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Leichtathletik

Leichtathletik: Auch die Promis stecken in der WM-Krise - historisches Debakel droht

SID
Klosterhalfen, WM, Leichtathletik
© getty

Klosterhalfen, Krause, Pudenz: Auch die großen Namen erleben eine Nacht der Enttäuschungen. Die deutsche WM-Misere nimmt kein Ende.

Gesa Felicitas Krause fühlte sich "müde und kraftlos", Kristin Pudenz war "einfach nur enttäuscht", und bei Konstanze Klosterhalfen "ging gar nichts mehr": Selbst die Prominenz schwächelt und kann das deutsche Leichtathletik-Team bei der WM in Eugene nicht aus der Krise führen. Das lange Warten auf die erste Medaille geht weiter, selbst das historische Minus-Ergebnis von Paris 2003 mit nur viermal Edelmetall ist kaum noch erreichbar - auch wenn Olympiasiegerin Malaika Mihambo noch nicht gesprungen ist.

"Ich hätte gerne gezeigt, dass ich wieder zurück bin", sagte die deutsche Top-Läuferin Klosterhalfen, die nach ihrem klaren Vorlauf-Aus über 5000 m mit den Tränen kämpfte: "Wir müssen jetzt herausfinden, woran es lag. Im Moment kann ich es mir nicht erklären."

Europameisterin Krause kam im Hindernis-Finale abgeschlagen als Letzte ins Ziel. "Es war ein wirklich schlechter Lauf, eine Qual", sagte sie. Die Olympiazweite Pudenz verstand nach Rang elf mit dem Diskus die Welt nicht mehr: "Ich habe mich gut eingeworfen. Ich weiß nicht, was danach passiert ist."

Und so nehmen die Pleiten-, Pech- und Pannen-Titelkämpfe für die DLV-Auswahl kein Ende. Die Bild-Zeitung schreibt bereits von einem "Fiasko", die FAZ urteilte: "Erlebnis vor Ergebnis". An den ersten sechs von zehn Wettkampftagen präsentierte sich das Aufgebot jedenfalls schlapp, irgendwie matt und ohne Esprit - und manch einem fehlt offenbar auch der unbedingte Wille.

Leichtathletik-WM: "Noch nicht oft so gefühlt"

"Viele wissen im Hinterkopf, dass in diesem Jahr noch ein zweiter internationaler Wettkampf ist - und vielleicht wären die Ergebnisse besser gewesen, wenn die WM der einzige Höhepunkt gewesen wäre", sagte Diskuswerferin Claudine Vita, die mit Platz fünf für das bisher beste Ergebnis sorgte - vom 15. bis 21. August steigt noch die Heim-EM. "Ich hoffe, dass wir es in München als Team besser machen können", meinte Vita, "aber das zeigt definitiv, dass wir als Team die nächsten Jahre ein bisschen aufholen müssen."

In Eugene konnten Klosterhalfen, Krause und Pudenz das nicht mehr. In einem brutalen Hitzerennen hatte Klosterhalfen deutlich hinter den Besten des ersten Vorlaufs in 15:17,78 Minuten Platz acht belegt - zum Finale fehlten der WM-Dritten von 2019 rund 17 Sekunden. "Ich wusste nicht, wo ich stehe", sagte die 25-Jährige, die in der WM-Vorbereitung mit einer Corona-Infektion zu kämpfen hatte und im Training zwei Wochen lang kaum etwas machen konnte: "Aber so wie im Rennen habe ich mich noch nicht oft gefühlt."

Nach einem von Verletzungen und Krankheiten geprägten Jahr war die Endlauf-Teilnahme für Krause schon ein Erfolg. Dass die zweimalige WM-Dritte dann aber schon in der zweiten Runde hoffnungslos zurückfiel und in 9:52,66 fast eine Minute hinter Weltmeisterin Norah Jeruto (Kasachstan/8:53,02) lag, nahm die 29-Jährige doch mit. "Das ist nicht mein Anspruch. Meine Träume sind viel größer", sagte Krause: "Einfach frustrierend."

Desillusioniert war auch Pudenz, die bisher größten Chancen auf die erste Medaille besaßen ja die Diskuswerferinnen um die Olympiazweite - aber dann überzeugte nur Vita. Pudenz als Elfte und Shanice Craft (Neunte) überstanden den Vorkampf nicht. "Es ist gerade ein bisschen schwierig", sagte Pudenz, "ich bin schon sehr enttäuscht."

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