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Fussball

Argentinische Fußballerin verweigert Schweigeminute für Diego Maradona

Von SPOX
Maradona verstarb in der vergangenen Woche.

Paula Dapena, Fußballerin vom spanischen Drittligisten Viajes Interrias FF, hat im Freundschaftsspiel gegen Deportivo Abanca (0:10) die Teilnahme an einer Schweigeminute für den verstorbenen Diego Maradona verweigert. Dies begründete die 24-Jährige mit dem Verhalten der argentinischen Fußball-Legende gegenüber Frauen.

Statt gemeinsam mit ihren Mitspielern Maradona zu gedenken, wandte Dapena den Kameras den Rücken zu und setzte sich demonstrativ auf den Boden. "Ich kann ihm nicht für all die schlimmen Dinge vergeben, die er getan hat", sagte Dapena nach dem Spiel. Sie sei nicht bereit, eine Schweigeminute "für einen Vergewaltiger und Pädophilen" abzuhalten.

Zudem wies die bekennende Feministin auf den Internationalen Tag gegen Frauengewalt hin: "Für diese Opfer gab es auch keine Schweigeminute." Die Reaktionen innerhalb der Mannschaft waren laut Dapena durchaus positiv: "Sie sahen mich an und lachten, weil sie wussten, dass ich nicht wollte." Der Argentinierin, die in der Folge Morddrohungen erhielt, gehe es vor allem "um Person und Werte: Wir wissen alle, dass seine spektakulären Fähigkeiten nur fußballerischer Natur waren".

Der Weltmeister von 1986 leistete sich abseits des Rasens zahlreiche Fehltritte. 1991 wurde ihm als Spieler der SSC Neapel Kokain im Urin nachgewiesen, wegen Drogenbesitz wurde Maradona kurze Zeit später zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Dapena dürfte mit ihrer Anspielung insbesondere auf einen verlorenen Vaterschaftsprozess aus dem Jahre 1999 Bezug nehmen: Maradona wurde im Zuge dessen vorgeworfen, eine Minderjährige geschwängert zu haben.

Der Tod von Maradona, der am Mittwoch im Alter von 60 Jahren in seinem Anwesen in Tigre an den Folgen eines Herzinfarktes verstarb, hat in Argentinien eine dreitägige Staatstrauer ausgelöst. Am Donnerstag wurde er vor den Toren von Buenos Aires beigesetzt, zuvor wurde sein Sarg im Präsidentenpalast "Casa Rosada" an der Plaza de Mayo aufgebahrt.

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