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Fussball

FC Bayern München - Atletico Madrid 4:0: Coman-Gala! FCB feiert Traumstart

Der FC Bayern München hat einen Traumstart in die neue Champions-League-Saison hingelegt. Am 1. Spieltag der Gruppenphase setzte sich der Titelverteidiger allen voran dank eines überragenden Kingsley Coman mit 4:0 (2:0) gegen Atletico Madrid durch (die Highlights im Video).

"Wir hatten eine schwere Aufgabe vor der Brust und haben sie souverän gemeistert. Die Effizienz war heute sehr gut. Ich bin sehr zufrieden, auch mit dem Ergebnis. Es waren vier wunderbare Tore, eins schöner als das andere", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick nach dem Abpfiff.

Atletico-Coach Diego Simeone konnte seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen: "Unsere Einstellung hat gestimmt. Man muss auch einfach mal anerkennen, dass der Gegner heute gute Lösungen parat hatte. Nutzen wir unsere Chancen, geht es nicht so deutlich aus. Aber die Qualität von Bayern hat heute den Unterschied gemacht."

Alle weiteren Stimmen gibt es hier.

FC Bayern - Atletico Madrid: Die Analyse

Im Vorfeld der Partie sorgte ein positiver Corona-Befund bei Gnabry für Wirbel. Die Bayern-Spieler mussten sich am Vormittag noch einer Testreihe unterziehen, ehe die UEFA erst am Nachmittag grünes Licht für eine planmäßige Austragung der Begegnung gab.

Für Gnabry rutschte der frischgebackene Vater Kimmich in Flicks Startelf, was eine kleine taktische Veränderung gegenüber dem 4:1-Sieg am Samstag in Bielefeld nach sich zog: Goretzka schob von der Sechs auf die Zehn, während Müller auf der rechten Außenbahn startete.

Auf der Gegenseite kompensierte Atletico-Trainer Simeone den Ausfall von Torjäger Costa (Oberschenkelverletzung) mit Joao Felix, der im 4-4-2 gemeinsam mit Neuzugang Suarez an vorderster Front agierte, sich aber immer wieder fallen ließ, um Koke und Herrera eine Anspielmöglichkeit zu geben.

Von Felix kam im ersten Durchgang aber nicht viel. Wenn etwas bei Atletico ging, dann über die linke Seite, wo Carrasco Pavard immer wieder mit Eins-gegen-Eins-Situationen vor Probleme stellte. Die Abstimmung der Münchner Viererkette und die Unterstützung der Doppelsechs Kimmich-Goretzka war aber so gut, dass die Madrilenen nur selten gefährlich in den Sechzehner eindrangen.

FC Bayern: Traumtore entscheiden intensive Partie

Atletico erwies sich dafür bei gegnerischem Ballbesitz aber wie so oft als unangenehme, weil körperlich hart zu Werke gehende und taktisch hervorragend geschulte Mannschaft. Auffällig: Der in und nicht selten auch außerhalb der Coaching Zone umher fuchtelnde und schreiende Simeone forderte sein Team immer wieder auf, bei Ballverlust direkt ins Gegenpressing zu gehen.

Das funktionierte über weite Strecken der ersten Hälfte sehr gut, der Titelverteidiger hatte kaum Luft zum Atmen und kreierte eigentlich nur dann gefährliche Aktionen, wenn sich die Gäste Unsauberheiten im eigenen Passspiel leisteten oder den Ball in der Vorwärtsbewegung verloren. So in der 28. Minute, als Kimmich Felix fair vom Ball trennte und diesen mit einem schönen Flugball blitzschnell in den Lauf von Coman spielte, der im Eins-gegen-Eins mit Oblak ruhig blieb und den Ball in die lange Ecke schoss.

Ebenjener Coman trat wenige Minuten vor der Pause nochmals bei einer schnellen Umschaltaktion der Münchner entscheidend in Erscheinung, indem er nach einem Pass von Lewandowski die Übersicht behielt und den Ball von der linken Außenseite in die Mitte legte, wo Goretzka lauerte und eiskalt zum 2:0 vollstreckte (41.).

Das intensive, unterhaltsame Treiben auf dem Rasen setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort. Der Rückstand ermutigte Atletico zu mehr Risiko. Die Rojiblancos hatten Pech, dass der vermeintliche Anschluss durch Felix (47.) wegen einer Abseitsstellung nicht zählte und Carrasco (64.) allein vor Neuer das Tor verfehlte. Der FCB hingegen sorgte mit zwei Traumtoren durch Tolisso (66.) und Coman (72.) für am Ende fast schon zu deutliche Verhältnisse. Es war nicht so, dass Atletico schlecht spielte (schon gar nicht in der ersten Halbzeit) - die Bayern waren einfach zu stark.

FC Bayern - Atletico Madrid: Die Aufstellungen

Bayern: Neuer - Pavard (73. Sarr), Süle, Alaba, Hernandez - Kimmich, Tolisso - Müller (83. Davies), Goretzka (83. Martinez), Coman (73. Douglas Costa) - Lewandowski (83. Choupo-Moting)

Atletico: Oblak - Trippier, Savic, Felipe, Lodi - Llorente (79. Lemar), Koke (79. Torreira), Herrera, Carrasco (76. Vitolo) - Felix, Suarez (76. Correa)

FC Bayern - Atletico Madrid: Die Daten des Spiels

Tore: 1:0 Coman (28.), 2:0 Goretzka (41.), 3:0 Tolisso (66.), 4:0 Coman (72.)

  • Der FC Bayern gewann 28 seiner letzten 29 Pflichtspiele - mit dem 1:4 in der Bundesliga auswärts gegen Hoffenheim als Ausnahme.
  • Der FC Bayern gewann fünf seiner letzten sechs CL-Spiele mit drei oder mehr Toren Differenz. Nur beim Finale gegen PSG nicht (1:0).
  • Atletico Madrid kassierte erstmals seit Oktober 2018 in einem Pflichtspiel vier Gegentore - damals beim 0:4 in der Königsklasse in Dortmund.

Der Star des Spiels: Kingsley Coman (FC Bayern)

Der Franzose avancierte mit seinem ersten Doppelpack in der Königsklasse und einer Vorlage zum Matchwinner. Besonders stark: sein zweiter Treffer, bei dem er Atleticos Defensive austanzte und den Ball überlegt an Oblak vorbei ins lange Eck schob.

Der Flop des Spiels: Luis Suarez (Atletico Madrid)

Der Uruguayer war mehr mit Lamentieren als Fußballspielen beschäftigt, er gab keinen einzigen Schuss auf das Gehäuse von Neuer ab. Ebenfalls schwach bei Atletico: Rechtsverteidiger Trippier, dem Coman eine Lehrstunde erteilte.

Der Schiedsrichter: Michael Oliver (England)

Der englische Unparteiische hatte nicht so wirklich Lust auf englische Härte. Schon nach fünf Minuten zeigte Oliver Alaba nach einem Stoß gegen Suarez die Gelbe Karte. Als dann auch noch Müller in der 21. Minute wegen eines alles andere als gelbwürdigen Einsteigens früh verwarnt wurde, protestierten die Münchner lautstark. Neuer stürmte wutentbrannt aus seinem Tor. Und Müller schrie völlig aus dem Häuschen: "Wollt ihr mich verarschen? Was ist denn hier los? Wir spielen gegen Atletico Madrid, die größte Rabaukentruppe der Welt - und ich kriege für so etwas Gelb!"

Die für Oliver erwartungsgemäß schwierig zu leitende Partie beruhigte sich nach dieser kuriosen Szene etwas, auch wenn er Lewandowski einen möglichen Elfmeter verwehrte (36.) und sich weitere Proteste der Münchner anhören musste. Der 35-Jährige erlebte schon weitaus angenehmere Abende.

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