Wintersport

Deutsche Biathleten verpassen Top 10 - Bö siegt erneut

SID
Dominantes Brüderpaar: Johannes Thignes Boe vor dem älteren Bruder Tarjej.
© getty

Die deutschen Biathleten warten weiter auf ihren ersten Podestplatz des Winters. Zum Auftakt des zweiten Weltcups im österreichischen Hochfilzen belegte Ex-Weltmeister Benedikt Doll (Breitnau/40,7 Sekunden zurück) im Sprint über 10 km als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach zwei Strafrunden Rang elf.

Gute Laufleistungen machten die DSV-Männer durch zu viele Fehler am Schießstand zunichte.

Philipp Horn (Frankenhain/+57,8) kam nach zwei Strafrunden hauchdünn vor Johannes Kühn (Reit im Winkl/3/+57,9) auf Platz 19, Olympiasieger Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/2/+1:03,5 Minuten) und Simon Schempp (Uhingen/2/+1:08,2) liefen auf die Ränge 24 und 26.

An der Spitze bot sich indes ein gewohntes Bild: Der norwegische Überflieger Johannes Thingnes Bö holte sich trotz einer Strafrunde seinen zweiten Sieg im dritten Saisonrennen. Hinter dem Gesamtweltcupsieger, der in der vergangenen Saison mit 16 Erfolgen einen Rekord aufgestellt hatte, komplettierten der Franzose Simon Desthieux (1/+7,8) und der Russe Alexander Loginow (0/+14,6) das Podest.

Die DSV-Frauen hatten zuvor im Sprint ein historisch schwaches Rennen abgeliefert, Denise Herrmann (Oberwiesenthal) war beim schlechtesten Weltcup-Abschneiden jemals als 41. beste Deutsche. Am Samstag (14.55 Uhr) steht für die Männer in Hochfilzen der Verfolger auf dem Programm, tags darauf macht die Staffel den Abschluss (14.15 Uhr).

Olympia 2014: Nachträglich Gold für Herren-Staffel?

Die deutschen Biathlon-Männer dürfen auf nachträgliches Staffel-Gold von den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi hoffen. Nach Informationen der ARD-Dopingredaktion soll im russischen Skandal um manipulierte Doping-Daten Jewgeni Ustjugow, der mit der russischen Staffel vor fünf Jahren Gold gewonnen hatte, betroffen sein. Das deutsche Quartett aus Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp hatte in Sotschi den zweiten Platz belegt.

"Wenn es so kommen sollte, würden wir alle die Siegerehrung zu Hause im Garten nachspielen. Ich würde mich natürlich freuen, als Olympiasieger meine Karriere beenden zu können", sagte Lesser am Rande des Weltcups in Hochfilzen, mahnte aber: "Ich nehme es an, wenn es soweit ist. Bis dahin ist es nur ein Gerücht."

Auch Daten von Swetlana Slepzowa, Staffel-Olympiasiegerin von 2010, sollen laut ARD im Moskauer Kontrolllabor manipuliert worden sein. "Wir haben die Beweise, wir haben auch festgestellt, dass Daten gelöscht worden sind. Teilweise konnten wir sie wiederherstellen", sagte WADA-Chefermittler Günter Younger der ARD. Den Biathlon-Weltverband IBU habe man bereits "entsprechend unterstützt".

"Die IBU hat bereits im November 2018 Verfahren gegen Jewgeni Ustjugow, Swetlana Slepzowa und zwei weitere russische Biathleten auf Grundlage der Moskauer LIMS-Daten eingeleitet", teilte die Internationale Biathlon Union mit: "Die Verfahren gegen die genannten Athleten ist beim IBU Anti-Doping Hearing Panel noch immer anhängig und daher kann die IBU aus rechtlichen Gründen keine weiteren Angaben zu Inhalten oder Entwicklungen dieser Verfahren machen."

"Natürlich wäre es schön, wenn unseren Athleten fünf Jahre später Gerechtigkeit widerfährt, aber es hat einen faden Beigeschmack", sagte Bernd Eisenbichler, Sportlicher Leiter bei den deutschen Biathleten: "Es ist nicht so, wie man sich das als Athlet wünscht. Es ist nicht wie bei Olympia mit dem ganzen Drumherum und der Atmosphäre." Die Entscheidung über eine nachträgliche Disqualifikation der russischen Staffel kann nur das IOC treffen.

Am Montag hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA aufgrund manipulierter Doping-Daten eine Vierjahressperre gegen Russland verhängt. Russische Sportler dürfen aber bei sportlichen Großereignissen unter bestimmten Voraussetzungen als "neutrale Athleten" starten.

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