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Handball

Handball-EM: Pleite gegen Schweden! DHB-Träume vom Halbfinale endgültig geplatzt

Das DHB-Team hat gegen Schweden verloren.

Deutschland hat bei der Handball-EM in Ungarn und der Slowakei auch sein drittes Hauptrundenspiel verloren und ist damit ausgeschieden. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag in Bratislava gegen Schweden mit 21:25 (10:12). Bester DHB-Werfer war Julian Köster mit vier Toren.

Damit hat das auf Rang fünf liegende DHB-Team bereits vor dem letzten Spiel gegen Russland (Di., 18 Uhr im LIVETICKER) keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale. Selbst Platz drei in der Hauptrundengruppe II, der zur Teilnahme am Spiel um Platz fünf berechtigen würde, ist nicht mehr erreichbar.

"In der Abwehr haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt. Vorne waren wir eigentlich bis auf die letzte Viertelstunde auch gut. Ich habe mich aber tierisch geärgert, dass wir mehrere Bälle einfach weggeschmissen haben", sagte Gislason in der ARD.

Paul Drux ergänzte: "Wir haben alles gegeben und hatten unsere Chancen. Aber wir können uns nicht viel vorwerfen. Zum Schluss hat uns einfach auch die Kraft gefehlt."

Deutschland vs. Schweden: Der Spielverlauf

Gislason veränderte seine erste Sieben im Vergleich zur Niederlage gegen Norwegen auf zwei Positionen. Rune Dahmke startete auf Linskaußen für Patrick Zieker. Im rechten Rückraum ersetzte Fabian Wiede den positiv getesteten Christoph Steinert. Der nachnominierte Hendrik Wagner vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen, der direkt nach seiner Ankunft positiv getestet worden war, stand erstmals im 16er Kader der bislang durch insgesamt 13 Coronafälle gebeutelten DHB-Auswahl.

Wagner musste allerdings nach kurzer Zeit wieder von der Platte, da er unter Atemnot litt. "Ich wollte nichts riskieren, nachdem er drei Angriffe gespielt hat und dann rauskam, weil er keine Luft bekommen hat. Er war zehn Tage krank. Da wäre es nicht zu verantworten gewesen, ihn noch mal zu bringen. Obwohl ihn die Ärzte vor dem Spiel untersucht haben und alles gut schien."

Deutschland bekam in der Anfangsphase in der Abwehr keinen Zugriff und Torhüter Jogi Bitter keinen Ball zu packen. Sechs der ersten sieben schwedischen Ballbesitze endeten mit Toren, nach zehn Minuten führten die Skandinavier mit 6:4.

Die Deckung wurde nun besser, allerdings haperte es im Angriff. Im Rückraum fehlte die Durchschlagskraft - lediglich die beiden Zweitligaspieler Julian Köster und Wagner sorgten bis dato für Treffer durch Rückraumspieler - und es unterliefen zu viele Ballverluste. Auch die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Bis zur 22. Minute stellten die ebenfalls offensiv keineswegs überzeugenden Schweden auf 9:6.

Da Bitter (nur eine Parade in der ersten Halbzeit) selbst das Zeichen zum Wechsel gab, rückte Daniel Rebmann (27. Minute) zwischen die Pfosten. Deutschland kämpfte, setzte - da Spielmacher Philipp Weber erneut unglücklich agierte - im Rückraum nun auf die Achse Köster, Paul Drux, Wiede und ging mit einem 10:12-Rückstand in die Pause.

DHB-Team zeigt eine tolle Moral

Das DHB-Team zeigte eine tolle Moral. Die Abwehr stand, außerdem halfen die in dieser Phase fehlerhaften Schweden kräftig mit. Tobias Reichmann erzielte sieben Minuten nach der Pause per Siebenmeter tatsächlich den Ausgleich (13:13).

Überhastete Aktionen verhinderten die deutsche Führung in einem Spiel, das weit von einem Leckerbissen entfernt war. Es folgten fünf Minuten ohne einen Treffer für den Europameister von 2016 - Schweden zog auf 17:15 (45. Minute) davon. Da auch Rebmann schwach hielt (1 von 9, 11 Prozent), brachte Gislason Bitter zurück.

Die deutsche Mannschaft gab nach wie vor alles, war aber einfach nicht clever und nicht gut genug. Der Angriff zerschellte nun förmlich am schwedischen Bollwerk. Bis zur 54. Minute erhöhte der Favorit auf 21:18, davon erholte sich die deutsche Auswahl nicht mehr.

Deutschland vs. Schweden: Die Daten zum Spiel

Anfangsformation DHB: Bitter - Dahmke, Köster, Weber, Wiede, Zerbe, Golla

Torschützen DHB: Köster (4), Drux (3), Golla, Wiencek, Wiede, Dahmke, Zerbe (alle 2), Reichmann (2 - 2 von 3 Siebenmetern), Wagner, Stutzke (beide 1)

Torschützen Schweden: Wanne (6, 2 von 2 Siebenmetern), Lagergren, Bergendahl, Gottfridsson, Sandell (alle 3), Johansson, Chrintz, Carlsbogard (alle 2), Claar (1)

Zwei-Minuten-Strafen: Deutschland (2) - Schweden (2)

Der Star des Spiels: Hampus Wanne

Der Linksaußen von der SG Flensburg-Handewitt zeigte eine starke Leistung. Wanne war mit sechs Toren bei acht Versuchen bester Werfer der Schweden. Zudem versenkte er zwei Siebenmeter eiskalt.

Der Flop des Spiels: Jogi Bitter/Daniel Rebmann

Klar spielte Weber schwach, natürlich leistete sich Wiede für einen Mann seiner Klasse viel zu viele Fehler und der Angriff insgesamt war viel zu harmlos: Trotzdem ist ein Sieg ohne Torhüterleistung gegen Schweden schlicht unmöglich. Bitter (3 von 19, 16 Prozent) und Rebmann (1 von 9, 11 Prozent) brachten es gemeinsam auf lediglich vier Paraden. Das ist einfach zu wenig.

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