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Wintersport

Skispringen - Markus Eisenbichler fliegt in Traumform: "Da bleibt einem die Spucke weg"

SID
Markus Eisenbichler siegte erneut.
© getty

Weltmeister Markus Eisenbichler ist in der frühen Saisonphase das Maß aller Skisprung-Dinge. Einen Monat vor der Vierschanzentournee steigen die Erwartungen - doch Eisenbichler tritt auf die Euphoriebremse.

"Wahnsinn", "unglaublich, "nicht zu kopieren": Die vielen Lobeshymnen und Schulterklopfer quittierte Markus Eisenbichler nach seinen Traumflügen von Kuusamo mit zufriedenem Grinsen, dann klatschte der überragende Skispringer der frühen Saisonphase mit dem finnischen Weihnachtsmann ab und schaltete blitzschnell zurück in den Wettkampfmodus. Abheben will der Weltmeister, der vier Wochen vor der Vierschanzentournee das Maß aller Dinge ist, nur von der Schanze.

"Ich bin eher ein bisschen demütig. Ich weiß: Es geht schnell nach oben und schnell nach unten. ich muss jeden Tag weiter hart arbeiten", sagte der 29-Jährige am Samstag nach seinem zweiten Sieg im zweiten Einzelwettkampf des Weltcup-Winters.

Dass er am Sonntag nach klarer Halbzeitführung mit Windpech knapp geschlagen hinter dem Norweger Halvor Egner Granerud Platz zwei belegte, die kleine Siegesserie damit riss, nahm Eisenbichler ganz gelassen. "Zwoater ist doch auch geil!", verkündete er strahlend. Nach einem reichlich verkorksten Jahr scheint der "Eisei" wieder in der Traumform der Saison 2018/19 zu sein - die bescherte ihm damals drei WM-Titel.

Toni Innauer: "Da bleibt einem die Spucke weg"

In Kuusamo flog er zeitweise wie vom anderen Stern, am Samstag gewann er mit rund 20 Punkten, also umgerechnet mehr als zehn Metern Vorsprung, vor dem Polen Piotr Zyla und dessen Landsmann Dawid Kubacki, dem Tourneesieger des Vorwinters. Die Führung im Gesamtweltcup zementierte Eisenbichler, der als zweiter Deutscher mit zwei Siegen in die Saison startete - Martin Schmitt gewann 1998/99 auch Springen Nummer drei.

"Da bleibt einem die Spucke weg, das ist ein Wahnsinn. Der hat die Konkurrenz demoliert. Das ist nicht zu kopieren, in den Sprüngen steckt irrsinnig viel Individualität", staunte Österreichs Legende Toni Innauer am ZDF-Mikro. Der frühere Bundestrainer Werner Schuster, seit jeher ein großer Fan seines alten Schützlings, sprach bei Eurosport von einer "Duftmarke, einem Zeichen an die Konkurrenz: Wenn ihr mich schlagen wollt, dann müsst ihr etwas ganz Besonderes machen."

Markus Eisenbichler bleibt fokussiert

Doch so vielversprechend der Saisonstart war, so sehr fokussiert sich Eisenbichler auf die Wochen voller Highlights: Die Skiflug-WM in Planica (10. bis 13. Dezember), die Tournee (28. Dezember bis 6. Januar) und schließlich die Heim-WM in Oberstdorf - da zählt es, und da kann er sich für die Siege in Wisla und Kuusamo wenig kaufen.

"Wir bleiben im Arbeitsmodus, arbeiten das jetzt wieder auf. Ich genieße den Moment, aber dann wird sich wieder auf das Wesentliche konzentriert, nämlich: Skispringen", sagte Eisenbichler.

Konzentriertes, fokussiertes Arbeiten: Dass dies für Eisenbichler der Schlüssel zum Erfolg ist, zeigte ihm der Corona-Sommer. Die Matten-Grand-Prix fielen aus, weite Lehrgangsreisen ebenso, stattdessen konnte er auf den gewohnten Schanzen Basics wie Feinheiten in einen perfekten Einklang bringen.

"Der Sommer ganz ohne Wettkämpfe hat ihm geholfen. Er hat konsequent an seinen Dingen gearbeitet", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher: "Er weiß momentan genau, was er zu machen hat. Das ist schon große Klasse."

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