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Tennis - US-Open-Panel: Zverev? Kerber? "Die einzige deutsche Hoffnung heißt Struff"

Daniil Medvedev hat 2019 die meisten Matches auf der Tour gewonnen.

Wenn jemand die BIG 3 der Herren stoppen kann, dann Medvedev

Stefan Petri: Medvedev ist der Hammer. "Good sloppy" sagte Tsitsipas zu seinem Stil. Alles extrem unorthodox, aber eben auch mit cleveren Einfällen und brettharten Grundschlägen. Außerdem hat der Typ keine Starallüren und den richtigen Kopf auf den Schultern - stellt euch vor, man würde selbigen einem Kyrgios aufschrauben. Angesichts seiner Leistungen in den letzten Wochen ist Medvedev ganz klar (mindestens) die Nummer vier. Ich befürchte aber, dass er etwas überspielt sein könnte. Und die Auslosung hat es mit ihm nicht gut gemeint: Er müsste Djokovic, dann Federer UND dann Nadal schlagen. Sorry, das ist nicht drin. Wenn jemand außer den Big 3 gewinnt, dann kommt der aus der unteren Hälfte: Nadal wird von Knieproblemen heimgesucht, Djokovic und Federer machen sich gegenseitig kaputt - und am Finalsonntag profitiert dann ... Khachanov?

Lukas Zahrer: Wenn er mit dem Rücken zur Wand steht, schafft es Medvedev wie kaum ein anderer, seine Taktik umzustellen. Aber Raketen-Aufschläge beim Zweiten spielt man halt im Best-of-Five nicht. Das geht auf Dauer nicht gut. Gegen ihn spricht auch die Erfahrung: Bislang stand er erst ein Mal in der zweiten Woche eines Slams. Nein, der salzige Russe ist für mich keine große Gefahr. Da gefallen mir die Chancen meines Landsmanns Thiem schon besser. Er ist auf vier gesetzt und hat schon allein deshalb die größten Chancen auf den ersten Herausforderer der Big 3. Er kränkelt zwar etwas, aber das gehört bei Domi schon dazu wie das Red Bull, das Coach Massu immer schlürft. Und er hatte bei der Auslosung eine ordentliche Fettn, wie man bei uns sagt: Bis zum Viertelfinale kommt eigentlich kein Gegner, der ihm gefährlich werden kann. Fabbiano, Bublik und Edmund sind zu schwach, einen Monfils schlägt er auch, wenn er nachts um zwei Uhr geweckt wird. Bis zum Viertelfinale ist er wieder voll fit, dann geht er einen Schritt weiter als im Vorjahr. Dort kommt es zum Rematch gegen Nadal, und ich kaufe mir jetzt schon das Popcorn.

Florian Regelmann: In der breiteren Öffentlichkeit hat sicher kein Schwein eine Ahnung, dass kein Spieler 2019 mehr Matches gewonnen hat als Medvedev. Keiner. Ich musste mir das auch letzte Woche zweimal anschauen. Medvedev ist bombastisch in Form, keine Frage, ich feiere seine Spielweise auch sehr ab. Fängt der gegen Djokovic einfach an, die zweiten Aufschläge nur noch wie Erste reinzuzimmern - Weltklasse. Trotzdem kann ich ihn hier nicht nennen, weil er mein wichtigstes Kriterium nicht erfüllt. Heißt: Ich habe nicht genug Vertrauen in alle Spieler, die es bei einem Grand Slam noch nicht bewiesen haben. Grand Slams sind eine völlig andere Hausnummer, das wissen wir alle. Nein, ich setze auf jemanden, bei dem ich weiß, dass er das Ding einfach gewinnen kann, wenn er heiß läuft. Auch gegen die Big 3. Sein Name: Stan Wawrinka. Es ist zwar ein absolutes Unding, dass Stan the Man in der ersten Runde nicht gegen Grigor Dimitrov spielt (Wie kann so was passieren?!), aber okay. Sein Draw ist ordentlich, ich sehe in meiner Vorstellung ein Monster-Achtelfinale gegen Djokovic. Night Session. Eh klar. Da geht was für Wawrinka.

Felix Götz: Ich habe ja bereits gesagt, dass ich es nicht einmal Federer und Nadal wirklich zutraue, den Djoker zu stoppen - und jetzt kommt ihr und wollt einen Tipp außerhalb der BIG 3. Verrückt! (Felix Götz geht eine Stunde lang sorgfältig noch einmal alle Namen durch, Anm. d. Red.). Meine verzweifelte Suche nach jemandem, der den Titel eventuell holen könnte, hat ergeben, dass es da keinen gibt. Basta! Und wenn doch, also ganz eventuell, dann halt doch maximal Medvedev. Der Kerl spielt eine unfassbare Saison und es ist nicht komplett ausgeschlossen, dass er sich auch in New York in einen Rausch spielen könnte.

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