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Fussball

WM Kompakt am 8. Dezember: "Jetzt küssen wir uns auf den Mund!" Van Gaal sorgt für Entsetzen

Von Christian Guinin / SID

Zum ersten Mal seit WM-Start gibt es zwei Tage in Folge keinen Live-Fußball auf die Augen. WM Kompakt lässt sich den Tag davon aber nicht vermiesen und präsentiert wie gewohnt kurz und knackig das Wichtigste auf einen Blick. Heute mit dabei: Ein abgelehnter Kuss, ein Manuel-Neuer-Moment von Bernardo Silva, die tägliche Daily Soap um CR7, Erinnerungen an das Jahr 2008 und eine rührende Geste der marokkanischen Nationalmannschaft.

WM 2022 in Katar - Pressekonferenz des Tages: Louis van Gaal

Louis van Gaal und kuriose Pressekonferenzen gehen bei dieser Weltmeisterschaft weiter Hand in Hand. Auch bei der Medienrunde vor dem Viertelfinalduell der Niederlande gegen Argentinien ließ es sich der Bondscoach nicht nehmen, für reichlich verwirrte Gesichter zu sorgen.

Angesprochen auf eine kritische Aussage des argentinischen Starspielers Ángel Di María lieferte sich der Trainer einen humorigen Dialog mit seinem neben ihm sitzenden Stürmer Memphis Depay.

"Es tut mir sehr leid, dass Angel Di María einmal gesagt hat, ich sei der schlechteste Trainer, den er je hatte", sagte van Gaal: "Hier neben mir ist Memphis. Er war auch in Manchester. Und jetzt küssen wir uns auf den Mund." Gelächter folgte im Raum des Medienzentrums in Doha. Auch Depay, der nach einem leicht entsetzten Blick den Kuss verweigerte, lachte schließlich laut los.

In seiner Zeit bei Manchester United von 2014 bis 2016 hatte van Gaal Di María sowie Depay trainiert und letzteren gar einmal für ein FA-Cup-Finale nicht berücksichtigt. "Das ist nicht schön, aber glauben Sie mir: Ein Trainer tut das nicht ohne Grund. Vielleicht war es eine falsche Entscheidung. Schauen Sie sich an, wie wir uns jetzt gegenseitig behandeln. Er will keinen Kuss auf den Mund, schade, aber auch schön", sagte van Gaal.

Zugleich verriet der Bondscoach, dass er sich für das Viertelfinale gegen Argentinien Tipps von Bastian Schweinsteiger, einst sein Spieler bei Bayern München und heute ARD-Experte, holt. Zwar wollte der 71-Jährige nicht verraten, was ihm Schweinsteiger zu den Argentiniern gesagt habe, aber er erklärte: "Ich frage ihn, weil er Reporter ist, er alle Spiele sieht und gleichzeitig ein Spieler mit Hirn war." Und außerdem: "Er ist ein Fan der Niederlande - jetzt wo Deutschland raus ist."

WM 2022 in Katar - Manuel-Neuer-Moment des Tages: Bernardo Silva

Manuel Neuer kassiert nicht oft Gegentore. Wenn der deutsche Nationalkeeper dann aber doch mal hinter sich greifen muss, sieht man ihn entweder instinktiv den rechten Reklamier-Arm in die Höhe heben oder - falls der Treffer als regelkonform eingestuft wurde - das unmittelbare "sich Stürzen" auf den Ball. Getreu dem Motto: Um jeden Preis den schnellen Wiederanpfiff verhindern.

Ähnlich geistesgegenwärtig reagierte auch Portugals Bernardo Silva beim 6:1-Kantersieg gegen die Schweiz. Nach dem Führungstreffer durch Ronaldo-Vertretung Goncalo Ramos rannte das gesamte Team der Seleção zum Jubel in Richtung Eckfahne.

Es folgten wilde Jubel-Szenen, als zuerst Silva und dann die ganze Mannschaft dem Torschützen gratulierte. Der ManCity-Star brach die Feier-Arie jedoch eilig ab und kehrte aufs Spielfeld zurück. Der Hintergrund: Viele Fans vermuteten, dass die Schweiz das Spiel nach dem Treffer hätte fortführen können, da alle zehn Feldspieler der Portugiesen das Spielfeld verlassen hatten. Und um diesen schnellen Anstoß ohne Gegenspieler auf dem Feld zu vermeiden, begab sich Silva wohl zurück auf den Rasen.

Wie Talksport später berichtete, hätte es einen schnellen Wiederanpfiff jedoch überhaupt nicht geben können. "Alle Spieler, mit Ausnahme des Spielers, der den Anstoß ausführt, müssen sich in ihrer eigenen Spielfeldhälfte befinden", zitiert der Sender das offizielle Regelwerk.

Eine Konsequenz aus dem ausgiebigen Jubel der Portugiesen hätte sich somit wohl nicht ergeben. Dennoch darf man Silva diese Geistesgegenwärtigkeit gerne zugutehalten. Darauf wären mit Sicherheit die wenigsten gekommen. Bis auf Manuel Neuer natürlich.

WM 2022 in Katar - Drama des Tages: Cristiano Ronaldo

Klappe, die Dritte! Ein neuer WM-Kompakt-Tag darf selbstverständlich nicht ohne die gewisse Portion Cristiano Ronaldo auskommen. Und so berichtet die portugiesische Zeitung Record über neue Entwicklungen rund um den Startelf-Zoff.

Was ist dieses Mal passiert? CR7 soll Trainer Fernando Santos angeblich mit Abreise von der Weltmeisterschaft 2022 in Katar gedroht haben, als er von seinem Bankplatz im Achtelfinale gegen die Schweiz erfuhr. Nach dem Gespräch beruhigte sich Ronaldo aber, ging noch einmal in sich und entschied sich bekanntermaßen dafür, weiter Teil des Teams zu bleiben. Gegen die Schweiz wurde er dann nach 74 Minuten beim Stand von 5:1 eingewechselt.

Mittlerweile hat der portugiesische Verband auf die Meldung reagiert und in einem Statement klargestellt, dass Ronaldo "zu keiner Zeit gedroht hat, Katar und die Nationalmannschaft zu verlassen".

Gut, dann wäre das auch geklärt.

WM 2022 in Katar - Bild des Tages: Luka Modric & Lovro Majer

Wie schnell die Zeit manchmal doch vergeht. Mit seinen 37 Jahren hat Luka Modric die Nationalmannschaft Kroatiens über Jahre geprägt. Mit großer Sicherheit wird er auch als einer der größten Fußballer seines Landes in die Geschichte eingehen.

Einer der es ihm wohl gerne gleichtun möchte, ist Lovro Majer - ebenfalls kroatischer Mittelfeldspieler und ebenfalls im WM-Aufgebot des 2018er Finalisten. Der 24-Jährige durfte im Achtelfinal-Duell gegen Japan am vergangenen Montag für die letzten 21 Minuten ran und wurde für eben jenen Modric eingewechselt.

Was daran so spannend sein soll, werdet Ihr euch jetzt fragen. Nun, die beiden Nationalspieler verbindet eine gemeinsame Geschichte, die bis ins Jahr 2008 zurückreicht. Damals standen beide ebenfalls zusammen auf dem Rasen, wenn auch in unterschiedlicher Konstellation. Denn während Modric damals wie heute das Nationaltrikot Kroatiens trug, war Majer 2008 noch als Einlaufkind mit dabei.

Und jetzt ratet, wen er mit aufs Feld begleiten durfte ... richtig: Luka Modric.

WM 2022 in Katar - Geste des Tages: Marokkos Nationalteam

Mit ihrem Achtelfinalsieg gegen Spanien hat die marokkanische Nationalmannschaft nicht nur für die erste faustdicke Überraschung während der WM-K.o.-Phase gesorgt, sie hat sich auch in die Herzen eines ganzen Kontinents gespielt. Egal wo man hinsieht, viele Afrikaner setzen ihre Titel-Hoffnungen nun auf die Löwen vom Atlas.

Noch sympathischer machen dann Aktionen, wie sie das Team nach dem Abpfiff gegen die Iberer präsentierte. Der Sieg würde nämlich nicht irgendwie gefeiert. Er wurde einer ganz speziellen Person gewidmet: Abdelhak Nouri.

Der 25-Jährige ist marokkanischer Abstammung und erlitt 2017 einen Herzstillstand während eines Spiels für seinen damaligen Klub Ajax Amsterdam. Zwar wurde er auf dem Feld umgehend reanimiert, später aber in ein künstliches Koma versetzt. Die Folgen waren schwere, bleibende Hirnschäden.

Und obwohl Nouri seit mittlerweile über fünf Jahren aus dem Profifußball ausgeschieden ist, gedachte ihm das gesamte Team, indem sie beim Siegerfoto sein Trikot stolz in die Kamera hielten. Sehr starke Aktion!

WM 2022 in Katar: Die Viertelfinals im Überblick

Datum

Begegnung

9. Dezember, 16 Uhr

Kroatien vs. Brasilien

9. Dezember, 20 Uhr

Niederlande - Argentinien

10. Dezember, 16 Uhr

Marokko vs. Portugal

10. Dezember, 20 Uhr

England vs. Frankreich
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