Cookie-Einstellungen
NBA

NBA - Drei MVP-Kandidaten und auch Franz Wagner: Die besten 25 Spieler unter 25 Jahren

Von Robert Arndt
Scottie Barnes ist der amtierende Rookie of the Year.

LeBron James, Kevin Durant, Stephen Curry, James Harden. Die alte Garde an Superstars nähert sich dem Karriereherbst, doch die NBA ist in guten Händen. Giannis Antetokounmpo ist derzeit der beste Spieler der Liga, doch auch der Grieche bekommt schon jetzt jüngere Konkurrenz. Wir haben ein Ranking zu den besten 25 Spielen unter 25 Jahren aufgestellt.

Um eine solche Liste aufzustellen, gibt es gewisse Regeln. Qualifiziert sind lediglich Spieler, die frühestens am 1. Januar 1998 geboren wurden. So fallen zum Beispiel Spieler wie Bam Adebayo oder De'Aaron Fox aus der Wertung, da sie kürzlich ihren 25. Geburtstag feierten.

Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden Spieler, die noch kein NBA-Spiel absolviert haben. Wir blicken hier scharf in Richtung von Victor Wembanyama, der erst im kommenden Draft ausgewählt wird, oder aber auch gen Chet Holmgren, der die komplette Saison mit einem Fußbruch verpasst.

Zur Übersichtlichkeit haben wir vier Kategorien gebildet. Innerhalb eines Tiers sind, ausgenommen die erste Kategorie, so ziemlich alle Spieler austauschbar. D.h. dass es keine große Rolle spielt, ob Spieler A auf Platz zehn vor Spieler B liegt, diese aber im gleichen Tier platziert sind.

Dazu auch noch einmal der Hinweis, dass dieses Ranking natürlich subjektiv ist. Für das Ranking wurde nicht ausschließlich nach der derzeitigen Leistung bewertet, sondern auch das mögliche Potenzial für die Zukunft berücksichtigt. So ist es auch zu erklären, dass einige "ältere" Spieler auf den hinteren Plätzen gerankt wurden, obwohl sie für den Moment womöglich besser als vor ihnen Stehende sind. Und nun geht es los!

NBA - TIER 4: Mehr als nur ein Rollenspieler?

Platz 25: KELDON JOHNSON (San Antonio Spurs)

Alter: 23 | Position: Forward | Draft: 29. Pick 2019

Nach Dejounte Murray ist Johnson der nächste späte Erstrundenpick der Spurs, der über die Jahre zu einem mehr als brauchbaren Rollenspieler entwickelt wurde. Der Forward ist ein athletischer Verteidiger, der in dieser Saison eine noch größere Rolle einnimmt und diese recht gut umsetzt.

Vor dem Draft gab es noch große Fragezeichen hinter seinem Wurf, inzwischen nimmt Johnson über acht Triples pro Partie und trifft über seine Karriere fast 38 Prozent. In Verbindung mit seinen Drives ist das ein gutes Fundament, auch wenn Johnson manchmal noch zu wild agiert. Auf lange Sicht könnte er mit seinem Skillset für Contender interessant werden.

Platz 24: JORDAN POOLE (Golden State Warriors)

Alter: 23 | Position: Guard | Draft: 28. Pick 2019

Zuletzt war ein Knick in der Entwicklung zu verorten, doch Poole ist weiterhin der Youngster in der Bay Area, der am meisten gezeigt hat. Als Shot Creator hat er für die Second Unit des Champions einen hohen Wert, entsprechend machte sich sein Slump umso mehr bemerkbar, als Poole zu Saisonbeginn große Schwierigkeiten mit seiner Offense (und den mehr gepfiffenen Schrittfehlern) hatte.

Die Warriors brauchen aber Poole in Bestform, wenn es in dieser Saison mit dem Repeat klappen soll. Fraglich bleibt dagegen, ob Poole früher oder später in die Rolle einer ersten oder gar zweiten Option schlüpfen kann. Hinzu kommen seine teils haarsträubenden defensiven Mängel, wodurch der Guard bisweilen noch gut versteckt werden muss. Will Poole ein Star werden, muss das dringend besser werden.

Platz 23: JARRETT ALLEN (Cleveland Cavaliers)

Alter: 24 | Position: Center | Draft: 22. Pick 2017

Center, die keinen Wurf ihr Eigen nennen, haben in der heutigen NBA einen schweren Stand. Allen kann das jedoch kompensieren, weil er als Roll Man so gefährlich ist und einer der besten Ringbeschützer der Liga ist. Ein wichtiger Bestandteil sind darüber hinaus auch seine knochentrockenen Picks, von denen Donovan Mitchell und Darius Garland profitieren.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spieler auf dieser Liste ist für Allen die Upside eher gering. Er kann sich keine Offense selbst kreieren, sodass er zum Ende von Spielen an Wert verliert. Da er seine Freiwürfe in dieser Saison sehr gut trifft (fast 80 Prozent) ist er aber auch kein Minus-Faktor. Vielmehr ist Allen ein Star in seiner Rolle und ein guter Komplementärspieler.

Platz 22: MICHAEL PORTER JR. (Denver Nuggets)

Alter: 24 | Position: Forward | Draft: 14. Pick 2018

Betrachtet man das Potenzial, müsste MPJ viel höher gerankt sein, doch gerade einmal 141 Partien in über vier Spielzeiten haben Porter Jr. sichtlich ausgebremst. Die anhaltenden Rückenprobleme sind ein Problem, welche auch seine Athletik sichtlich beeinträchtigt hat. So ist Porter Jr. in Denver eigentlich gut aufgehoben.

Dort dreht sich die Offense komplett um Nikola Jokic, der als selbstlosester Superstar der NBA gelten dürfte und seine Mitspieler um sich herum konstant besser macht. Zwar kann Porter Jr. auch für sich selbst kreieren, aber als Spot-Up-Schütze zählt er zu den Besten in der NBA, da er aufgrund seiner Länge von Closeouts kaum beeinträchtigt wird und ohnehin ein Spezialist für schwere Würfe ist.

Platz 21: TYLER HERRO (Miami Heat)

Alter: 22 | Position: Shooting Guard | Draft: 13. Pick 2019

Herro und Poole werden gerne verglichen, in unserem Ranking hat Herro knapp die Nase vorne. Warum? Herro ist in seiner Karriere etwas konstanter, weniger anfällig für leichte Fehler und nimmt in Miami eine größere Rolle ein bzw. hat dort mehr Verantwortung. Miami hat nur wenige Ballhandler, Herro ist einer davon und bewies sich zuletzt auch als Starter.

Nun ist aber auch Herro nicht der Star, welchen viele (vor allem Heat-Fans) sehen. Dafür ist sein Spiel zu abhängig davon, dass er schwere Würfe trifft. Diese Eigenschaft ist eher in einer etwas kleineren Rolle wertvoll, nämlich der, die er in Miami neben Jimmy Butler und Bam Adebayo spielt.

Platz 20: DEANDRE AYTON (Phoenix Suns)

Alter: 24 | Position: Center | Draft: 1. Pick 2018

Ayton ist eine Double-Double-Maschine, aber man wird den Eindruck nicht los, dass im Center der Suns mehr steckt. Es ist bisweilen frustrierend, dass Ayton trotz seines massiven Körpers kaum den Kontakt sucht (2,5 FT pro Spiel!) und stattdessen lieber Fadeaways nimmt. Was man ihm zu Gute halten muss: Er agiert trotzdem unglaublich effizient mit den Dingen, die er macht.

An guten Tagen kann Ayton defensiv den Unterschied ausmachen, aber auch hier liefert der Mann von den Bahamas nicht konstant ab. 2021 war Ayton noch ein wichtiger Faktor für den Finals-Run der Suns, ein Jahr später spielten die Mavs ihn beinahe vom Feld, obwohl Ayton eigentlich alles hat, um Small Ball konsequent zu bestrafen. Die Wahrheit liegt vermutlich mal wieder in der Mitte.

Platz 19: JAREN JACKSON JR. (Memphis Grizzlies)

Alter: 23 | Position: Forward/Center | Draft: 4. Pick 2018

Etwas spannender finden wir da das Skillset von JJJ, der in die moderne NBA besser passt. Jackson Jr. ist defensiv etwas variabler und der bessere Shotblocker als Ayton. Ohnehin gibt es nur wenige in der Liga, die so konstant ihre Gegenspieler abräumen wie JJJ. Probleme hat der Grizzlies-Big dagegen beim Rebound und noch immer mit Fouls. Klar, wer viele Würfe verteidigt, ist anfällig, doch Jackson Jr. unterlaufen hier noch zu viele leichtfertige Fouls.

Trotzdem ist dies besser geworden, was auch für seine Offense gilt. Der Dreier fällt zwar weiterhin nicht wie erhofft (nur 33,3 Prozent), dafür hat sich der Abschluss am Ring wieder leicht verbessert. Was JJJ weiter fehlt, ist ein echter Go-to-Move bzw. die Fähigkeit, auch mit herunterlaufender Uhr etwas Gutes für sich zu kreieren. An der Seite von Ja Morant muss er das aber auch eher selten.

Platz 18: SCOTTIE BARNES (Toronto Raptors)

Alter: 21 | Position: Forward | Draft: 4. Pick 2021

Der amtierende Rookie of the Year so tief? Wir haben unsere Gründe. Barnes zeigte in der Tat gute Anlagen, hat aber auch klare Schwächen. So kann er im Halbfeld kaum für sich kreieren und ist auch in der Defense nicht so stark, wie er gerne gemacht wird. Zu oft passiert es noch, dass sich Superstars Barnes für ISOs herauspicken, sicherlich nicht ohne Grund.

Barnes hat dennoch viele gute Anlagen. Für seine Größe ist er ein guter Passgeber, seine Drives sind explosiv. Trotzdem fehlt bisher der eine Skill, mit welchem er sich von anderen Spielern klar abhebt. Das Potenzial, früher oder später All-Star zu werden, ist da, nur ist der Weg nicht so eindeutig vorgezeichnet wie zum Beispiel bei anderen Spielern aus seiner Draft-Klasse (dazu später mehr).

NBA - Tier 3: Eine gute Nummer Zwei?

Platz 17: JALEN GREEN (Houston Rockets)

Alter: 20 | Position: Guard | Draft: 2. Pick 2021

Einer dieser Spieler wäre Green, dessen Rookie-Saison holpriger verlief. Das Umfeld in Houston ist nicht optimal, vor allem da Green keinen erfahrenen Spielmacher neben sich weiß. Trotzdem deutete der Nr.2-Pick von 2021 mit einigen Scoring-Explosionen bereits an, wozu er in der Lage ist.

Das ist auch der Unterschied zu Barnes. Greens erster Schritt ist so gut, dass er sich jederzeit Platz für seinen Wurf verschaffen kann - sei es durch Drives oder per Stepback-Dreier. In Sachen Playmaking besteht noch Nachholbedarf, aber Ansätze waren bereits erkennbar. Es sollte niemanden verwundern, wenn Green über Jahre einer der besten Scorer der Liga (als Vergleich z.B. Zach LaVine) sein wird.

Platz 16: LAMELO BALL (Charlotte Hornets)

Alter: 21 | Position: Point Guard | Draft: 3. Pick 2020

Ball ist bereits ein All-Star, auch wenn die Nominierung aus unserer Sicht etwas strittig war. Denn noch hat der Spielmacher nicht bewiesen, dass er sein Team wirklich besser machen kann, auch wenn die eigenen Zahlen stimmen. Ball produziert Highlights, spielt nicht egoistisch und doch passt es alles bisher nur bedingt zusammen.

LaMelo ist der Typ Spieler, der den Ball viel in den Händen hält. So können seine Fähigkeiten maximiert werden. Die Frage ist jedoch, ob diese Skills gut genug sind, um ein Playoff-Team zu tragen. Noch ist dies nicht der Fall, das machten auch die beiden Play-In-Spiele deutlich. Und genau das ist die Crux mit Ball: Wie wertvoll kann ein solcher Spieler wirklich sein? Womöglich könnte auch ein Tapetenwechsel mit weniger Verantwortung helfen.

Platz 15: FRANZ WAGNER (Orlando Magic)

Alter: 21 | Position: Forward | Draft: 8. Pick 2021

Bei Wagner ist die umgekehrte Entwicklung zu sehen. In seiner Rookie-Saison agierte der Berliner vornehmlich abseits des Balles, durch die zahlreichen Ausfälle, war Wagner zuletzt der Point Guard der Magic. Das brachte keinen Teamerfolg, dafür aber wertvolle Wiederholungen am Ball, was für die Zukunft von Wagner essentiell sein dürfte.

Er hat bewiesen, dass er auch in einem wenig vorteilhaften Team kreieren kann und das sogar einigermaßen effizient. Seine beste Rolle sollte aber die des sekundären Ballhandlers sein, der auch neben einem Star jederzeit für Offense sorgen kann. Diese Flexibilität, gepaart mit seiner Länge und Spielintelligenz hebt Wagner von vielen seiner Kollegen ab und sollte ihn in der Zukunft zumindest in die Nähe des All-Star Games bringen.

Platz 14: TYRESE MAXEY (Philadelphia 76ers)

Alter: 22 | Position: Guard | Draft: 21. Pick 2020

Was wir eben bei Wagner formulierten, trifft auf Maxey bereits zu. Der ehemalige Kentucky-Guard hat sich als dritte Option in Philadelphia etabliert und seine Nische neben den Superstars James Harden sowie Joel Embiid bereits gefunden. Seine fehlende Länge wird in der Defense ein Problem bleiben, auf der anderen Seite stellt der 22-Jährige seine Gegenspieler ebenso vor Aufgaben.

Maxey ist einer der schnellsten Spieler der Liga und braucht aufgrund seines schnellen ersten Schritts eigentlich keine Picks oder Moves um seine Gegenspieler zu schlagen. Wie oft Maxey gradlinig zum Ring kommt, ist beeindruckend. Das gelingt auch, weil sein Wurf inzwischen respektiert wird. Je 42 Prozent netzte Maxey in den Vorjahren, das war vor dem Draft so nicht abzusehen und einer der Gründe, warum er so tief fiel.

Platz 13: DESMOND BANE (Memphis Grizzlies)

Alter: 24 | Position: Shooting Guard | Draft: 30. Pick 2020

Bane ist der mit Abstand beste Schütze unserer Liste. 44 Prozent bei sechs Versuchen pro Spiel über seine bisherige Karriere sind ein brutaler Wert und Jahr für Jahr nimmt der Grizzlies-Guard mehr Versuche. Noch wichtiger ist aber, dass Bane in Spielzeit drei vermehrt für sich selbst kreiert. Bane zieht nun mehr Fouls und setzt seine Mitspieler besser ein.

Bane versteht es nun viel besser, seine überragende Physis einzusetzen, indem er Kontakt sucht und die Hilfe erzwingt. Das entlastet vor allem Morant, der nicht mehr die komplette Verantwortung übernehmen muss. Eine Zehenverletzung bremste Bane zuletzt auf, davor war er klar auf Kurs All-Star Game. Der beste Backcourt der NBA ist inzwischen in Memphis zu verorten, auch dank des neuerlichen Sprungs von Bane.

NBA - Tier 2: Sind sie kommende Superstars?

Platz 12: PAOLO BANCHERO (Orlando Magic)

Alter: 20 | Position: Forward | Draft: 1. Pick 2022

Banchero ist für den Moment der einzige Spieler der aktuellen Draft-Klasse, der es in unser Ranking schafft. Nach nur 20 Spielen kann es natürlich noch kein Urteil geben, entsprechend listen wir den Forward eher an dem, was er mal sein könnte. Viel wurde von einem jungen Carmelo Anthony gesprochen und in der Tat gibt dieser Vergleich einiges her.

Banchero besitzt ein gutes Inside-Spiel, hat einen guten Crossover sowie das selten gewordene Bully-Ball-Game. Für einen Rookie zieht er schon jetzt jede Menge Freiwürfe und kann jederzeit für sich selbst kreieren. Das alles sind Attribute, die nach einem kommenden Star riechen, vor allem wenn dann auch noch der Wurf fällt - und das auf der wertvollsten Position der Liga.

Platz 11: DARIUS GARLAND (Cleveland Cavaliers)

Alter: | Position: Point Guard | Draft: 5. Pick 2019

Durch die Ankunft von Donovan Mitchell ist die Rolle von Garland etwas kleiner geworden, doch es spricht auch für den Guard, dass er sich entsprechend angepasst hat. Die Quoten sind zwar leicht rückläufig, aber dies sollte sich stabilisieren. Ohnehin ist Garland für die Cavs als Passgeber wertvoller, hier zählt der Spielmacher zu den Besten in der NBA.

Es hat zwei Jahre gebraucht, doch nun kann Garland Taktgeber als auch Schütze zugleich sein. So passt Garland auch problemlos neben einen dominanten Guard wie Mitchell, ohne dabei großartig an Einfluss zu verlieren. Die fehlende Größe und damit einhergehenden Probleme in der Defense werden immer ein limitierender Faktor sein, dennoch spricht viel dafür, dass Garland im Februar nicht zum letzten Mal All-Star wurde.

Platz 10: EVAN MOBLEY (Cleveland Cavaliers)

Alter: 21 | Position: Forward/Center | Draft: 3. Pick 2021

Sollte Cleveland aber über Jahre erfolgreich sein, wird dies auch mit dem Namen von Evan Mobley verbunden sein. Seine Rookie-Saison war defensiv so dominant, dass er sich durchaus eine All-Defense-Nominierung verdient gehabt hätte. Mobley kann den Ring beschützen, kann auf dem Flügel switchen und auch Hilfe schicken. Dies ist eine seltene Kombination, erst recht für einen 21-Jährigen.

Nun ist die Frage, wie gut er offensiv werden kann. Mobley kann passen und als Roll Man eingesetzt werden, auch wenn dies in Cleveland eher selten zu sehen ist. Überhaupt taucht Mobley zeitweise offensiv ab. Das muss sich ändern, wenn er wirklich ein Franchise Star sein möchte. Der Wurf bleibt weiterhin eine Baustelle, aber auch hier sind die Ansätze zu sehen. Aus Ansätzen muss aber früher oder später mehr werden.

Platz 9: ANTHONY EDWARDS (Minnesota Timberwolves)

Alter: 21 | Position: Shooting Guard | Draft: 1. Pick 2020

Einen kleinen Rückschritt gab es zuletzt auch bei Anthony Edwards, der sich offensichtlich schwer damit tat (und das auch kund gab), neben zwei Big Men zu spielen. Noch im Vorjahr kratzte der Ant-Man am All-Star-Team, als er vor allem in den Playoffs der beste Spieler der Wolves war. Dort glänzte Edwards als Go-to-Scorer und meldete in Ja Morant zeitweise den besten Spieler des Gegners ab.

Dieses Two-Way-Potenzial ließ die Wolves träumen und irgendwo schlummert dies weiter in ihm, 2022/23 zeigte er es bisher zu selten. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielern in dieser Liste hat Edwards aber schon sein Können auf großer Bühne bewiesen. Die Anlagen dafür sind alle da, sie waren es schon im Draft 2020. Nun gilt es, das Potenzial konstant auf die Straße zu bringen, auch wenn die Voraussetzungen in Minnesota nicht optimal sind.

Platz 8: CADE CUNNINGHAM (Detroit Pistons)

Alter: 21 | Position: Guard | Draft: 1. Pick 2021

Zugegeben, wir haben uns mehr von Cunningham erhofft, nun ist der Guard aber bereits ein zweites Mal schwerer verletzt, was der Sache nicht wirklich hilft. Die Idee hinter Cunningham ist, dass er als großer Guard ein Spiel dominieren kann. Der Pistons-Guard sticht mit seiner Physis nicht besonders heraus, macht dies aber mit seinem hohen Basketball-IQ wett.

Cunningham zu bewerten, fällt dennoch schwer. Die Quoten sind nicht herausragend, aber alles was er tut, hat Hand und Fuß. Nun muss der Wurf besser fallen und vor allem das System um den früheren Top-Pick besser werden bzw. die richtigen Spieler um ihn versammelt werden. Cunningham ist nicht der Über-Athlet, trotzdem hat er weiterhin Franchise-Spieler-Potenzial.

NBA - Tier 1: Franchise Stars

Platz 7: TRAE YOUNG (Atlanta Hawks)

Alter: 24 | Position: Point Guard | Draft: 5. Pick 2018

Ist Trae Young ein Franchise-Star? Daran scheiden sich die Geister und auch in Atlanta ist der Guard wohl nicht mehr unumstritten. Fakt ist, dass Young fast im Alleingang eine Top-10-Offense auf die Beine stellen kann. Wie sich in dieser Saison zeigt, versteht er es aber noch nicht, sich abseits des Balles zu bewegen und macht die eigene Offense etwas ausrechenbar.

Was Young zudem vorgeworfen wird, ist sein fehlendes Engagement auf der anderen Seite. Traes offensive Brillanz mag das kaschieren, doch für die Team-Chemie kann das schädlich sein. Mit Ausnahme einer Conference-Finals-Teilnahme (womöglich eine Eintagsfliege?) kann Young auch noch nicht viel vorweisen. Es erscheint zumindest fraglich, dass Young als Nummer eins auf Dauer erfolgsversprechend ist.

Platz 6: TYRESE HALIBURTON (Indiana Pacers)

Alter: 22 | Position: Point Guard | Draft: 12. Pick 2020

Haliburton kann noch keinen Playoff-Erfolg vorweisen, derzeit ist er aber die klare Nummer eins eines scheinbar limitierten Pacers-Teams. Haliburton erinnert mit seiner mechanischen Spielweise beinahe an Chris Paul. Der 22-Jährige macht wenig Fehler, ist ein sicherer Schütze und liest das Spiel bisweilen brillant.

Entsprechend effizient ist Haliburton, obwohl Gegner Abend für Abend genau ihn ausschalten wollen. Im Februar sollte dies mit der ersten All-Star-Nominierung belohnt werden, auch der Award des MIPs erscheint möglich. Bei der Athletik hat er zwar Defizite, das fängt der Pacers-Guard jedoch mit Schläue wieder auf. Er dürfte über viele Jahre zu den besten Aufbauspielern der Liga gehören.

Platz 5: SHAI GILGEOUS-ALEXANDER (Oklahoma City Thunder)

Alter: 24 | Position: Guard | Draft: 11. Pick 2018

SGA gehört eher zur Kategorie Scorer und macht das so gut wie kaum ein anderer. Jahr für Jahr führt Gilgeous-Alexander die NBA nun bei den Drives an und scort dabei recht effizient, obwohl OKCs Team alles andere als gut auf ihn abgestimmt ist. SGA findet dennoch Wege, Defenses zu manipulieren und am Ring abzuschließen.

In dieser Saison hat er nun auch das Beste aus zwei Welten vereint. Einerseits trifft er in Korbnähe gut, andererseits fällt nun auch wieder der Dreier, was ihn noch schwieriger zu verteidigen macht. Die Frage ist, wann wir SGA auch endlich in den Playoffs sehen. Lange war der Kanadier ein gut gehütetes Geheimnis, doch das dürfte sich sehr bald sehr schnell ändern.

Platz 4: ZION WILLIAMSON (New Orleans Pelicans)

Alter: 22 | Position: Forward | Draft: 1. Pick 2019

Williamson hat nach seiner Verletzung zwar noch nicht den alten Bounce zurück, ein offensives Ausnahmetalent bleibt der Forward der Pelicans dennoch. Die Kombination aus Masse, Skills und Bewegungstalent hat es so in der NBA noch nicht gegeben. Bleibt Zion fit, ist er ein klarer Franchise-Star und womöglich ein Abo-All-NBA-Spieler.

Das sahen wir in Williamsons zweiter Saison, als dieser mal weitestgehend fit blieb und auch 2022/23 ist sein Einfluss nicht wegzudiskutieren. Elitär am Ring, dazu das hohe Spielverständnis. Zion braucht nicht einmal einen vernünftigen Wurf. Denn wenn der Gegenspieler absinkt und Williamson mit Anlauf auf die Defense läuft, ist es ohnehin schon zu spät. Wichtig wäre aber, dass Zion wieder ein defensiver Playmaker wird, was ihn bei Duke so stark machte. In der NBA war seine Defense bisher wenig ruhmreich.

Platz 3: JA MORANT (Memphis Grizzlies)

Alter: 23 | Position: Point Guard | Draft: 2. Pick 2019

Das gilt auch für Morant, doch der defensive Einfluss eines Guards ist ohnehin geringer einzuschätzen. Der Grizzlies-Star ist vielmehr eine Highlight-Maschine, dessen furchtlose Drives an die jungen Derrick Rose und Russell Westbrook erinnern. Im Gegensatz zu den beiden ist Morant auch schon in jungen Jahren ein sehr talentierter Passgeber und scheint mit seiner Art auch bei seinen Teamkollegen sehr beliebt zu sein.

Der 23-Jährige hat dazu sichtlich an seinem Wurf gearbeitet, auch wenn die Gegner weiter mit Morant-Triples leben können. Trotz allem hat Morant schon mehrere dominante Playoff-Serien hingelegt und ist der Hauptgrund, warum die Grizzlies in allen Morant-Jahren stets die Erwartungen übertrafen. Memphis und Morant - das passt einfach.

Platz 2: JAYSON TATUM (Boston Celtics)

Alter: 24 | Position: Forward | Draft: 3. Pick 2017

Ähnlich verhält es sich mit Boston und Jayson Tatum. Der 24-Jährige ist inzwischen der unumstrittene Star eines Kollektivs, welches die Golden State Warriors in den Finals am Rande der Niederlage hatte. Tatum hatte dabei nicht seine beste Serie, doch der Forward hat sich als All-NBA-Spieler etabliert und zählt schon jetzt zu den besten Flügelspielern der Welt.

Tatum ist im Abschluss am Ring besser geworden, er kann die Verteidigung besser lesen und die richtigen Plays machen. Dazu kann er sich jederzeit genug Platz für einen eigenen Wurf verschaffen und - wenn benötigt - den besten Spieler des Gegners an die Kette legen. Kurzum: Tatum vereint alles, was ein Superstar in der heutigen NBA benötigt.

Platz 1: LUKA DONCIC (Dallas Mavericks)

Alter: 23 | Position: Guard | Draft: 3. Pick 2018

An der Spitze steht aber weiterhin Doncic, der sogar noch einmal ein Jahr jünger als Tatum und sogar noch dekorierter als der Celtics-Star ist. Es gibt schlichtweg keine Defense, welche Doncic auf Dauer nicht knacken kann sei es durch eigenes Scoring oder Playmaking. Der Slowene erinnert in dieser Hinsicht an James Harden in dessen Prime, auch weil in Dallas alles auf Nummer 77 ausgerichtet ist.

Ob das ein Erfolgsrezept ist? Es sollte keines sein, aber Doncic ist so gut, dass es womöglich sogar reicht. Es wäre dennoch interessant, den Slowenen mal an der Seite eines anderen echten Stars zu sehen. Dominiert er weiter so den Ball oder kann er sich anpassen und auch abseits des Balles agieren? Vielleicht wird er es nie müssen. Doncic wird über Jahre ein Top-5-Spieler und Abo-MVP-Kandidat sein.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung