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Formel 1

Formel 1: Romain Grosjean meldet sich nach Horrorcrash aus dem Krankenhaus

SID
Romain Grosjean hatte unglaubliches Glück, den Unfall derart unversehrt überlebt zu haben.

Die Bilder erinnerten an den Nürburgring-Unfall von Niki Lauda und ließen das Allerschlimmste befürchten. Doch Romain Grosjean hat einen der heftigsten Formel-1-Crashs der vergangenen Jahre glimpflich überstanden - wohl auch dank des Cockpitschutzes Halo. Er könnte womöglich sogar schon nächste Woche wieder mit von der Partie sein.

"Hallo zusammen, ich wollte nur sagen: Ich bin okay. Zumindest den Umständen entsprechend", sagte Grosjean in einer Video-Botschaft auf seinem Instagram-Kanal.

Der Franzose ließ sich dabei filmen, seine beiden Hände waren einbandagiert. "Danke für alle Nachrichten von euch. Ich war vor einigen Jahren nicht für den Halo. Heute denke ich, dass es die beste Neuerung in der Formel-1-Geschichte war. Ohne Halo wäre ich jetzt nicht in der Lage, zu euch zu sprechen. Danke an alle, danke an die medizinischen Hilfskräfte. Hoffentlich kann ich euch bald wieder persönlich Nachrichten schreiben."

Wie durch ein Wunder rettete sich Romain Grosjean selbständig aus dem lichterloh brennenden Wrack, das einmal sein Rennwagen gewesen war. Der Haas-Ferrari des Franzosen war in zwei Teile zerborsten, das Chassis steckte in der Leitplanke fest, ein Vorderrad kullerte in die Wüstenlandschaft von Sakhir. Das Unglaubliche: Grosjean selbst blieb im Monocoque relativ gut geschützt und kam mit leichten Verletzungen und einem großen Schrecken davon.

"Er war natürlich sehr zittrig, und sein Visier war komplett geschmolzen", sagte Formel-1-Arzt Ian Roberts.

Romain Grosjean überlegt Horrorcrash mit Hand-Verbrennungen

In der ersten Runde des Großen Preises von Bahrain war es passiert. Während Pole-Setter Lewis Hamilton, der das Rennen später gewann, an der Spitze des Feldes davonzog, ging es hinten wild und unübersichtlich zu. Der von Rang 19 gestartete Grosjean wagte nach wenigen Kurven ein Überholmanöver, er zog hart nach rechts und übersah wohl den AlphaTauri von Daniil Kwjat. Die Räder der Boliden touchierten sich - danach war Grosjean nur noch Passagier und schoss in die Leitplanke.

 

Mithilfe der Streckenposten verließ der 34-Jährige sichtlich benommen die brennende Unfallstelle und wurde per Helikopter in ein Krankenhaus gebracht, wo er über Nacht bleibt. Er erlitt lediglich Verbrennungen an beiden Handrücken und blieb von Brüchen verschont, teilte sein Rennstall am Sonntagabend mit.

"Er ist sehr erschrocken", sagte Teamchef Günther Steiner, "aber er hat nur kleinere Verbrennungen dort, wo die feuerfeste Kleidung Lücken hat. Das war Glück im Unglück, aber auch toller Einsatz von den Streckenposten, die sofort da waren." Nach der Rettung Grosjeans nahmen Streckenkräfte langwierige Reparaturarbeiten auf, damit das 15. Saisonrennen fortgesetzt werden konnte.

Dem Formel-1-Tross steckte trotz der ersten Entwarnung der Schock in den Gliedern. Rekordweltmeister Hamilton blickte in seiner Mercedes-Garage auf die Bilder des Horrorcrashs, der zwangsläufig Erinnerungen an den Feuerunfall Niki Laudas 1976 auf dem Nürburgring weckte, und schüttelte entgeistert den Kopf.

Fährt Grosjean nach Horrorcrash schon nächste Woche wieder?

Es ist ein Wunder, dass er da in einem Stück rausgekommen ist", sagte Ex-Weltmeister Damon Hill bei Sky: "Es sah aus, als wäre das Chassis durch die Wand durchgegangen. Diese Bilder schaut sich niemand an und spricht danach von zu viel Sicherheit in der Formel 1." Mit Blick auf den Re-Start des Rennens sagte der Champion von 1996: "Es wird für die Fahrer schwer werden, das aus dem Kopf zu kriegen."

"Ich habe mir die Bilder noch nicht wirklich viel angesehen, weil ich es nicht wollte", sagte Sebastian Vettel. "Es ist gut, dass die Autos sicherer als früher sind. Aber die Leitplanke sollte nicht so nachgeben wie sie es getan hat, und das Auto sollte nicht so in Flammen aufgehen."

Ex-Pilot Jean Alesi erklärte: "Man muss der FIA (Automobil-Weltverband; d.Red.) danken, dass sie ihn so schnell rausgeholt haben." Der 56-jährige Franzose war sich sicher, dass der lange Zeit umstrittene Cockpitschutz Halo seinem Landsmann Grosjean "das Leben gerettet" hat.

Alan van der Merwe, der Fahrer des Medical Car, sagte: "Ich habe in zwölf Jahren nicht so viel Feuer gesehen. Romain ist alleine aus dem Auto gekommen. Das ist unglaublich. Es ist super zu sehen, dass alles funktioniert hat: die Leitplanken, der Halo, die Rettungsmaßnahmen."

Der gebürtige Genfer Grosjean, der in dieser Saison nur zwei WM-Punkte holte, muss sein Cockpit bei Haas am Ende der Saison räumen. Es scheint fraglich, ob er in den abschließenden zwei WM-Läufen starten kann. "Ich besuche ihn morgen im Krankenhaus und höre mir an, was die Ärzte zu sagen haben", erklärte sein Teamchef Günter Steiner: "Wenn er kann, ist mein Plan, dass er das Rennen nächste Woche fährt."

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