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Formel 1

Formel 1 - Österreich-GP: Leclerc meldet sich im Titelkampf zurück - Schumacher erneut in den Punkten

Von Christian Guinin
Max Verstappen
© getty

Charles Leclerc hat den Großen Preis von Österreich gewonnen und sich im Titelkampf zurückgemeldet. Der Monegasse siegte auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg vor WM-Rivale Max Verstappen (Red Bull) und Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.

In der WM liegt Verstappen bei Saisonhalbzeit nach elf Rennen mit 208 Punkten immer noch klar in Front, Leclerc (170) ist nach dem fünften Sieg seiner Formel-1-Karriere an Verstappen-Teamkollegen Sergio Perez vorbeigezogen, der das Rennen nach einem Dreher aufgeben musste. Auch Leclercs Teamkollege Carlos Sainz kam nicht ins Ziel, der Spanier schied mit Motorenproblemen aus.

Einen erneut starken Auftritt lieferte Mick Schumacher ab. Nur eine Woche nach seinem ersten Top-10-Ergebnis raste der Deutsche im bemerkenswert schnellen Haas schon wieder in die Punkte, Rang sechs beim Großen Preis von Österreich war das beste Ergebnis seiner jungen Karriere, Schumacher zeigte dabei einige starke Überholmanöver.

"Ich glaube, dass wir rundum zufrieden sind mit dem heutigen Tag", freute sich der Deutsche bei Sky und erinnert: "Ich bin sehr happy damit, was wir als Team wieder geschafft haben heute. Wir rücken näher an die Top 10 ran."

Eine große Enttäuschung bot das Wochenende für Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel, der nach schwachem Qualifying und schwachem Sprint am Samstag auch den Grand Prix am Ende des Feldes (Rang 17) beendete.

"Es war ein wirklich gutes Rennen", sagte Leclerc und fügte mit Blick auf seine lange Durststrecke hinzu: "Diesen Sieg habe ich wirklich gebraucht. Wir haben gezeigt, dass wir die Pace im Auto haben. Jetzt müssen wir so weitermachen."

Verstappen sprach von einem "schwierigen Tag. Wir schienen sofort etwas Probleme mit den Reifen zu haben. Das hat sich dann quasi durch jede einzelne Mischung gezogen", sagte der Niederländer. "Aber der zweite Platz ist an einem schwierigen Tag für uns trotzdem ein gutes Ergebnis." RB-Sportchef Helmut Marko konnte sich das Reifenverschleiß-Problem ebenfalls nicht erklären. "Nach der eigentlichen Überlegenheit am Freitag und Samstag kam das jetzt überraschend. Ich hoffe, wir können das klären."

Österreich-GP: Die Analyse

Verstappen verteidigte am Start problemlos seine Spitzenposition gegen Leclerc. Dahinter lieferten sich Sainz, George Russell (Mercedes) und Perez einen packenden Dreikampf, aus welchem Sainz nach einigen Kurven schließlich als Sieger hervorging.

Zwischen Russell und Perez kam es in Kurve vier zur Berührung, wobei der Mercedes-Pilot den Mexikaner an der Hinterachse traf und ins Kiesbett drehte. Russell bekam dafür später eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt, für Perez war das Rennen von da an aber gelaufen. Zwar rettete sich der RB-Pilot mit beschädigtem Boliden noch an die Box, im Rennen um den Sieg konnte er aber nicht mehr eingreifen. Zu Halbzeit entschied man sich sogar für einen vorzeitigen Rennabbruch.

Ebenfalls gut vom Fleck kam Schumacher, der seinen neunten Startplatz zunächst behauptete und später sogar zwischenzeitlich an Lewis Hamilton vorbeiging. Erst im Verlauf des ersten Stints zeigte der Mercedes gegenüber dem Haas die bessere Longrun-Pace, weshalb Hamilton seinen Platz zurückeroberte.

An der Spitze schien es zunächst, als könnte Verstappen einen komfortablen Vorsprung auf Leclerc herausfahren - bereits nach zwei Umläufen betrug der Abstand zwischen den beiden Boliden mehr als 1,5 Sekunden. Doch der Ferrari sollte den längeren Atem beweisen. Kontinuierlich arbeitete sich Leclerc an Verstappen heran, ehe er in Runde zwölf seine Attacke setzte. In Kurve vier ging der Monegasse innen am Niederländer vorbei und schnappte sich die Führung.

Die starke Longrun-Pace der Ferraris sollte sich wie ein roter Faden durchs Rennen ziehen. Verstappen switchte nach Leclercs Überholmanöver umgehend auf eine Zweistopp-Strategie, doch auch der zusätzliche Boxenstopp sollte nichts bewirken. Beide Scuderia-Piloten gingen augenscheinlich deutlich sanfter mit ihren Pneus um, weshalb der Niederländer auf die gesamte Renndistanz keine Chance hatte.

15 Runden vor Schluss sollte Verstappen dann aber von Problemen an Sainz' Ferrari profitieren. Der Bolide des Spaniers fing im Anflug auf Kurve vier zunächst zu rauchen an, ehe der komplette Motorblock in Feuer aufging. Sainz konnte das Rennen nicht beenden, Verstappen erbte seinen zweiten Platz.

Ein Angriff auf Leclerc ging sich, obwohl der Monegasse von zwischenzeitlichen Problemen an seinem Gaspedal berichtete, jedoch nicht mehr aus. Die Top Ten komplettierten Russell (4.), Esteban Ocon (6./Alpine), Schumacher (7.), Lando Norris (8./McLaren), Kevin Magnussen (9./Haas) und Fernando Alonso (10./Alpine)

Österreich-GP: Die Reifenstrategie

Aufgrund des frühen Ausfalls von Perez fiel für Red Bull die Möglichkeit eines Strategie-Splittings weg. Verstappen war so im Kampf gegen die Ferraris auf sich allein gestellt.

Tatsächliche Auswirkungen sollte das aber nicht haben. Zu stark präsentierten sich die Roten im Longrun auf beiden Reifenmischungen. Die Zweistopp-Strategie Verstappens schien Ferrari zunächst nicht zu beantworten und weiter auf einen Einstopper zu setzen, letztlich switchte man wegen der überlegenen Pace aber doch auf zwei Reifenwechsel.

Die spätere VSC-Phase ausgelöst durch den Sainz-Ausfall sollte keinen Einfluss haben. Leclerc verpasste dieses Mal nicht die Gelegenheit und kam - wie Verstappen - zum Reifenwechsel, um etwaige Angriffe des Niederländers abwehren zu können.

Highlight des Rennens

Auch wenn die erhofften Duelle an der Spitze weitestgehend ausblieben, im restlichen Feld tat sich in Sachen Zweikämpfe ordentlich was.

Vor allem im sehr engen Mittelfeld durften die Zuschauer Zeugen einiger packender Rad-an-Rad-Duelle werden. Das überholfreundliche Layout des Red-Bull-Rings half natürlich mit.

Top des Rennens: Charles Leclerc

Wer hätte das nach dem gestrigen Tag gedacht? Fehlerlos fuhr der Monegasse in Spielberg zum Sieg und meldete sich damit eindrucksvoll im Titelrennen zurück. Ebenfalls wieder sehr stark: Mick Schumacher.

Flop des Rennens: Ferrari-Probleme

So stark der eine Ferrari performte, so bitter verlief der Nachmittag für den Teamkollegen. Auf Doppelsieg-Kurs löste sich der Motor von Carlos Sainz in Rauch und später in Feuer auf. Ein weiterer technischer Zwischenfall, der ein besseres Resultat zunichte machte.

Formel 1: Der WM-Stand (nach 11 von 22* Rennen)

  • Fahrerwertung:
PlatzFahrerTeamPunkte
1Max VerstappenRed Bull208
2Charles LeclercFerrari170
3Sergio PerezRed Bull151
4Carlos SainzFerrari133
5George RussellMercedes128
6Lewis HamiltonMercedes109
7Lando NorrisMcLaren64
8Esteban OconAlpine52
9Valtteri BottasAlfa Romeo46
10Fernando AlonsoAlpine29
  • Konstrukteurswertung:
PlatzTeamPunkte
1Red Bull359
2Ferrari303
3Mercedes237
4McLaren81
5Alpine81
6Alfa Romeo51
7Haas34
8AlphaTauri27
9Aston Martin18
10Williams3

*Der Russland-GP wurde aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ersatzlos gestrichen. Ursprünglich hatte die Formel 1 für die Saison 2022 23 Rennen eingeplant.

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