besten besten Big Men der Draft-Class zu draften, die in diesem Jahr wahrscheinlich später als die besten Guards gepickt werden. Lauri Markkanen oder Zach Collins könnten an neunter Stelle noch zu haben sein.

In Runde zwei werden die Mavs nicht picken, da sie ihre Auswahl-Möglichkeit im Zuge des Noel-Trades an Philly abgegeben haben.

Wer sind die Trade-Kandiaten?

Dwight Powell (noch 3 Jahre/29 Mio.)

Der Big Man konnte in der vergangenen Saison nicht überzeugen - ärgerlich vor allem deshalb, weil er erst 2016 einen neuen Vertrag unterschrieben hatte.

Da Barnes vermehrt auf der Vier spielt und Nowitzki dank Noel nur noch selten auf die Fünf rutschen muss, sind nicht mehr viele Minuten für Powell vorhanden. Ein Trade könnte Dallas Cap Space verschaffen, auch für Powell könnte ein Neuanfang sinnvoll sein.

Devin Harris (noch 1 Jahr/4,4 Mio.)

Coach Carlisle weiß die Dienste des Veteranen zu schätzen, auch abseits des Courts. Mit seinem speziellen Vertrag ist Harris allerdings ein guter Kandidat für einen Trade.

Das aufnehmende Team müsste nur wenig Geld in die Hand nehmen und könnte Harris bei Nichtgefallen oder einer erneuten Verletzung einfach entlassen.

Was passiert mit den restlichen Spielern?

Nicolas Brussino hat gerade gegen Ende der Saison vielversprechende Ansätze gezeigt. Sollten die Mavs ihn nicht vor dem 6. Juli waiven, wird sein Gehalt in Höhe von 1,3 Millionen Dollar garantiert. Er wird sich in einer Backup-Rolle auf dem Flügel in Ruhe weiterentwickeln dürfen.

Dorian Finney-Smith verdient kommende Saison 1,3 Millionen, die nicht garantiert sind. Dank seiner starken Defensiv-Arbeit ist es für die Mavs aber ein No-Brainer, ihn weiter zu beschäftigen. Gleiches gilt für Salah Mejri, dessen 1,5 Millionen ebenfalls nicht garantiert sind. Als Backup-Center wird Dallas ihn aber definitiv im Roster behalten und nicht vor dem 12. Juli waiven.

DeAndre Liggins haben die Mavs erst kurz vor Saisonende verpflichtet, um ihn zu testen. Er wird sich vermutlich im Training Camp beweisen dürfen. Rund 26.000 Dollar seines Vertrags in Höhe von einer Million Dollar sind garantiert.

Jarrod Uthoffs Arbeitspapier ist gestaffelt und je nachdem, ob und wann die Mavs ihn entlassen, bekommt er unterschiedlich viel Geld. Sollte er es ins Team schaffen und nicht vor dem ersten Spiel gewaivt werden, winken ihm 1,3 Millionen für die kommende Saison.

Mavs: Wo geht die Reise hin?

Weder das aktuelle Roster noch der neunte Pick des Drafts werden die Elite der Western Conference vor Angst erstarren lassen, nicht einmal die Playoff-Teams. In den nächsten zwei Saisons ist mit den Mavs - sollten sie keinen Monster-Trade einfädeln - nicht zu rechnen. Aber Dallas befindet sich dennoch auf einem guten Weg.

Mit Harrison Barnes hat man ein Zugpferd für die nächsten Jahre, Seth Curry und Noel sind auf dem Weg, sich zu Leistungsträgern zu entwickeln. Darüber hinaus haben die Mavs auch 2018 und 2019 ihren eigenen Erstrundenpick.

Zwar hat Dallas nicht gerade die beste Draft-Bilanz, aber das konnte man von den Golden State Warriors auch nicht behaupten, bevor sie mit Stephen Curry, Draymond Green und Klay Thompson drei Mal voll ins Schwarze trafen.

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte zu schreiben, ist eher unwahrscheinlich. Doch mit ein wenig Glück, ein paar guten Entscheidungen und konsequenter Spielerentwicklung könnten die Mavs genau dann wieder um 50 Siege spielen, wenn die Dominanz der Warriors und Cavs zu bröckeln beginnt.

Die Mavericks im Überblick

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