Fussball

Serie A - Kracher zwischen Ribery und Ronaldo: Das "Maximum in Europa"

Franck Ribery ist bei der Fiorentina bereits als Anführer akzeptiert.

Am 3. Spieltag der Serie A empfängt der AC Florenz Titelverteidiger Juventus (Samstag, 15 Uhr live auf DAZN und im Liveticker). Franck Ribery erwartet damit nicht nur das Duell mit Cristiano Ronaldo, sondern gleichzeitig seinen ersten richtigen Härtetest im Trikot der Fiorentina: Kann er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen?

So ganz ist Franck Ribery noch nicht in Florenz angekommen. Zumindest, wenn es nach seinem Twitter-Account geht. Das Profilbild weißt ihn zwar in den Farben der Viola aus, doch die Beschreibung spricht weiterhin von einem "Spieler des FC Bayern". Aufenthaltsort: München, Bayern. Auch die Akribie, mit der er ehemaligen FCB-Teamkollegen zum Geburtstag gratuliert, mit ausgesuchten Bildern und persönlichen Widmungen, zeigt: Zumindest einen Teil seines Herzens hat "König Franck" in der bayerischen Hauptstadt gelassen.

Da trifft es sich hervorragend, dass er am Samstag im Gegenzug die Fiorentina-Fangemeinde endgültig erobern könnte. Dann geht es für den AC Florenz nämlich im heimischen Stadion Artemio Franchi gegen Serienmeister Juventus.

Ein Spitzenspiel ist es nicht unbedingt, schließlich war Florenz in der vergangenen Saison lediglich Sechzehnter und steht in der laufenden Saison nach zwei Spieltagen noch ohne Punkt da. Dennoch elektrisiert das Duell.

Vor allem das Duell der beiden Spieler mit der Rückennummer 7. Franck Ribery vs. Cristiano Ronaldo.

Ribery vs. Ronaldo: "Das Maximum für die Serie A"

"Wenn man bedenkt, was sie in ihrer Karriere gewonnen haben und was sie im Weltfußball präsentieren, ist es das Maximum für die Serie A", tönte Fiorentina-Sportchef Joe Barone im Interview mit Tuttosport. "Ich gehe sogar noch weiter: Es gibt keine Liga in Europa, die derzeit ein solches Duell bieten kann."

Das Duell der beiden Serie-A-Stars mit den meisten Trophäen soll es sein, und in der Tat kommt man, wenn man die Titel und persönlichen Ehrungen von Ribery und Ronaldo zusammenrechnet, auf eine hohe zweistellige Zahl. Europaweit könnte da wohl höchstens noch der Clasico mithalten.

Für den Franzosen ist die Partie dabei ungleich wichtiger als für CR7. Dessen sportliche Klasse ist auch mit 34 noch unbestritten, wie er im Länderspiel gegen den Kosovo eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Franck Ribery vs. Juventus: Günstige Vorzeichen

Ribery steht derweil vor dem ersten wirklichen Härtetest in lila. Er ist eineinhalb Jahre älter als Ronaldo, und nach dem Abschied aus München gibt bei einigen Beobachtern durchaus Skepsis darüber, welches Niveau er noch erreichen kann. Diesen Skeptikern stellte er sich bewusst, als er für zwei Jahre in Italien unterschrieb, statt seinen Fußballabend in Russland, Katar, Japan oder den USA ausklingen zu lassen.

Nun winkt, nach einem eher lockeren Aufgalopp in den ersten zwei Spieltagen mit zwei Einwechslungen und insgesamt 30 Minuten Spielzeit, der erste Einsatz in einem Pflichtspiel von Beginn an. "Ich habe nur allein trainiert und brauche noch ein paar Tage, um in Form zu kommen", hatte Ribery bei seiner Vorstellung die überbordenden Erwartungen der Fans zurecht gebremst.

Diese Tage standen ihm in der Länderspielpause nun zur Verfügung. Zwei intensive Trainingswochen hat der 36-Jährige abgerissen, dazu gab es am vergangenen Wochenende ein Trainingsspiel gegen den Zweitligisten Perugia. Ribery stand 77 Minuten auf dem Platz, zwischenzeitlich trug er sogar die Kapitänsbinde. Das Zusammenspiel mit Kevin-Prince Boateng, ebenfalls neu im Verein, funktionierte, das Duo erspielte sich mehrere gute Chancen.

Franck Ribery im Steckbrief

geboren07. April 1983 in Boulogne-sur-Mer (Frankreich)
Größe1,70 m
Gewicht72 kg
Positionlinkes Mittelfeld, linker Flügel
starker Fußrechts
StationenUS Boulogne, Olympique Ales, Stade Brest, FC Metz, Galatasaray, Olympique Marseille, FC Bayern
Bundesligaspiele/-tore273/86

Franck Ribery beim AC Florenz: Anführer - und Leistungsträger?

Juve ist zweifelsfrei ein größeres Kaliber, doch am Samstag werden einige von Riberys Gegenspieler schlauchende Länderspiele und Flugmeilen in den Knochen haben - günstige Vorzeichen. Die Heimfans erwarten deshalb große Dinge von Kaiser Franck, zudem ist eine große Choreographie auf den Rängen angekündigt.

Ein Auftritt des "alten" Ribery, gekoppelt mit einem oder gar drei gewonnenen Punkten, und ihm würden weitere Herzen zufliegen. Die Vereinsführung hat sich ohnehin bereits in ihn verliebt. "Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, wie er jüngeren Teamkollegen Anweisungen gibt, rührt es mich", jauchzte Sportdirektor Daniele Prade beim Fanportal Brivido Sportivo, und Barone wies den Verdacht einer reinen Marketing-Aktion empört von sich. Ribery habe schon seit Juni ganz oben auf der Liste gestanden: "Um ein Projekt aufzubauen, braucht man Spieler, die viel gewonnen haben."

Eine Anekdote hatte er obendrein auf Lager, um zu beweisen, dass das Feuer in Ribery immer noch brenne: "Nach der Niederlage gegen Genua [1:2 am 2. Spieltag] blieb er bis spät in die Nacht auf dem Gelände und trainierte, um seinen Ärger loszuwerden."

Er wolle den Jungen Spielern helfen, hatte Ribery bei seiner Vorstellung gesagt - erste Früchte davon sind bereits zu sehen. Er wolle aber auch "auf dem Platz noch entscheidend sein", betonte er. Am besten würde er das mit einem Tor unter Beweis stellen. Das ist ihm trotz einer guten Bilanz mit den Bayern gegen Juve noch nie gelungen.

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