Handball

Handball-EM: Drama in Wien! DHB-Team unterliegt Kroatien und ist ausgeschieden

Das DHB-Team traf in seinem zweiten Hauptrundenspiel auf Kroatien.

Deutschland ist bei der EM 2020 bereits nach dem zweiten Hauptrundenspiel ausgeschieden. Das DHB-Team unterlag in der Wiener Stadthalle dramatisch mit 24:25 (14:11) gegen Kroatien und hat damit keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale.

Da zuvor Spanien gegen Österreich mit 30:26 gewonnen hat, haben die Iberer und Kroatien jeweils sechs Punkte auf dem Konto. Deutschland könnte durch Siege gegen Österreich (Mo., 20.30 Uhr) und Tschechien (Mi., 20.30 Uhr) zwar ebenfalls auf sechs Zähler kommen, hat gegenüber Spanien und Kroatien aber bereits jetzt den direkten Vergleich verloren.

"Das ist total bitter, die zweite Halbzeit gibt den Ausschlag. Da haben wir die Bälle nicht mehr so untergebracht, wie wir es wollten. Zudem waren wir gefühlt sehr, sehr oft in Unterzahl in der zweiten Hälfte", analysierte Bundestrainer Christian Prokop. "Wir haben super gefightet, jeder hat für jeden gekämpft, aber am Ende zählt das Ergebnis."

Uwe Gensheimer sagte, man habe es "nicht wirklich verdient, so zu verlieren".

Deutschland - Kroatien: Der Spielverlauf

Die DHB-Auswahl, die kurzfristig wegen "starker Übelkeit" auf Kreisläufer Johannes Golla verzichten musste, begann gegen Kroatien mit einer starken Abwehr, viel Tempo und ganz viel Leidenschaft. Trotzdem dauerte es bis zur 18. Minute, ehe sich Deutschland erstmals auf drei Tore absetzte (8:5) und Kroatiens Trainerlegende Lino Cervar dazu zwang, eine Auszeit zu nehmen.

Der Europameister von 2016 zeigte auch in der Folgezeit eine gute Mischung aus Tempo und Geduld, handelte sich aber zu viele Zeitstrafen durch die längst nicht immer souveränen portugiesischen Schiedsrichter Duarte Santos und Ricardo Fonseca ein. Die Kroaten kamen zeitweise wieder besser ins Spiel, doch in der 23. Minute erzielte Philipp Weber in doppelter Unterzahl das Tor zum 10:8.

Die Basis war dennoch eine aggressive Abwehr - und ein nun bärenstarker Andreas Wolff. Der Torhüter entschärfte in dieser Phase zwei Siebenmeter von Igor Karacic und Zlatko Horvat und hatte nach 30 Minuten sieben Paraden bei einer Quote von 39 Prozent abgewehrter Bälle auf dem Konto. In der 28. Minute erhöhte Deutschland sogar auf 13:8. Da dann ein paar leichte Fehler zu viel unterliefen, verkürzte Kroatien bis zur Halbzeit auf 11:14.

Plötzlicher Bruch im Spiel der deutschen Mannschaft

In der zweiten Hälfte machte das deutsche Team zunächst da weiter, wo es aufgehört hatte. Es dauerte fünf Minuten, bis die Kroaten durch einen Siebenmeter von Domagoj Duvnjak ihren ersten Treffer zum 12:16 erzielten - die Abwehr stand mit Wolff stark. Auch im Angriff lief es zeitweise flüssig. Ob Weber, Kai Häfner oder die sicheren Außen Uwe Gensheimer und Timo Kastening - viele Spieler hatten daran ihren Anteil.

Fast aus dem Nichts kam ein Bruch ins deutsche Spiel - im Angriff funktionierte plötzlich nichts mehr gegen die starke kroatische Deckung. Zehn Minuten vor dem Ende stand es 22:22. Wolffs Paraden (insgesamt 13, 34 Prozent) war es zu verdanken, dass die Partie nicht sofort komplett kippte. Beim Stande von 24:24 ging es in die letzten zwei Minuten.

Karacic traf in Überzahl zum 25:24 für Kroatien, elf Sekunden vor Schluss scheiterte Jannik Kohlbacher völlig freistehend an Torhüter Marin Sego - aus der Traum!

Deutschland vs. Kroatien: Die Daten zum Spiel

Anfangsformation DHB: Wolff - Gensheimer, Weber, Drux, Häfner, Kastening, Pekeler.

Torschützen Deutschland: Gensheimer, Kastening, Weber (alle 4), Reichmann (4 - 4 von 4 Siebenmeter), Häfner (3), Drux, Kühn, Schmidt, Böhm, Kohlbacher (alle 1)

Torschützen Kroatien: Karacic (7 - 0 von 1 Siebenmeter), Duvnjak (5 - 2 von 2 Siebenmeter), Stepancic (4), Cindric, Mandic (beide 3), , Maric, Horvat, Brozovic (alle 1)

Zwei-Minuten-Strafen: Deutschland 8 - Kroatien 4

Der Star des Spiels: Igor Karacic

Als es in der zweiten Halbzeit um alles ging, war er zur Stelle. War mit sieben Toren bei 12 Versuchen (58 Prozent) bester Werfer der Kroaten und erzielte den entscheidenden Treffer.

Der Flop des Spiels: Julius Kühn

Kam erst zur zweiten Halbzeit ins Spiel und fügte sich überhaupt nicht gut ins deutsche Spiel ein. Leistete sich Ballverluste und traf nur einen seiner fünf Würfe (20 Prozent)

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