Premier League: Netzreaktionen zur Debatte um Kurzarbeit und Gehaltsverzicht beim FC Liverpool

 
Die Forderung nach Gehaltsverzicht in der Premier League spaltet die Gemüter. Während zahlreiche Ex-Profis und Politiker die vermeintliche Geldgier der Vereine und Spieler kritisieren, sprang nun Wayne Rooney seinen Kollegen zur Seite.
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Die Forderung nach Gehaltsverzicht in der Premier League spaltet die Gemüter. Während zahlreiche Ex-Profis und Politiker die vermeintliche Geldgier der Vereine und Spieler kritisieren, sprang nun Wayne Rooney seinen Kollegen zur Seite.
Rooney, momentan für Derby County in der Championship aktiv, schrieb in seiner Kolumne in der Sunday Times, dass die Beschuldigungen "eine Schande" seien und richtete diese Kritik unter anderem an Gesundheitsminister Matt Hancock.
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Rooney, momentan für Derby County in der Championship aktiv, schrieb in seiner Kolumne in der Sunday Times, dass die Beschuldigungen "eine Schande" seien und richtete diese Kritik unter anderem an Gesundheitsminister Matt Hancock.
Dieser sei - wie auch die Premier League - "komplett neben der Spur", da nicht alle Spieler in Rooneys Lage seien, auf Geld zu verzichten. Nun befänden sich die Profis in einer "No-Win-Situation".
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Dieser sei - wie auch die Premier League - "komplett neben der Spur", da nicht alle Spieler in Rooneys Lage seien, auf Geld zu verzichten. Nun befänden sich die Profis in einer "No-Win-Situation".
"Ich bin in einer Position, in der ich etwas abgeben könnte. Aber plötzlich wird der gesamte Beruf unter Zugzwang gebracht, auf 30 Prozent des Gehalts zu verzichten. Warum sind die Fußballer plötzlich die Sündenböcke?", klagt Rooney.
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"Ich bin in einer Position, in der ich etwas abgeben könnte. Aber plötzlich wird der gesamte Beruf unter Zugzwang gebracht, auf 30 Prozent des Gehalts zu verzichten. Warum sind die Fußballer plötzlich die Sündenböcke?", klagt Rooney.
Was war der Auslöser für Rooneys Ärger? Hancock hatte deutlich gemacht, dass Fußballer auch "ihren Teil leisten" müssten, um zur Überwindung der Coronakrise beizutragen, indem sie auf Geld verzichten.
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Was war der Auslöser für Rooneys Ärger? Hancock hatte deutlich gemacht, dass Fußballer auch "ihren Teil leisten" müssten, um zur Überwindung der Coronakrise beizutragen, indem sie auf Geld verzichten.
Ähnliche Worte fand Oliver Dowden, Staatssekretär für Sport. Die Leute wollten "keine Kämpfe innerhalb unseres Nationalsports" sehen, sondern dass der Sport den Druck verstehe, der auf den Mitmenschen laste.
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Ähnliche Worte fand Oliver Dowden, Staatssekretär für Sport. Die Leute wollten "keine Kämpfe innerhalb unseres Nationalsports" sehen, sondern dass der Sport den Druck verstehe, der auf den Mitmenschen laste.
Besonders in der Kritik steht derzeit der FC Liverpool, der - im Gegensatz zu Manchester City - das Kurzarbeiterprogramm der Regierung in Anspruch nahm, um seine Mitarbeiter zu bezahlen. Nicht dessen eigentlicher Zweck, wie viele finden.
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Besonders in der Kritik steht derzeit der FC Liverpool, der - im Gegensatz zu Manchester City - das Kurzarbeiterprogramm der Regierung in Anspruch nahm, um seine Mitarbeiter zu bezahlen. Nicht dessen eigentlicher Zweck, wie viele finden.
So schreibt Liverpool-Legende Didi Hamann, dass er erstaunt darüber sei, dass sein Ex-Klub das Angebot nutze. Dies stehe "im Gegensatz zu Moral und Werten, die der Klub vertritt, den ich kenne".
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So schreibt Liverpool-Legende Didi Hamann, dass er erstaunt darüber sei, dass sein Ex-Klub das Angebot nutze. Dies stehe "im Gegensatz zu Moral und Werten, die der Klub vertritt, den ich kenne".
Die gleiche Meinung vertritt Hamanns ehemaliger Mitspieler Jamie Carragher. Anfangs habe Jürgen Klopp sein Mitgefühl mit Betroffenen der Pandemie ausgedrückt, dies habe sich nun geändert: "Armseliger LFC".
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Die gleiche Meinung vertritt Hamanns ehemaliger Mitspieler Jamie Carragher. Anfangs habe Jürgen Klopp sein Mitgefühl mit Betroffenen der Pandemie ausgedrückt, dies habe sich nun geändert: "Armseliger LFC".
Noch drastischer drückte es Stan Collymore aus, der ebenfalls seine Schuhe für die Reds schnürte: "Ich kenne keinen Liverpool-Fan, der vom Kurzarbeit-Beschluss nicht angewidert ist."
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Noch drastischer drückte es Stan Collymore aus, der ebenfalls seine Schuhe für die Reds schnürte: "Ich kenne keinen Liverpool-Fan, der vom Kurzarbeit-Beschluss nicht angewidert ist."
Charles Watts, Korrespondent von Goal England, verweist darauf, dass die CL-Finalisten Liverpool und Tottenham in der Saison 2018/19 129 Millionen Pfund Profit erwirtschaftet hätten, aber dennoch die Hilfe des Staates benötigen.
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Charles Watts, Korrespondent von Goal England, verweist darauf, dass die CL-Finalisten Liverpool und Tottenham in der Saison 2018/19 129 Millionen Pfund Profit erwirtschaftet hätten, aber dennoch die Hilfe des Staates benötigen.
Tony Bellew, ehemaliger Box-Weltmeister, richtete den Blick auf die weiteren Top-Verdiener des Landes: "Es gibt Unternehmen, die das 100-fache der Spieler verdienen!", schreibt er und nimmt "CEOs und die Führer der Wirtschaft" in die Pflicht.
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Tony Bellew, ehemaliger Box-Weltmeister, richtete den Blick auf die weiteren Top-Verdiener des Landes: "Es gibt Unternehmen, die das 100-fache der Spieler verdienen!", schreibt er und nimmt "CEOs und die Führer der Wirtschaft" in die Pflicht.
Gary Lineker, englische Fußball-Legende und TV-Experte, nimmt die Profis in Schutz. Diese seien in der Regel "gute Kerle mit Wurzeln in der Arbeiterklasse und sozialem Bewusstsein".
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Gary Lineker, englische Fußball-Legende und TV-Experte, nimmt die Profis in Schutz. Diese seien in der Regel "gute Kerle mit Wurzeln in der Arbeiterklasse und sozialem Bewusstsein".
Wenn es einen Schuldigen gebe, sei dieser nach Einschätzung von Gary Neville vielmehr bei der Premier League zu suchen, die mit der Krise schrecklich umgehe.
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Wenn es einen Schuldigen gebe, sei dieser nach Einschätzung von Gary Neville vielmehr bei der Premier League zu suchen, die mit der Krise schrecklich umgehe.
Brian Reade, Kolumnist für den Mirror, zitiert Liverpool-CEO Peter Moore, der im Oktober 2019 auf Vereinsidol Bill Shankly verwies: "Wenn wir heute über Business-Fragen sprechen, fragen wir uns: 'Was würde Shankly tun?'."
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Brian Reade, Kolumnist für den Mirror, zitiert Liverpool-CEO Peter Moore, der im Oktober 2019 auf Vereinsidol Bill Shankly verwies: "Wenn wir heute über Business-Fragen sprechen, fragen wir uns: 'Was würde Shankly tun?'."
Auf die Einigung der Premier-League-Klubs, eine Kürzung der Spielergehälter von 30 Prozent zu fordern, reagierte die Spielergewerkschaft PFA erneut ablehnend. Als Grund nannte die PFA den Verlust von Steuereinnahmen in Höhe von 200 Millionen Pfund.
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Auf die Einigung der Premier-League-Klubs, eine Kürzung der Spielergehälter von 30 Prozent zu fordern, reagierte die Spielergewerkschaft PFA erneut ablehnend. Als Grund nannte die PFA den Verlust von Steuereinnahmen in Höhe von 200 Millionen Pfund.
Zahlreiche Spieler seien nur in Form von Jahresverträgen angestellt, die Ende Juni auslaufen. Auch gebe es Verträge, die nur unwesentlich über dem nationalen Gehaltsschnitt lägen.
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Zahlreiche Spieler seien nur in Form von Jahresverträgen angestellt, die Ende Juni auslaufen. Auch gebe es Verträge, die nur unwesentlich über dem nationalen Gehaltsschnitt lägen.
Dennoch fordert die PFA Flexibilität von ihren Spielern und Bemühungen, die finanzielle Last der Klubs und der Gesellschaft zu teilen. Ein positives Signal, dem Konflikt im englischen Fußball ein Ende zu bereiten.
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Dennoch fordert die PFA Flexibilität von ihren Spielern und Bemühungen, die finanzielle Last der Klubs und der Gesellschaft zu teilen. Ein positives Signal, dem Konflikt im englischen Fußball ein Ende zu bereiten.
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