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Wintersport

Lech-Rückblick: Pinturault schrieb Geschichte - Aufregung um Mair

Von APA
Alexis Pinturault.

Keinen Podestplatz für Österreich haben die beiden Alpinski-Parallelrennen in Lech/Zürs gebracht. Während bei den Damen Spezialistin Elisa Mörzinger Achte wurde, verpasste bei den Herren Adrian Pertl als Vierter seinen zweiten Weltcup-Podestplatz hauchdünn. Knapp sechs Wochen nach Sölden ging jedenfalls auch das zweite "gemischte" Österreich-Doppel im Alpinski-Weltcup zwar ohne Publikum, trotz strenger Corona-Bedingungen aber reibungslos über die Bühne.

Größter Aufreger rund um das Weltcup-Comeback nach 26 Jahren in Vorarlberg war das Rätsel um die unterschiedlichen Testergebnisse von Chiara Mair. Die Tirolerin konnte letztlich wie der schon vorab von Corona "ausgebremste" Marco Schwarz ebenfalls nicht am Rennen teilnehmen. Die Krone berichtet von vier Tests, drei davon negativ. Ein Mal sei der CT-Wert zu niedrig gewesen, der letzte behördlich angeordnete Test hingegen ging negativ aus. Zudem soll der Amtsarzt während des Events erklärt haben, Mair hätte eigentlich beim Rennen starten können.

Vor Ort griff das Präventionskonzept des ÖSV wie aber schon in Sölden voll und trug zur gelungenen Veranstaltung bei. Auch nächstes Jahr wird der Weltcup in Lech/Zürs gastieren, dann wohl wieder mit Zuschauern. Man rechnet mit bis zu 10.000 Fans.

Vlhova und Pinturault die großen Sieger

Die großen Sieger in der neuen Flexenarena hießen Petra Vlhova und Alexis Pinturault. Während die Slowakin ihren bereits dritten Sieg in Serie einfuhr und im Weltcup nach vier Rennen klar führt, schrieb Österreich-Spezialist Pinturault (10 Siege) so etwas wie "Skigeschichte". Der 29-jährige Franzose hat nun in Slalom, Riesentorlauf, Super-G, Alpine Kombination, City Event und Parallel und damit laut FIS-Definition als erster Skirennläufer in sechs "unterschiedlichen" Disziplinen gewonnen.

"Mit diesen sechs Disziplinen hatte ich aber auch Glück. Denn City und Parallel sind ein bisschen gleich für mich", relativierte aber selbst Pinturault, weil Städte-Events bekanntlich ebenfalls als Parallelrennen abgewickelt wurden. Zumindest schloss sich für Pinturault am Arlberg ein Kreis. Denn auch der erste seiner nun 30 Weltcupsiege war im Februar 2012 in Moskau ein Parallelbewerb gewesen. Mittlerweile ist der Franzose der zehnte Skirennläufer mit 30 Siegen. Vor ihm liegt als nächster Bode Miller (USA) mit 33.

Pertl verpasste Stockerlplatz knapp

Die Ehre der Gastgeber rettete Pertl. Als starker Quali-Vierter in die K.o.-Entscheidung gekommen verlor der 24-jährige Kärntner am Abend erst im Halbfinale gegen Henrik Kristoffersen. Im Duell um Platz drei musste sich der Kärntner dann dem Deutschen Alexander Schmid geschlagen geben und verpasste die Siegerehrung um 0,58 Sekunden.

"Mein Hauptziel war, am Abend noch dabei zu sein. Dann ist es natürlich schade, wenn man die Chance auf das Podium hat und es nicht ganz aufgeht", sagte Pertl. "Trotzdem bin ich natürlich sehr zufrieden mit meinem ersten Parallel-Event, auch wenn es zwischendurch ziemlich stressig war", gestand der Technikspezialist, der von Trainer Marco Pfeifer als Mann mit "Nerven wie Stahlseile" und trotzdem "locker wie alle Kärntner" beschrieben wird. "Stimmt, ich bin eher auf der lockeren Seite. Aber das ist als Kärntner normaler Standard", bestätigte dies Pertl schmunzelnd.

Vergangenen Februar war der 24-Jährige als Slalom-Dritter in Chamonix erstmals auf das Weltcup-Stockerl gefahren. Nach Lech kamen Hoffnungen auf einen RTL-Start in Santa Caterina auf. "Vor Lech war das kein Thema. Aber vielleicht überlegen es sich die Trainer ja noch", meinte Pertl, der nach dem Rennen mit seinen ÖSV-Kollegen zum Slalomtraining in Zürs blieb.

Zuspruch für neues Format der Weltcup-Parallelrennen

Die ersten Weltcup-Parallelrennen dieses Winters waren auch schon wieder die letzten, sieht man davon ab, dass diese Disziplin erstmals auch bei der Cortina-WM im Februar auf dem Programm steht. Das Format mit 16er-K.o.-Finale und Riesentorlauf-Material kam gut an bzw. wurde von vielen Fahrern zumindest als "Fortschritt" goutiert. Auch wenn Asse wie Kristoffersen oder Lara Gut-Behrami weiterhin "richtige" Weltcuprennen präferieren.

"So wie es jetzt ausgetragen wird, ist es ein richtig cooles Rennen", befand hingegen ÖSV-Slalomchef Pfeifer. "Wenn da noch Publikum dazu kommt, gibt das eine gewaltige Stimmung", ist der Kärntner überzeugt. Lokalmatador Christian Hirschbühl war trotz Platz acht in seinem Comeback-Rennen nach langer Verletzungspause zunächst nicht ganz happy, freute sich aber über die gelungene Abwicklung. "Lob an den Veranstalter. Es ist cool, dass man das in so schwierigen Zeiten so gut über die Bühne gebracht hat", meinte der Vorarlberger.

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