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SC Paderborn - Borussia Dortmund 1:6: BVB fegt den SCP vom Platz

SID
Dortmund hat sich in Paderborn durchgesetzt.

Borussia Dortmund hat nach dem Aus im Titelrennen zumindest seine komfortable Ausgangsposition für den Champions-League-Einzug erhalten. Der BVB gewann fünf Tage nach dem 0:1 gegen Bayern München beim Tabellenletzten SC Paderborn am Sonntag trotz eines lange pomadigen Auftritts mit 6:1 (0:0).

Nach seinem ersten Bundesliga-Dreierpack zog Jadon Sancho noch einmal sein Trikot über den Kopf und wiederholte seine Botschaft. "Justice for George Floyd" stand auf dem Shirt darunter, das er schon nach seinem ersten Tor beim 6:1 (0:0)-Sieg von Borussia Dortmund beim Tabellenletzten SC Paderborn präsentiert hatte.

Der englische Jungstar schloss sich damit anderen Bundesligaprofis an, die am Pfingstwochenende Gerechtigkeit für den Afroamerikaner forderten, der infolge einer brutalen Polizeikontrolle in Minneapolis gestorben war. Der Tod des 46-Jährigen hatte die USA in Aufruhr versetzt.

Auch sportlich war Sancho der Hauptdarsteller beim Kantersieg des BVB, der fünf Tage nach dem 0:1 gegen Bayern München und dem Aus im Titelkampf die Konkurrenz im Vierkampf um die Königsklasse auf Distanz hielt.

Nach einer unerklärlich leblosen ersten Halbzeit bekam der BVB den Schalter gegen kampfstarke, aber arg limitierte Paderborner rechtzeitig umgelegt. Thorgan Hazard (54.), Rückkehrer Sancho mit seinen Saisontoren 15 bis 17 (57./74./90.+1), Achraf Hakimi (85.) und Marcel Schmelzer (89.) trafen zum vierten Auswärtssieg in Serie.

Der SCP, für den Uwe Hünemeier (72.) per Handelfmeter verkürzte, ist seit zehn Spielen ohne Sieg und wird höchstwahrscheinlich in der kommenden Saison wieder in der 2. Liga antreten.

Paderborn vs. BVB: Die Stimmen zum Spiel

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): "Wir haben das lange gut gemacht, hätten das aber später besser verteidigen müssen. Nach dem 1:2, 1:3 hat sich dann die Dortmunder Klasse durchgesetzt."

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben sehr, sehr hoch gepresst. In der Halbzeit musste ich wenig sagen, außer, dass Paderborn das nicht durchhalten wird, dass sie müde werden. Vom Protest von Jadon Sancho wusste ich nichts, das habe ich nach dem Spiel gehört."

Roman Bürki (BVB): "Wir haben sie nicht von Anfang an unter Druck gesetzt, zum Glück ist nichts passiert. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und das Spiel kontrolliert. Durch unsere schnellen Spieler außen hatten wir gute Waffen. Wir geben jetzt alles, um jedes Spiel noch zu gewinnen."

Paderborn nervt besonders Brandt und Sancho

Paderborn stellte die BVB-Stars gut zu und nervte besonders Julian Brandt und den in die Startelf gerückten Sancho. Einige Vorstöße über den flinken Linksaußen Gerrit Holtmann brachten sogar die ersten Gelegenheiten für Christopher Antwi-Adjei (11./13.).

Der Dortmunder Abwehrchef Mats Hummels forderte seine Mitspieler lautstark zu mehr Engagement auf: Schließlich hatte das peinliche 3:3 im Hinspiel (nach 0:3) seinen Trainer Lucien Favre, um den es in der vergangenen Woche wieder viele Diskussionen gab, beinahe den Job gekostet. Raphael Guerreiro hätte nach einem BVB-Konter etwas mehr Gelassenheit bringen können, doch Jamilu Collins bekam einen Fuß dazwischen (25.). Torjäger Erling Haaland fehlte wegen Kniebeschwerden, dadurch fehlte vorne häufig Gedankenschnelligkeit.

Hazard erlöst den BVB

Immerhin kontrollierte der hohe Favorit das Spiel nun mit mehr Breite im Aufbau und schnellen Pässen in die Tiefe. Paderborn kam kaum noch ins Pressing, die Entlastung ließ nach, Brandt hatte viel Platz. Er wirkte jedoch schlapp, auch bei seiner Großchance (45.). Es war kein Dortmunder Dauerdruck, eher ein zähes Verschieben des Geschehens Richtung SCP-Tor ohne Konsequenz.

Andererseits hätte Paderborn mit höherer Präzision und einem Hauch mehr Klasse auch zustechen können, beispielsweise kurz nach der Pause (48.). Sekunden später rettete Torhüter Leopold Zingerle spektakulär gegen Hakimi, ehe Hazard - nach einer weiteren vergebenen Riesenchance - endlich traf. Die BVB-Blockade war gelöst, was sich umgehend auch in der Körpersprache zeigte.

Paderborn vs. Dortmund: Die Aufstellungen

Paderborn: Zingerle - Dräger, Strohdiek, Hünemeier, Collins - Vasiliadis (83. Sabiri), Schonlau - Antwi-Adjei (83. Jastrzembski), Srbeny (66. Zolinski), Holtmann (74. Pröger) - Mamba (66. Michel)

Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels, Akanji - Hakimi (87. Morey), Can (87. Balerdi), Delaney (68. Witsel), Guerreiro (80. Schmelzer) - Brandt (80. Reyna) - Hazard, Sancho

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