Cookie-Einstellungen
Fussball

DFB: Präsident Fritz Keller "erschüttert" und nach Razzia "von Unschuld überzeugt"

SID
Fritz Keller ist von der Unschuld des DFB überzeugt.

Rund eine Woche nach der Razzia der Staatsanwaltschaft Frankfurt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist der Verband den erhobenen Vorwürfen nachdrücklich entgegengetreten. Auf Grundlage eines Zwischenberichts externer Prüfer über die Besteuerung von Bandenwerbung bei Länderspielen vergangener Jahre verwies das DFB-Präsidium nach einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstag auf eine bereits lange vor der Durchsuchung erfolgte "Verständigung mit den Finanzbehörden" im März 2019 und eine Nachzahlung entsprechender Steuern.

"Wir sind weiterhin von der Unschuld der Verantwortlichen des DFB überzeugt", erklärte Präsident Fritz Keller in einer Verbandsmitteilung. Die Ergebnisse des Berichts widersprächen "klar" den erhobenen Anschuldigungen, hieß es weiter. Seitens der Staatsanwaltschaft sei versäumt worden, "Unterlagen beizuziehen und auszuwerten".

Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Razzien mit dem "Verdacht der fremdnützigen Hinterziehung von Körperschafts- und Gewerbesteuern in besonders schweren Fällen" begründet. Konkret geht es um Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Länderspielen in den Jahren 2014 und 2015, im Visier der Ermittler steht vor allem der dazugehörige Vertrag vom Dezember 2013. An den Maßnahmen der Ermittler waren in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz rund 200 Beamte beteiligt. Dabei wurden auch Wohnungen von "gegenwärtigen und ehemaligen" DFB-Funktionären durchsucht.

Der DFB betonte am Donnerstag ausdrücklich seine transparente Kooperation in dem Fall. Eigenen Angaben zufolge hat der Verband "ebenfalls im März 2019 der Staatsanwaltschaft Frankfurt unaufgefordert alle bekannten Unterlagen zu diesem Vorgang übergeben. Den Finanzbehörden lagen die steuerlich relevanten Informationen vor. Der DFB hat gegenüber Finanz- und Ermittlungsbehörden transparent und offen kommuniziert." Die weitere Aufklärung werde mit der Unterstützung außenstehender Experten fortgesetzt.

DFB moniert "Unverhältnismäßigkeit"

In diesem Zusammenhang monierte der DFB auch die "Unverhältnismäßigkeit" der Durchsuchungsmaßnahmen. "Der Reputationsschaden für die Betroffenen und den DFB, der sich aus der unangemessenen behördlichen Vorgehensweise ergeben hat, erschüttert mich persönlich sehr", sagte Keller.

Die Frankfurter Ermittler hatten entsprechender Kritik bereits am Mittwoch widersprochen. Die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen stehe "außer Frage", teilte die Staatsanwaltschaft dem SID mit. Darüber hinaus hätten etwaige Rückzahlungen "keine unmittelbare Auswirkung auf das strafrechtliche Ermittlungsverfahren" und würden ein solches "also nicht automatisch" beenden.

 

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung